Frage von BartS1975,

Fragen zur steuerlichen Anrechnung eines Arbeitszimmers

Ich habe vor kurzem im Keller ein Arbeitszimmer eingerichtet. Dazu habe ich zwei Fragen:

  1. Es gibt ja diesen Grundsatz, dass das Arbeitszimmer nicht anerkannt wird, wenn sich ein Bett darin befindet. Das ist hier der Fall - allerdings ein (i.d.R. fast immer hochgeklapptes) Schrankbett, das ausschließlich als Gästebett, wenn mal Besuch übernachtet, verwendet wird. Wir stehen hier die Chancen auf steuerlicher Anerkennung des Raums als Arbeitszimmer?

  2. Ich habe vor kurzem einen Heizkörper in den Raum installieren lassen. Darf ich (umsatzsteuerpflichtig) die Umsatzsteuer der Handwerkerrechnung als Vorsteuer abziehen? Bzw. ist das von der Beantwortung der ersten Frage abhängig?

Danke!

Antwort von Charli,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Das Finanzamt kann dir hier eine eindeutige Antwort geben.

Antwort von billy,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Wer ein Arbeitszimmer absetzen will, muss das Finanzamt zunächst davon überzeugen, dass der Raum fast ausschließlich beruflich genutzt wird. Die Entscheidung über die Anerkennung eines Arbeitszimmers fällt in aller Regel vom "grünen Tisch" aus. Dabei zieht das Finanzamt über Art und Umfang der Nutzung aus folgenden Kriterien Rückschlüsse für eine Anerkennung:

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  die Wohnung bietet auch ohne das Arbeitszimmer ausreichend Wohnraum für die Familie,
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  das Arbeitszimmer ist als Büroraum eingerichtet,
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  das Arbeitszimmer ist von den übrigen Wohnräumen getrennt,
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  das Arbeitszimmer wird umfangreich beruflich genutzt.

Ob die Tätigkeit des Arbeitnehmers ihrem Umfang nach ein Arbeitszimmer erfordert, ist für die Beurteilung der Abzugsfähigkeit unerheblich (BFH, 26.04.1985 - VI R 68/82, BStBl II 1985, 467). Die Anerkennung eines Arbeitszimmers dem Grunde nach ist somit nicht auf bestimmte Berufsgruppen beschränkt. Gegen eine Anerkennung spricht:

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  der Raum ist wie ein normaler Wohnraum eingerichtet,
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  im Arbeitszimmer befindet sich Unterhaltungselektronik (z.B. Fernseher, Videogeräte, Stereoanlagen)
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  es werden private Unterlagen, Literatur u.ä. aufbewahrt,
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  das Arbeitszimmer ist von anderen Wohnräumen nicht durch eine Tür getrennt (Raumteiler und Vorhänge reichen zur Trennung nicht aus),
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  der Raum wird ständig als Durchgangszimmer zu anderen Wohnräumen benutzt (BFH, 27.08.2002 - VI R 55/98, BFH/NV 2003, 150).

http://www.steuerlinks.de/steuerlexikon/lexikon/arbeitszimmer.html

Kommentar von BartS1975,

Hm, dann habe ich wohl wenig Chancen auf Anrechnung (meine HiFi-Anlage etwa ist hier drin, und private Dinge auch).

Heißt das automatisch, dass ich die USt. der Heizkörpereinbau-Rechnung auch nicht als Vorsteuer abziehen kann, oder hat das nichts damit zu tun?

Antwort von qtbasket,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Du hast keine Aussage darüber gemacht, ob du überhaupt zum begünstigten Personenkreis gehörst:

Der Bundestag hat 2010 entschieden, dass ab 2011 die Absetzbarkeit des Arbeitszimmers wieder möglich gemacht wird. Dies gilt jedoch nur für Berufstätige, bei denen das heimische Arbeitszimmer der Mittelpunkt der Tätigkeit ist. Die Regelung greift also ab dem nächsten Jahr nur, „wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.“

Wenn du zum begünstigten Personenkreis zugehörig bist, solltest du dem Finanzamt die berufliche Nutzung des Bettes plausibel machen können - Gästebett ist wohl in der Regel private Nutzung.

Kommentar von BartS1975,

Also ich bin selbständig (eine andere berufliche Tätigkeit habe ich nicht). Und prinzipiell stände z.B. das Wohnzimmer zur Verfügung, wenn ich meinen Computer dorthin schaffen würde (brauche nur den). Oder wie ist der Passus gemeint?

Kommentar von qtbasket,

Ziemlich wahrscheinlich, dass das Arbeitszimmer anerkannt wird - kommt sehr auf die Art deiner Selbstständigkeit an. Auch hier gilt: jeder Einzelfall ist anders.

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