Frage von Rujen, 1.537

Kann ich beim Finanzamt eine Fünftelregelung bei Einmalauszahlung meiner Pensionskasse beantragen?

Folgender Sachverhalt: - Betriebliche Altersvorsorge, nur vom Arbeitnehmer finanziert, - vor 2005 abgeschlossen, keine Grundzulagen und keine pauschalierte Besteuerung der Einzahlungen, - Auszahlung als Einmalsauszahlung beim Renteneintritt......nur leider in dem Jahr, wo auch nichtselbständige Einkünfte vorliegen und die BMG erhöhen, also volle nachgelagerte Besteuerung

Nun wurde von der Versicherung vorgeschlagen, beim Finanzamt eine Fünftelregelung zu beantragen? Der Steuerberater lehnt das ab, weil hier nicht zulässig.

Sollte es man trotzdem im Rahmen eines Einspruchs versuchen? Besteht da eine Chance?

Antwort
von Rentenfrau, 1.537

Hallo Rujen, wenn Du meinst, Dein Steuerberater liegt falsch, kannst Du es natürlich beim Finanzamt mit einem Einspruch versuchen, es ist Dein gutes Rente eine Absage des Finanzamt mit diesem Rechtsmittel überprüfen zu lassen.

Antwort
von Rujen, 1.403

Wie sieht es aus mit ( BFH, Urteil vom 23.10.2013, IX R 3/12, DStR 2013, 2614, Streitjahr 2009) ? Zwar geht es hier um 22 Nr. 1EstG und nicht um Nr.5, aber sind die erläuterten Voraussetzungen zur Anwendung 34 EstG (außerordentliche Einkünfte = atypische Zusammenballung von Einkünften) nicht auch für Nr.5 anwendbar?

Kommentar von LittleArrow ,
Kommentar von Rujen ,

Genau das meine ich... Und zwar Punkt 6. in dem urteil geht es um basisabsicherung (1.Säule). Die Frage ist nun, ob man bei der Zusatzversicherung (2.Säule).... die hier anscheinend vorliegt... nicht genauso argumentieren könnte???

Antwort
von barmer, 1.088

Hallo,

direkt vom unversteuerten Einkommen abgezogen ? Dann greift nachgelagerte Besteuerung und dann war die Entscheidung zur Einmalzahlung nicht geschickt.

Wenn aus versteuertem Einkommen gezahlt, wäre nur der Ertrag steuerpflichtig. 12 Jahre nicht erreicht ?

Wann Fünftelregelung möglich ist, sollte der StB wissen. Ist der Steuerbescheid schon da ? Hatten wir den Fall nicht vor einigen Tagen schon ? Und es sind noch die gleichen Fragen offen.

Viel Glück

Barmer

Kommentar von Rujen ,

12 jahre wurden nicht erreicht. Die Geschichte hatten wir tatsächlich. Nun steht schon mal fest, dass es sich um eine volle besteuerung handelt. Die Frage über Fünftelregelung bleibt jedoch:) Die Altersvorsorge ist schon eine ziemlich komplizierte geschichte. Da kennt sich nicht jeder FA- Mitarbeiter und Steuerberater damit aus, wenn sie nicht wirklich davon betroffen wurden. Deswegen erhoffe ich mir eine Antwort von jemandem, der sich tatsächlich damit beschäftigt hat.

Kommentar von barmer ,

Hallo,

es ist schon sehr ungewöhnlich, dass unversteuertes Einkommen vor 2005 in der Pensionskasse landet. Es müßte pauschal oder individuell versteuert worden sein.

Es gab das Modell, dass der Arbeitgeber den Barlohn in eine Pensionszusage umgewandelt hat und das Geld in einer Rückdeckungsversicherung eingezahlt wurde. Diese Versicherung bestimmt auch die Höhe der Zusage. Es bleibt aber steuerlich eine Direktzusage und der Arbeitnehmer hatte keine Rechtsbeziehung zur Versicherung.

Ohne die Unterlagen aus der Zeit des Abschlusses kann man hier kaum alles aufklären.

Kommentar von FREDL2 ,

@barmer

es ist schon sehr ungewöhnlich, dass unversteuertes Einkommen vor 2005 in der Pensionskasse landet

Das finde ich auch. Hier sind nicht nur für den Fragenden einige Fragen offen. Er/Sie meint jedoch

Da kennt sich nicht jeder FA- Mitarbeiter damit aus

Die Sorge könnte ich nehmen. Im Ernstfall kennt derjenige, der sich nicht auskennt, immer den mit den 3 Streifen am Ärmel - und der kennt sich aus. ;-))

Antwort
von barmer, 1.185

Hallo,

bereits vor 2 Monaten haben wir festgestellt, dass die Sache unklar und widersprüchlich ist.

