Frage von Radius80, 128

Freibetrag p Konto?

Hab echt Angst das ich kein geld diesen Monat zu Verfügung habe. mein Problem : Fangen wie von an: Hab ein p konto : 01. 09 Guthaben von Vormonat 300€ 05.09 Gehalt 1800€ 15.08 190€ Kindergeld Freibetrag ausgeschöpft (ca 1800 mit 2 weitere Personen im Haushalt) Ca 300 auf den Konto, die ich nicht abheben kann, da Freibetrag ausgeschöpft. Am 30.09 wieder 1800 Gehaltseingang. Kontostand 30.09 1800€+300€=2100€. So jetzt die frage: ist das gesamte Geld weg oder habe ich meinen Freibetrag von 1800€ zur Verfügung?

Antwort
von Juergen010, 106

Die Freibetragsrechnung beginnt mit jedem Monatsersten neu zu laufen.

Den Freibetrag hast Du also auf jeden Fall zur Verfügung. "Angesparte", also aus dem Vormonat "übriggebliebene" Beträge (hier die 300 €) werden erst nach eine sechswöchigen Frist an den Gläubiger ausgekehrt.

Wenn deine Daten also stimmen, solltest Du über die 2100 € bis zum 15. des Monates verfügen können.

Rat deshalb: Überschüssige Geld spätestestens zum Monatsende abheben. Dein Kopfkissen ist manchmal dein bester Freund ..;-)

Kommentar von Frankie4 ,

Wie kommen Sie auf Ihre Annahme, es würde eine sechswöchigen Auskehrungsfrist für Zahlungen an den Pfändungsgläubiger bei Kontopfändungen geben? Aus der ZPO / dem Gesetz können Sie das nicht haben; das steht da so nämlich nicht drin. § 850k Abs. 1 S. 3 ZPO lautet "Soweit der Schuldner in dem jeweiligen Kalendermonat nicht über Guthaben in Höhe des nach Satz 1 pfändungsfreien Betrages verfügt hat, wird dieses Guthaben in dem folgenden Kalendermonat zusätzlich zu dem nach Satz 1 geschützten Guthaben nicht von der Pfändung erfasst." Je nach Zahlungseingang (und Monat mit 28/29/30/31 Tagen) können gepfändete Kontoguthaben dadurch zwischen 29 und bis zu 61 Tage auf einem P-Konto stehen bleiben, bevor sie von der Drittschuldnerin abgeführt werden müssen.

Kommentar von Juergen010 ,

Richtig bemerkt.

Genau aus diesem Grund hat sich in der Bankenpraxis der Durchschnitt aus 30 / 60 Tagen, mithin also die genannten 6 Wochen, herausgebildet.

Antwort
von ellaluise, 92

Schon mal darüber nachgedacht das Kindergeld ggf. auf das Konto des (eines) Kindes überweisen zu lassen? Wenn das Kind dann für die Bedürfnisse des/der Kinder verwendet wird, ist doch alles gut.

M.E. ist das legal.

Kommentar von Frankie4 ,

Das ist nicht legal. Anspruch auf Kindergeld hat man nur für seine Kinder, § 1 BKK. Und das Konto eines anderen Kindes ist für solche Mauscheleien Tabu. Das nennt man auch Kontoleihe. Damit bewagt man sich im Bereich der Geldwäsche, verstößt gegen § 154 AO (Kontenwahrheit und -klarheit) und vertragliche Regelungen, wonach das jeweilige Konto nur für eigen Rechnung (nicht für fremde Zahlungsvorgänge, auch nicht mit Vollmacht!) genutzt werden darf. Ggf. wird man sogar als Finanzagent mit der BaFin Problem bekommen. Und strafrechtlich kann es sich um eine nach § 288 StGB strafbare Zwangsvollstreckungsvereitelung handeln. Wenn es auffliegt, ist meist das Konto weg. ... Schlechter Rat. Wie wäre es einfach mit einem Antrag auf Erhöhung des P-Kontofreibetrags um das Kindergeld (geht natürlich nur, wenn das Kindergeld auf das P-Konto des Berechtigten kommt).

Kommentar von ellaluise ,

Grundsätzlich ist es legal das Kindergeld auf ein Konto des Kindes zu überweisen. Das Kindergeld dient nämlich dem Unterhalt des Kindes und ist übliche Praxis Kindergeld auch direkt auf das Konto eines (älteren) Kindes zu überweisen, als Unterhalt!

Kindergeld ist zweckgebunden zum Unterhalt der Kinder und ist kein pfändbares Einkommen (außer durch das Kind selbst).

Das ganze bezieht sich auf "Kontopfändung" nicht auf Insolvenzverfahren.

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