Frage von ibu800, 600

Fragen zum Kleingewerbe

Ich habe ein paar Fragen zum Kleingewerbe – manches sind wohl wirkliche Grundfragen des Steuersystems, sorry schon mal dafür - wäre aber trotzdem schön wenn sie mir jemand beantworten könnte. Danke

Betriebe ein Kleingewerbe als Nebentätigkeit – bisher waren das auch nur ein paar Euro aber dieses Jahr sind es fast 13t Euro Umsatz (Netto / Umsatzsteuerbefreiung § 19). Da ich eine Dienstleistung betreibe ist bei mir Umsatz auch gleichzeitig der Gewinn. Bei einem Steuersatz von 31% - müsste ich also über 4000 Euro an Steuern zahlen – richtig? Jetzt möchte ich schauen wo ich noch ein paar Euro rausholen kann, habe hier schon gelesen das ich meine Fahrten zum Kunden absetzen kann. Aber wie ist es mit Dingen wie Strom / Internetanschluss usw. – kann man diese auch absetzen obwohl man sie zu 80% privat nutzt? Dann hätte ich noch eine Frage zum Absetzen einer Rechnung. Angenommen ich würde einen neuen Computer für 900 Euro kaufen – wird dieser dann einfach von den 4000 Euro abgezogen? Das heißt ich müsste dann nur 3100 Euro Steuern zahlen? und wie verhält sich das bei monatlichen Kosten wie z.B. bei einem Handyvertrag? Ich unschuldige mich nochmals für die Fragen aber ihr würdet mir schon etwas weiterhelfen. Danke

Antwort
von Kevin1905, 522
Ich habe ein paar Fragen zum Kleingewerbe

Ich habe keine. Denn ich stelle mir keine Fragen zu Dingen, die es nicht gibt. Und das solltest du auch nicht tun, das lenkt nur ab.

Betriebe ein Kleingewerbe als Nebentätigkeit

Nein, du betreibst ein Gewerbe.

dieses Jahr sind es fast 13t Euro Umsatz (Netto / Umsatzsteuerbefreiung § 19)

§ 19 UStG hat mit Steuerbefreiung nichts zu tun. Was umsatzsteuerbefreit ist regelt § 4. § 19 regelt die Nicht-Erhebung der Umsatzsteuer auf generell umsatzsteuerpflichtige Umsätze bis voraussichtlich 17.500,- €. Lies den Abs. 1 des § mal genau und verstehend durch.

Alternativ: https://www.finanzfrage.net/tipp/kleinunternehmer

Da ich eine Dienstleistung betreibe ist bei mir Umsatz auch gleichzeitig der Gewinn.

Also ich habe haufenweise Selbständigkeiten gesehen - inkl. meiner eigenen - und was du da erzählst gibt es einfach nicht. Jeder Selbständige hat Fahrtkosten, Telefonkosten, Büromaterial, einfach Kosten die anfallen damit er seine Buchhaltungspflichten erfüllen kann. Oder eben die Kosten für den Steuerberater, denich dir dringend anraten würde!

Aber wie ist es mit Dingen wie Strom / Internetanschluss usw. – kann man diese auch absetzen obwohl man sie zu 80% privat nutzt?

Anteilig als Betriebsausgaben abzugsfähig.

Angenommen ich würde einen neuen Computer für 900 Euro kaufen – wird dieser dann einfach von den 4000 Euro abgezogen?

Das wäre dann meines Wissens kein GWG mehr und müsste über die gewöhnliche Nutzungsdauer (3 Jahre nach AfA wenn mich mein Gedächtnis nicht trügt) abgeschrieben werden.

und wie verhält sich das bei monatlichen Kosten wie z.B. bei einem Handyvertrag?

Wenn komplett betrieblich genutzt, 100% abzugsfähig.


Ich rate dir noch einmal hier einen Steuerberater aufzusuchen, besonders wenn du noch andere Einkünfte hast (nehme ich jetzt mal an, weil du "Nebentätigkeit" schreibst). Sonst gilt für dich wahrscheinlich am Ende was für so viele gilt:

Kein Steueberater ist teurer als ein Steuerberater

Kommentar von ibu800 ,

Jetzt nicht lachen Kevin, aber ich bin bereits bei einem Steuerberater – gebe jedes Jahr meine erstellten Rechnungen ab und dieser macht dann meine Einkommenssteuererklärung (mache ja Hauptberuflich etwas anderes sonst würde ich ja auch nicht auf die 31% kommen) und bekomm dann eine Nachzahlung usw. – habe mich bisher auch nicht sonderlich darum gekümmert ehrlich gesagt, ich weiß sehr naiv – möchte ich aber jetzt nachholen – nur wird es eben dieses Jahr ein Betrag an Steuern sein der schon etwas größer ist – und man kommt dann schon ins Grübeln. Mir kommt es bei diesem Steuerberat vor als würde man mich als kleinen „Fisch“ nicht ernst nehmen – man bekommt auch keine Tipps was man noch machen könnte usw. – das ich den Steuerberater wechseln muss steht denke ich außer Frage – wollt mich hier nur etwas Informieren – damit ich in etwa abschätzen kann was möglich ist.

