Frage von Jlagreen, 57

Fragen zur Steuererklärung: Pendlerpauschale und Fortbildungskosten?

Hallo,

Wie der Titel es erahnen lässt, habe ich nicht eine Frage, sondern zwei Fragen, fasse sie aber lieber zusammen, da es sich um eine Steuererklärung handelt.

Frage 1:

Das Thema Pendlerpauschale an sich ist klar und ich mache das seit Jahren so, dass ich die einfachen KM x 220 Tage angebe. Nur, wenn ich mir das so genau überlege, stimmt das nicht, denn ich habe auch Dienstreisen. Die Dienstreisen werden komplett über den AG abgehandelt und tangieren das FA nicht. Nur bei genauer Betrachtung habe ich ja keine Fahrt zur Arbeit, wenn ich auf Dienstreise bin, oder? Ist es daher falsch die 220 Tage anzugeben, d.h. sollte ich genau "zählen" und meine Angabe anpassen? Gäbe es da Problem, wenn das FA von den Dienstreisen indirekt erfahren würde?

Frage 2:

Ich habe letztes Jahr mit einem Fernstudium begonnen und da sind natürlich ein Haufen Kosten angefallen (Gebühren, Fahrtkosten, Übernachtungen). Gebühren und Hotel sind ja dank Rechnung gut nachweisbar. Problematisch sind da eher die Fahrtkosten zu Präsenzveranstaltungen. Ich habe das nun so gelöst, dass ich je Semester den Präsenzplan der Steuererklärung beilege und dann auf diesem vermerke an welchen Tagen ich teilgenommen habe. Entsprechend addiere ich dann die Anzahl der Fahrten. Würde das dem Finanzamt so reichen oder sollte ich doch lieber detaillierter ein Schreiben beilegen, dass die Fahrten genau beschreibt? Und darf ich bei den Fahrtkosten jeden Km abrechnen, oder nur einfache Strecke?

Ich frage deswegen, weil es doch eine erhebliche Summe ist (>3000km gefahren) und diese sich bei mir deutlich in der Steuerlast auswirkt. Daher fürchte ich, dass das FA genauer hinschaut und einfach so mal Fahrten ablehnt und ich dann wieder Stress mit Einspruch usw. habe. Im Zweifel also lieber mehr Details?

Und wie könnte man Fahrten zu Lehrgruppen nachweisen? Brauche ich da die Unterschrift der anderen Teilnehmer? Und die dann entsprechend meine für ihre Steuererklärung?

Vielen Dank

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Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Absetzbarkeit, 51

Also mein Vorschlag zum Thema "Anzahl der Tage" ist, genau zählen, aber von oben.

Jahreskalender vor Augen. wieviel Wochenendenlagen im Jahr? + Anzahl der Feiertage, + anzahl der genommenen Urlaubstage+ Geschäftsreisen. Summe von 365/366 abziehen. Aufpassen, dass eventuell Feiertage im Urlaub lagen.

Probleme in Sachen Fernstudium wird es nicht geben. Die Idee mit dem Präsenzplan ist gut. Auch mit den Kilometern wird es dort kein Problem geben.

Antwort
von sum1sum, 48

Frage 1: das mit dem genaueren Hinsehen ist das eine. Das andere ist: wie soll das FA - wie du - ableiten, wann du nicht mehr im Büro warst? Eine Dienstfahrt heisst ja nicht zwingen, dass sie nicht im Büro beginnt.

Ich stelle mir die Frage nicht, denn wenn ich weiss, dass ich signifikant auf Dienstreisen war und nicht beim Büro gestartet bin, dann rechne ich hier die Tage beim Pendeln nicht mit ein.

Was ist das Problem, hier ehrlich zu handeln?

Frage 2: für mich sind deine Angaben schlüssig.

Kommentar von LittleArrow ,
Was ist das Problem, hier ehrlich zu handeln?

Dies zeigt sich schon bei der von Jlagreen gestellten Frage. So beginnen halt die kleinen "Steuersünder".

Lösungsvorschläge an die Politik:

  1. Gäbe es keine Entfernungspauschale, gäbe es kein Problem mehr. Als Ausgleich könnte der Werbungskostenpauschbetrag um € 500 erhöht werden, auch wenn dies nicht alle gleichermaßen entlasten würde.

  2. Der Arbeitnehmer setzt weiterhin die ca. 220 Tage an und. man verlagert das Entfernungspauschalenproblem auf den Arbeitgeber, der etwaige Erstattungsbeträge bei Dienstreisen mit Km-Geld u/o Tagegeld grundsätzlich um die (bisherige) Entfernungspauschale kürzen muss.

Kommentar von Jlagreen ,

Naja, was ist schon ehrlich?

Wenn ich ehrlich bin, reichen 0,30€/km nicht für den Unterhalt des Autos. Weiterhin fahre ich ja doppelt so viele km wie ich absetzen kann (Entfernungspauschale zählt ja nur einfache Strecke). So gesehen, wäre es "fair" bei 110 Tagen bereits 220 Tage anzugeben.

Aber solche Überlegungen dürften dem FA herzlich egal sein, daher zähle ich lieber mal nach und gebe es korrekt an.

Antwort
von Zitterbacke, 34
Ich frage deswegen, weil es doch eine erhebliche Summe ist (>3000km gefahren) und diese sich bei mir deutlich in der Steuerlast auswirkt. Daher fürchte ich, dass das FA genauer hinschaut und einfach so mal Fahrten ablehnt und ich dann wieder Stress mit Einspruch usw. habe. Im Zweifel also lieber mehr Details?

Genau . Und schon wird alles gut ! Gruß Z... .

Antwort
von LittleArrow, 30

Frage 1:

Ist es daher falsch die 220 Tage anzugeben, d.h. sollte ich genau "zählen" und meine Angabe anpassen? Gäbe es da Problem, wenn das FA von den Dienstreisen indirekt erfahren würde?

Ja, denn Deine Angaben zur Entfernungspauschale sind bewußt unrichtig.

Frage 2:

Da habe ich leider keine Erfahrung.

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