Frage von flockati, 1.571

Frau in Steuerklasse 5, Mann in Steuerklasse 3 - regelmäßig hohe Nachzahlung - Änderung sinnvoll?

Die Eheleute (Ehemann vollzeitbeschäftig in Steuerklasse 3) (Ehefrau teilzeitbeschäftigt in Steuerklasse 5) haben jedes Jahr höhere Nachzahlungen zu leisten. Sollten sie die Steuerklasse ändern lassen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von LittleArrow, 1.571

Sollten sie die Steuerklasse ändern lassen?

Was soll denn für diese uns unbekannten Leute als Entscheidungskriterium (Zielfunktion?) richtig sein? Eine möglichst niedrige oder hohe Nachzahlung? Bekommen sie eher eine psychische Krise oder einen Adrenalinstoß, wenn sie eine Nachzahlungsforderung des Finanzamtes erhalten? Oder freuen sie sich, dass sie zwischenzeitlich mit den gesparten Lohnabzügen erfolgreich an der Börse spekulieren konnten;-) Oder können sie mit den vorübergehend "gesparten" Steuerabzügen so schlecht haushalten, dass sie diese völlig auf den Kopf hauen und anschließend Ebbe in der Kasse ist, wenn die Nachforderung fällig ist?

Übrigens die Bezeichungen des Beschäftigungsstatus "vollzeitbeschäftigt" oder "teilzeitbeschäftigt" sind für die gestellte Frage einigermaßen unbedeutend, es sei denn, man unterstellt populistisch bzw. vorurteilsbelastet, dass eine teilzeitbeschäftigte Ehefrau immer weniger verdient als ihr vollzeitbeschäftigter Ehemann. Wenn Du Dir nur mal den Fall vorstellen könntest, dass die teilzeitbeschäftigte Ehefrau immer noch ein höheres Bruttogehalt als ihr vollzeitbeschäftigter Ehemann hätte (solche Fälle soll es geben!), dann wäre vielleicht sogar ein Tausch der Steuerklassen sinnvoller;-)

Antwort
von Mikkey, 1.424

Da das noch niemand hier geschrieben hat...

Es gibt seit einigen Jahren die Steuerklasse IV mit Faktorverfahren. Sind bei beiden Ehepartnern weitgehend gleichbleibende Gehälter zu erwarten, kann das so abgestimmt werden, dass der Steuerabzug vom Lohn sehr nah an der resultierenden Steuerlast liegt. Steuernachzahlung oder Erstattung liegen dann sehr nah bei Null.

Antwort
von Primus, 1.279

Hier noch eine Erklärung zu der Antwort von Mikkey:

Warum gibt es das Faktorverfahren?

Durch das neue Faktorverfahren soll ein Anreiz geschaffen werden, auch dann eine Arbeit aufzunehmen, wenn der Partner deutlich mehr verdient.

Unbeschränkt einkommensteuerpflichtige Ehegatten, die nicht dauernd getrennt leben und die beide Arbeitslohn beziehen, erhalten für den Lohnsteuerabzug jeweils die Steuerklasse IV. Auf gemeinsamen Antrag können sie die Steuerklasse III (in der Regel für den Höherverdienenden) und die Steuerklasse V wählen.

In der Steuerklasse V entsteht eine verhältnismäßig hohe Lohnsteuerbelastung. Sie ist deutlich höher als in Steuerklasse IV. Der Gesetzgeber vermutet, dass diese hohe Lohnsteuerbelastung eine Hemmschwelle für eine Beschäftigungsaufnahme darstellt. Es verzichten also beispielsweise viele Frauen auf darauf, eine vergleichsweise niedrig bezahlte Arbeitsstelle anzunehmen, weil mit Lohnsteuerklasse V kaum etwas vom Verdienst übrig bleibt.

