Frage von takeonemillion, 102

Gebühren Anderkonto

Hallo, vielleicht habe ich ja Glück und mir kann jemand weiterhelfen,

Wir haben ein Haus gekauft und sind dann bei dem vom Käufer vorgeschlagenen Notar hingegangen. In dem Kaufvertrag wurde auch ein Anderkonto vereinbart. Hierzu muss man sagen, dass das Haus ursprünglich von jemand anderen gekauft werden sollte, der abgesprungen ist und der Kaufvertrag schon fertig war und nur die Namen geändert wurden. Der Notar hat uns nicht ein einziges Mal darüber informiert, dass die Abwicklung des Anderkontos knapp 700 EUR !! kostet. Das habe ich durch Zufall im Internet gelesen. Es besteht überhaupt kein Grund für das Anderkonto. Das Geld liegt zum Teil bei uns und zum Teil bei der Bank. Das Grundbuch ist lastenfrei. Die Eintragung im Grundbuch ist nun erfolgt und wir würden gerne an den Verkäufer überweisen. Ist für die Bank und für uns auch gar kein Problem. Jetzt sagte der Notar, wir müssen auf das Anderkonto überweisen, weil wir es ja unterschrieben haben, sonst müsste der Kaufvertrag geändert werden.

Jetzt die Frage: Darf er das? Es besteht kein Sicherungsinteresse und er will m. E. nur die Gebühren kassieren. Es geht hier wirklich nur um das reine Ausüben einer Überweisung. Dafür bin ich nicht bereit 700 EUR zu bezahlen, eigentlich noch nicht mal einen Euro, weil es für mich auch keinen Sinn macht.

Hätte der Notar gesagt, dass das Anderkonto Gebühren kostet, hätten wir das so niemals unterschrieben. Selbst die Bank sagt ja, dass sei völliger Quatsch. Kann mir hier jemand weiterhelfen? Muss ich das so wirklich akzeptieren? Hätte er uns informieren müssen, dass zusätzliche Kosten hierfür entstehen? Es kann doch nicht zum Allgemeinwissen gehören, dass ein Anderkonto Geld kostet. Wäre echt froh über jede Info. Mir liegt das doch sehr im Magen das Thema, weil ich mich total über den Tisch gezogen fühle.

Antwort
von Franzl0503, 102

takeonemilloion:

Eine Beurteilung ist nur möglich, wenn man den vollständigen Inhalt des Vertrags und den Auftrag an den Notar kennt.

Grundsätzlich: Bei einer überflüssigen Überweisung des Kaufpreises auf Notaranderkonto gilt § 21 GNotKG, der die "Nichterhebung von Kosten" behandelt. "Kosten, die bei richtiger Behandlung der Sache nicht entstanden wären, werden nicht erhoben."

Empfehlung: Unter ausdrücklichem. Vorbehalt zahlen und den Notar informieren, dass seine Rechnung mit Schilderung des Sachverhalts dem Landgericht zur Prüfung vorgelegt wird.

Wichtig: Die Eigentumsumschreibung nicht verzögern.

Antwort
von billy, 78

Da bleibt wohl kein anderer Weg als den Kaufvertrag zu ändern. Natürlich hätte der Notar über die Gebühren für das Notaranderkonto informieren müssen. Lassen Sie sich in Ruhe über die sichere Abwicklung Ihres Immobilienvertrags durch Ihren Notar beraten. Bei rechtzeitiger Planung kommen Sie aller Regel ohne ein Notaranderkonto aus. Die direkte Abwicklung ist häufig nicht nur sicher und schnell - sie ist auch kostengünstiger.