Ohne weitere Informationen, idealerweise Unterlagen zum Abschluss, gibt es keine neuen Erkenntnisse.

Ich vermute, dass es sich um eine durch Gehaltsumwandlung finanzierte Direktzusage handelt. Wenn Du das mit einem Stück Papier des Arbeitgebers oder der LV belegen kannst, werden FA und StBerater das vielleicht einsehen.

Viel Glück

Barmer

Kommentar von Rujen ,

Auf Nachfrage bei der Versicherung, wurde mir mitgeteilt, dass es sich um eine Gehaltsumwandlung handelt, die nicht pauschal versteuert wurde. Der Bescheinigung kann man entnehmen, dass es sich um eine Pensionskasse handelt. Finanziert wurde das Ganze nur vom Arbeitnehmer.

Kommentar von barmer ,

ja, die Pensionskasse hat das Geld angelegt. Wenn das aber unversteuert dort landet, ist das nicht die übliche Anlage über eine Pensionskasse und das Fünftelverbot dürfte hier nicht greifen. Aber dafür braucht man das Zauberwort "Direktzusage" oder "Pensionszusage" in Unterlagen des Arbeitgebers.

Was sagt denn der Arbeitgeber dazu ?

Viel Glück

Barmer

Antwort
von FREDL2, 932

Der Steuerberater lehnt das ab, weil hier nicht zulässig.

Womit er Recht hat.

Die Fünftelregel gibts nur für die einmalige Kapitalauszahlung aus einer Direktzusage oder Unterstützungskasse, nicht aber aus einer Direktversicherung, Pensionskasse oder einem Pensionsfonds (BMF-Schreiben vom 20.1.2009, BStBl. 2009 I S. 273 Rz. 269);

Kläre Du erstmal, wie die PK-Einzahlung bis 31.12.04 gelaufen ist. Bis zu dem Zeitpunkt muss nämlich eine Pauschalversteuerung vorgelegen haben und somit wären diese Beitragszahlungen,bzw, die auf diesen Zeitraum entfallenden Beträge gar nicht steuerpflichtig. Anschliessend wäre es nett zu wissen, ob zur steuerfreien Gehaltsumwandlung optiert wurde oder nicht. Ich nehme zwar ja an, aber ich weiss es natürlich auch nicht.

Besteht da eine Chance?

Weswegen? Nur weil Du vielleicht freundlich bittest, wird kein FA geltendes Recht für Dich ändern.

Kommentar von Rujen ,

So wie die Frau von der Versicherung mir mitgeteilt hat, ist das eine Kapitalauszahlung. Es hat mit Riester nichts zu tun, wurde von AG nicht mitfinanziert und auch nicht pauschal besteuert ( Einzahlungen).

Kommentar von Rujen ,

Eine Chance besteht, meiner Meinung nach, wenn die beim FA über geltendes Recht nicht so informiert sind. Habe mehrmals versucht beim FA nachzufragen wie die Besteuerung aussieht. Da wurde mir doch tatsächlich die Geschichte mit 50% steuerfrei erzählt. Manchmal frag ich mich ob manche Mitarbeiter überhaupt ausgebildet wurden.

Antwort
von FREDL2, 833

Was willst Du nochmals? Deine Frage ist abschliessend beantwortet.

Eine Chance besteht, meiner Meinung nach, wenn die beim FA über geltendes Recht nicht so informiert sind.

Das kannst Du nur als Scherz gemeint haben. Denkst Du, ein Azubi entscheidet über so einen Sachverhalt?

Kommentar von Rujen ,

Ist die nicht. Eigentlich hoffe ich auf eine hilfreiche Antwort und nicht auf dumme Kommentare....danke.

Kommentar von FREDL2 ,

@Rujen: Du hoffst auf einen, der Dir nach dem Mund redet. Die richtige Antwort wurde bereits gegeben, doch sie gefällt Dir nicht. Tja, kein Schw.... ist so hart wie das Leben.

Antwort
von Gaenseliesel, 652

Hallo hoernim,

du hast alle Antworten zur Ursprungsfrage gelesen. 

Zielführender wäre es, wenn du deine spezielle Frage formulieren würdest.

Gruß ! 

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