Frage von Tscharli, 75

Gebühren für einen Erbenermittler?

Hallo Community, meine Freundin wurde von einem Erbenermittler angeschrieben. Sie sei Teil einer Erbengemeinschaft. Sie solle gleichzeitig einen Vertrag unterschreiben, wonach dem Erbenermittler ca. 39% des Erbes als Honorar zustehen. Ist die gängig? Mir scheint das sehr hoch. Ist die üblich - wie läuft die Sache weiter? Von einem Nachlassgericht wurde sie bisher nicht angeschrieben.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Privatier59, 72

Erbenermittler sind eine Art Privatdetektiv und leben davon, für ungeklärte Erbfälle doch noch einen Erben zu ermitteln. Gebührenordnungen irgendwelcher Art gibt es nicht. Ob ein verlangtes Honorar (das nämlich ist der richtige Begriff) hoch oder niedrig ist, liegt im Auge des Betrachters. Es gibt zwei Dinge, die man dabei berücksichtigen muß: Zum einen betreiben solche Leute über Monate hinweg ihre Ermittlungen und haben dabei enorm viel Aufwand und oftmals keinen Erfolg. Das alles will bezahlt sein. Desweiteren würde die Freundin ohne Erbenermittler vermutlich niemals an das ihr zustehende Geld gekommen sein. Dafür, dass man unverhofft Geld bekommt, erscheinen 39% dann doch nicht zu viel.

Eine Handlungsalternative zur Annahme der Vereinbarung hat die Freundin mit Sicherheit nicht: Erbenermittler werden nur tätig wenn das Nachlaßgericht nicht weiter kommt. Auf eine amtliche Benachrichtigung warten kann die Freundin dann bis St.Nimmerlein. Es würde auch nicht helfen, sämtliche Nachlaßgerichte Deutschlands anzuschreiben. Ohne Aktenzeichen würde man eine fundierte Antwort nicht bekommen können. Überdies braucht ja noch nicht mal ein deutsches Nachlaßgericht mit der Sache befaßt zu sein.

Wie die Sache dann weiter läuft? Wenn die Vereinbarung unterzeichnet ist, wird der Erbenermittler sämtliche ihm bekannten Informationen mitteilen und die Freundin muß dann versuchen, damit ihren Anteil am Erbe ausgezahlt zu bekommen. Gelingt das, erhält der Erbenermittler sein Erfolgshonorar. Die 39% sind im übrigen noch im Bereich des Üblichen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Erbenermittlung

Antwort
von robinek, 48

Zunächst unterliegt die Erbenermittlung einem/dem Nachlassgericht, auch dieses beruft sich je nach dem auf eine Erbenermittlung. Würde den vorliegenden Vertrag überprüfen lassen. Honorare zwischen 20 und 40% sind üblich. Meistens kann aber auch die nähere Verwandtschaft schon dem Nahlassgericht bei einer Ermittlung behilflich sein

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