Kommentar von takeonemillion ,

Da ist ja das Problem. Er hat uns nicht darüber informiert. Er hat uns überhaupt nicht beraten über die Abwicklung oder die Kosten des Kontos. Hätte ich das nicht zufällig im Internet gelesen, wäre ich wahrscheinlich bei der Rechnung hintenübergekippt. Ich habe ihn ja dann selbst drauf angesprochen und da sagte er halt. Wir haben es unterschrieben, also muss es auch so gemacht werden. Verstehe es echt nicht, dem Verkäufer ist es egal, von wem er das Geld bekommt, die Bank würde ihren Teil auch an den Verkäufer direkt überweisen und wir unseren Teil auch. So und alle Seiten sind glücklich. Nur der Notar nicht. Ganz im Gegenteil, wir haben ja gefragt, was das ganze kostet und da sagt er so um die 1000 EUR.. Mittlerweile haben wir schon 2.000 EUR an ihn überwiesen und da ist ja irgendwie noch kein Ende in Sicht anscheinend. Darauf habe ich ihn auch angesprochen und da meinte er, er habe ja 1. von 1000 netto geredet und 2. ja nur von dem Kaufvertrag. Da "hätten wir uns wohl mißverstanden". Wir haben aber gefragt, was uns der ganze Spaß den so kostet, genauso waren unsere Worte. Das kann der Verkäufer auch bezeugen und wie gesagt, jetzt sind wir schon bei 2.000 und wer weiß was noch alles kommt. Die Rechnung fürs Anderkonto ist in den 2.000 noch nicht drinne und wer weiß, was jetzt noch kommt für die "Arbeiten mit dem Grundbuchamt" Ich fühle mich halt total veräppelt.

Antwort
von barmer, 77

Hallo, Du hast in der Sache recht und das Anderkonto ist auch weitgehend aus der Mode gekommen.

Aber der Notarvertrag ist so unterschrieben und von beiden Seiten einzuhalten. Und es wird sicher nicht billiger, wenn Du das ganze jetzt mit Einverständnis des Verkäufers neu aufrollen willst. Hat der Notar denn über seine anderen Gebühren aufgeklärt oder willst Du die auch nicht zahlen ?

Kannst ihm höchstens eine schlechte Bewertung in einem Portal reindrücken.

Augen zu und durch !

Barmer

Kommentar von takeonemillion ,

Hallo Barmer, schau mal in meine Antwort an Billy, da habe ich Deine Frage eigentlich schon mit beantwortet. Er sagt 1.000, mittlerweile sind es 2.000. Das hat mich auch geärgert, aber ich habe es überwiesen.

Es geht jetzt wirklich nur um das überflüssige Anderkonto. Die Bank will auszahlen und wir müssen nur noch den Rest zuschiessen und die Sache ist erledigt und wir bekommen dann schon den Schlüssel. Ich will halt nicht auf das Anderkonto überweisen. Ach und der Verkäufer hat keine Lust dazu, noch mal zum Notar zu kommen. Wäre ja auch Blödsinn irgendwie, da wir wirklich am Ende der Abwicklung sind. Die Eintragung im Grundbuch ist auch durch. Wenn ich direkt überweise, halte ich doch meinen Teil des Kaufvertrages, die Zahlung, ein und der Verkäufer doch auch, er gibt mir schließlich das Haus. Ich würde dem Notar halt gerne sagen, dass er seiner Aufklärungspflicht nicht nachgekommen ist und dass ich die Rechnung wenn sie kommt nicht überweise und auch nicht überweisen muss. Weiß aber halt nicht, inwieweit ich da im Recht bin. Hatte schon beim Landgericht angerufen, da gibt es so eine Beschwerdestelle. Die sagen aber, sie dürfen mir keine Auskunft geben, erst wenn die Rechnung gestellt wurde und ich Beschwerde einreiche. Dann prüfen die das. Aber das ist doch ein immenser Aufwand alles. Nachher heisst es dann noch. ja hätten sie mal nicht auf das Anderkonto überwiesen, jetzt haben sie es ja auch genutzt und er hat seine Arbeit mit der Überweisung getan...

Kommentar von barmer ,

ja, das Problem ist nur, dass Ihr den Notar noch braucht für die Umschreibung, ggf. noch mehr.

Du gehst das theoretische Risiko ein, dass der Käufer mit dem Geld abhaut und das Haus nicht übergibt. Und da Du den Vertrag nicht eingehalten hast, kannst du schlecht geben ihn vorgehen ! Das ist klar ?!

Viel Glück

Barmer

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