Mit dem zusätzlichen Faktor bei Steuerklasse IV soll erreicht werden, dass bei dem jeweiligen Ehepartner mindestens die ihm persönlich zustehenden Abzugsbeträge beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt werden (Grundfreibetrag, Vorsorgepauschale, Sonderausgaben-Pauschbetrag und Kinderfreibetrag). Der Vorteil des Splitting-Tarifs wird also schon beim monatlichen Abzug der Lohnsteuer auf beide verteilt.

Kommentar von Mikkey ,

Gut geschrieben...

Es kann auch genutzt werden, um Steuervorauszahlungen zu vermeiden, die das Finanzamt zusätzlich zu einer satten Nachzahlung gern festlegt. - Für manchen ist es weniger schlimm, wenn er das Geld garnicht erst in die Hand bekommt, als wenn er es selbst ans Finanzamt zahlen muss ;-)

Kommentar von Primus ,

Danke :-))

Für manchen ist es weniger schlimm, wenn er das Geld gar nicht erst in die Hand bekommt, als wenn er es selbst ans Finanzamt zahlen muss ;-)

Dazu zähle ich mich auch, denn was ich einmal habe, gebe ich ungerne wieder her :-)))

Antwort
von Gaenseliesel, 1.012

wie die Vorredner schon richtig schreiben, diese Steuerklassenwahl wird zwar als die günstigere geraten aber wenn euch die jährlichen Nachzahlungen nerven, dann könnt ihr sie auch in 4 / 4 ändern lassen. Kommt darauf an wie man es mit dem Sparen so regelt ( wg. der Nachzahlung ). Kann ggf. besser sein, sich bei 4/4 auf eine Erstattung freuen zu können. K.

Antwort
von Kevin1905, 885

Könnte man man machen in der Tat.

Antwort
von barmer, 838

Nein. Wenn sie es schaffen, die Nachzahlung nicht vorher auszugeben.

Im Fall 4/4 würden Sie dem Finanzamt Geld leihen. Der endgültige Gesamtbetrag an Steuern hat mit der Steuerklasse nichts zu tun.

Viel Glück

Barmer

Antwort
von qtbasket, 811

IV / IV - da wird dann schon mehr abgezogen vom Arbeitgeber, das bedeutet zwar vermutlich weniger Nachzahlung, aber grundsätzlich ändert sich nicht viel insgesamt beim zum versteuerenden Einkommen.

Antwort
von SBerater, 905

die Nachzahlungen wären mir egal, ich würde mich gar freuen. Ich würde das Geld, das ich nachzahlen muss, abschätzen und anlegen. Es ist allemal besser, ein Paar Euros an Zinsen zu bekommen (z.B. durch ein Tagesgeldkonto) als dem Staat zinslos die Steuern während des Jahres vorab zu zahlen, nur um keine Nachzahlung zu haben.

Eine Konstellation IV / IV ist sicher möglich (oder auch eine V / III :) ). Damit hat man höhere Steuervorauszahlungen. Und zahlt dann weniger nach oder bekommt was raus. Die Summe der Steuerzahlung ist immer dieselbe.

Was ist besser?

Antwort
von Schiko, 763

Kaum vorstellbar, wenn das Einkommen der Frau wesentlich geringer ist wäre doch eine Rückzahlung fällig , da die Splittingtabelle für beide Einkommen auf Steuerklasse III abhebt.

MfG.

Antwort
von HilfeHilfe, 703

Hallo

ganz einfach ! Wenn man die letzten Jahre eine Nachzahlung zu leisten hatte einfach Rückstellungen auf ein Tagesgeldkonto bilden ! Dann schmerzt die nachzahlung nicht und man kriegt das Geld mickrig verzinst !

Was mich wundert das ihr keine Vorauszahlung leisten müsst ! Normalerweise ist das FA da immer sehr penibel !

Ansonsten 4+4 und über eine mögliche Steuererstattung freuen oder die Gründe der Nachzahlung prüfen und wenn möglich abstellen ( zb zu hoher Freibetrag)

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