Frage von patricia41, 54

Gefährliches Hobby - kann Arbeitgeber im Krankheitsfall die Lohnfortzahlung verweigern?

Mein Kollege hat sich nun mehrfach beim Basketball verletzt und ist immer mehrere Wochen ausgefallen. Könnte der Arbeitgeber ggf. ausschließen, dass er die Lohnfortzahlung weiterführt. Müsste der Arbeitgeber das ggf. androhen, dass das erfolgt bei der nächsten Verletzung?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo patricia41,

Schau mal bitte hier:
arbeitgeber Lohnfortzahlung

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Primus, 41

Arbeitgeber können nur dann die Entgeltfortzahlung verweigern, wenn der Mitarbeiter "grob fahrlässig" gehandelt hat.

Wer als Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall verweigern will, muss beweisen, dass sein Arbeitnehmer "grob fahrlässig" gehandelt hat. .

Im Zweifel muss der Arbeitgeber beweisen, dass sich Mitarbeiter ihre Verletzung beziehungsweise Erkrankung selbst zuzuschreiben haben. Dazu muss Beschäftigten ein "grob fahrlässiges" Verhalten nachgewiesen werden.

Bei Hobbies sieht es so aus, dass noch nicht einmal Risikosportarten wie Drachenfliegen oder Rallye-Fahren nach allgemeiner Rechtsprechung zu besonders gefährlichen Hobbys gehören - geschweige denn Basketball.

Kommentar von wfwbinder ,

Bei manchen Radfahrern in Berlin würde ich die Lohnfortzahlung verweigern.

Mich würde mal interessieren, was ein Arbeitsgericht sagt, wenn man einem Radfaherr, der nach einem Unfall, weil er bei rot über die Kreuzung fuhr die Lohnfortzahlung verweigert.

Kommentar von Primus ,

Nicht nur in Berlin...... solche Blödmänner gibt's bei uns auch!!

Antwort
von Snooopy155, 31

Die Lohnfortzshlung kann der Arbeitgeber nur in den seltensten Fällen verweigern, aber er wird sich die Frage stellen, ob dieser Arbeitnehmer für ihn noch ein positives Ergebnis erwirtschaftet. Und damit stellt sich dann die Überlegung, diesem Mitarbeiter ordentlich wegen der vielen Fehlzeiten zu kündigen.

Antwort
von vivaGreece, 25

in dem Falle müsste Selbstverschulden bei den Verletzungen vorliegen. Das müsste der AG nachweisen.

Bei dem Falle mit Basketball wird das wohl schwer nachzuweisen sein.

http://www.ulm.ihk24.de/recht_und_fair_play/arbeitsrecht/Entgeltfortzahlung_bei_...


Es ist jedoch allemal ein Problem, denn dem AG bleibt ja immer noch eine Kündigung - aus welchen Gründen das auch immer "offiziell" erfolgt.

Kommentar von vivaGreece ,
Antwort
von Niklaus, 19

Es müsste vertraglich im Voraus vereinbart sein. Z.B. Skifahren für Saisonkräfte in Österreich. Ansonsten geht das bei nur wirklich gefährlichen Hobbys. Basketball ist definitiv kein gefährliches Hobby.

Antwort
von ASS09, 18

Sportunfälle sind nur dann selbstverschuldet,wenn der Arbeitnehmer eine Sportart betreibt,die seine Kräfte und Fähigkeiten deutlich übersteigt,oder wenn die ausgeübte Sportart als besonders gefährlich gilt.

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