Frage von hazelnut91,

Freiberufliche Selbstständigkeit - Welche Steuern muss ich entrichten?

Hi Community,

ich möchte mich ab August nach meiner Ausbildung als Freiberufler selbstständig machen. Als Freiberufler brauche ich mir ja kein Gewerbe anzumelden.

Wie sieht das mit der Steuer aus? Ich habe gelesen, dass ich auch als Freiberufler wählen kann, ob ich die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehme oder doch Steuern auf meinen Rechnungen ausweise. Ist das so weit richtig?

Nehmen wir an es, wäre so, und ich nehme dann auch die Kleinunternehmerregelung in Anspruch, und würde dann auch keine Umsatzsteuern einziehen. Gehe ich dann richtig der Annahme, dass ich dann selbst auch keine Steuern an das Finanzamt entrichten muss?

Falls das nicht so sein sollte, welche Steuern müsste ich dann entrichten? Wie sieht es mit der Umsatzsteuer aus, die ich selber abführe, wenn ich im Auftrag eines Kunden beispielsweise etwas bestelle? Wo bekomme ich diese wieder zurück?

Antwort vom Steuerberater online erhalten
Anzeige

Schnelle und günstige Hilfe für Ihre Steuerfrage. Kompetent, von geprüften Steuerberatern.

Experten fragen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Kevin1905,

Du musst unterscheiden zwischen Umsatz- und Einkommensteuer.

Wenn dein Umsatz im ersten Jahr voraussichtlich 17.500,- € nicht übersteigt kannst du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen. Wenn du jetzt schon absehen kannst, dass du hier drüber liegen wirst erübrigt sich die Frage, denn dann bist du Regelunternehmer so oder so.

Einkommensteuerpflichtig ist der Gewinn zzgl. evtl. sonstiger steuerpflichtiger Einkünfte abzgl. der Sonderausgaben und Vorsorgeaufwendungen. Dies nennt sich das zu versteuernde Einkommen. Einkommensteuer wird erhoben ab einem zvE von 8.130,- € pro Jahr bei Ledigen.


Wie wäre es mal mit einem Gründerseminar seitens der IHK und der Suche nach einem geeigneten Steuerberater. Scheint mir hier doch angebracht zu sein.

Antwort
von Mikkey,

Deine Fragen wurde imn Wesentlichen bereits beantwortet, ich möchte Dich nur auf eine Falle aufmerksam machen:

wenn ich im Auftrag eines Kunden beispielsweise etwas bestelle?

Mit solchen Tätigkeiten, insbesondere, wenn Du dabei eine Marge draufrechnest, bist Du ruck zuck die Eigenschaft als Freiberufler los.

Ansosten bekommst Du die von dem Kunden wieder zurück, der die aber seinerseits nicht als Vorsteuer abziehen kann.

Antwort
von Tina34,

Böse Falle, du bist gerade mit grenzenloser Ahnungslosigkeit unterwegst.

  1. ich würde ich dir mal ein Existensgründerseminar bei der IHK empfehlen
  2. such dir einen Steuerberater deines Vertrauens da gibt es ganz viel zu beachten

  3. liest du diesen Tip:

http://www.finanzfrage.net/tipp/kleinunternehmer

Antwort
von obelix,

ich denke, du solltest bei deinem Vorhaben einen fachlichen Rat hinzuziehen, z.B. einen Steuerberater. Deine Frage lässt vermuten, dass du fachlich noch nicht auf der Höhe bist.

Auf den Rechnungen weist du nur eine Steuer aus: die Umsatzsteuer. Bist du KU, dann weist du sie nicht aus.

Welche Steuern zahlen? Wenn du kein KU bist, dann führst du die USt an das FA ab und rechnest die Vorsteuer gegen, von der du im letzten Absatz sprichst. Wenn du KU bist, dann kannst du die Vorsteuer nicht geltend machen.

Lies mal hier zum Thema KU www.finanzfrage.net/tipp/kleinunternehmer

An der Einkommensteuer kommst du nicht vorbei - auch nicht, wenn du selbständig bist. Die zahlt jeder.

Antwort
von Privatier59,

Ist das so weit richtig?

Statt Rätselraten zu spielen kannst Du auch ins Gesetz schauen:

http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__19.html

Da ist der Kleinunternehmer definiert. Überschreiten die Umsätze die dort genannten Grenzwerte hat man keine Wahlmöglichkeiten mehr, dann muß man Umsatzsteuer ausweisen.

auch keine Steuern an das Finanzamt entrichten muss?

Der Plural ist nicht angebracht. Einkommensteuerpflichtig sind auch Kleinunternehmer.

Wie sieht es mit der Umsatzsteuer aus, die ich selber abführe, wenn ich im Auftrag eines Kunden beispielsweise etwas bestelle? Wo bekomme ich diese wieder zurück?

Wer keine Umsatzsteuer ausweist kann auch keine Vorsteuer abziehen, wovon denn auch?

Kommentar von hazelnut91 ,

Was passiert, wenn ich die Grenzwerte überschreite, wusste ich bereits! :-)

Ok, ich werde mich dann mal mit der Einkommenssteuer auseinandersetzen.

Kommentar von hazelnut91 ,

Wenn ich im Auftrag einem Kunden also etwas im Auftrag bestelle, kann ich ihm das aber auch mit den gleichen Kosten in Rechnung stellen, die ich selber auch habe? Nehmen wir mal an ich zahle 10,00 € (MwSt. eingerechnet) für etwas, kann ich demjenigen dann auch 10,00 € dafür berechnen oder MUSS ich davon dann die Umsatzsteuer abziehen?

Kommentar von EnnoBecker ,

kannst Du auch ins Gesetz schauen:

...oder in diesen leicht lesbaren und gut verständlichen Tip hier: http://www.finanzfrage.net/tipp/kleinunternehmer

kann ich demjenigen dann auch 10,00 € dafür berechnen oder MUSS ich davon dann die Umsatzsteuer abziehen?

Die nicht als Vorsteuer abzugsfähige Vorsteuer sind bei dir Anschaffungskosten, § 9b (1) EStG Umkehrschluss. In diesem Falle also Kosten, die natürlich in der Preiskalkulation zu berücksichtigen sind.

Antwort
von senior9,

1.) Wer sind hauptsächlich deine Kunden (Privatleute = Kleinunternehmerregelung eher von Vorteil / Firmen = Regelbesteuerung von Vorteil) 2.) Tätigen von größeren Investitionen = Regelbesteuerung eher von Vorteil, aber für einen Zeitraum von 5 Jahren durchrechnen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community