GWG und AFA ? ;) – dank dir aber trotzdem schon mal für deine Antwort Kevin

Netto habe ich aus dem Grund geschrieben da die 17.500 Euro glaube ich inklusive Mehrwertsteuern sind – und ich aber auf meinen Rechnungen keine Mehrwertsteuer auszeichne – und daher auf 13t Euro ohne Mehrwertsteuer komme.

Antwort
von wfwbinder, 429

Die unpräzisen Ausdrücke und Halbwahrheiten seinen Dir als Laien entschuldigt, aber wenn Du schreibst, dass Du einen Steuerberater hast, dann wird mir Angst und Bange.

  1. Es gibt kein Kleingewerbe, sondern nur Gewerbe im Haupt-, oder Nebenerwerb.

  2. Kleinunternehmer ist ein Begriff aus der Umsatzsteuer (und nur dort) und bezeichnet einen Unternehmer, dessen Vorjahresumsatz (Einnahmen) 17.500,- Euro nicht überschritten hat. bei dem wird die Umsatzsteuer nicht erhoben. Das bedeutet nicht, dass die Umsätze steuerfrei sind. Die Steuer wird nur nicht berechnet, nicht ausgewiesen und eben nicht kassiert. (Für einen Laien mag das nach steuerfrei klingen, es gibt aber wichtige Unterschiede).

  3. Wieso sind bei 13.000,- Umsatz die gleich Deinem Gewinn? Musst Du nie mit einem Kunden telefonieren? MAchst Du für die Tätigkeit nichts im Internet? kommen die Kunden alle zu Dir nach Hause, aber du brauchst dort trotzdem keinen Arbeitsraum? Du machst in deiner Tätigkeit keine Fortbildung? Aus meiner Sicht müsstest Du einiges an Kosten haben.

  4. Andere FRage, sind DEine Kunden alles Privatleute? Oder sind es Unternehmer. Wenn es Unternehmer sind, dann welche mit Vorsteuerabzug? Also keine Ärzte usw. Dann hätte Dir Dein Steuerberater nämlich raten müssen, für die allgemeinen Vorschriften des Umsatzsteuergesetzes zu optieren, weil Du aus Deinen Kosten udn Anschaffungen (neues Notebook, Internetzugang, Telefon usw. die Vorsteuer abziehen könntest udn bei Deinen Rechnungen würdest Du die 19 % aufschlagen, was die Kunden nciht interessiert, denn die ziehen sie ab.

Kommentar von ibu800 ,

Danke das ihr euch so viel Zeit und Geduld nehmt – mein vielleicht auch gefährliches Halbwissen habe ich mir zum Teil aus dem Internet herausgelesen… eventuell noch mit den falschen Begrifflichkeiten. Ok dann betreibe ich ein Nebengewerbe ;)

Das ich nicht Steuerbefreit bin ist mir klar – mein Umsatz/Gewinn wird mir ja zum Einkommen dazugerechnet – und eben mit 31% besteuert – richtig? Ich hoffe das ist nicht noch mehr – denn sonst würde sich das alles vielleicht gar nicht mehr lohnen.

Ich bin Hauptberuflich Programmiererin und mache dies auch als Nebengewerbe – wenn man es wirklich genau nimmt fallen fast keine Kosten (außer vielleicht Internet) an – ich nutze OpenSource Programme , telefoniere mit den Kunden über Skype usw. – wenn ich aber ein Telefon oder Computer absetzen könnte würde ich da natürlich nicht nein sagen.

Meine Kunden sind alles Unternehmen – aber zu 75% im Ausland – deinen letzten Absatz versteh ich noch nicht ganz – das heißt wenn ich mir einen neuen Computer kaufe, könnte ich dann nur die Mehrwertsteuer absetzen?

Kommentar von wfwbinder ,
  1. Deine 31 % magst Du von irgendwoher haben. Die können durch zufall richtig sein, sind es aber vermutlich nicht. Dei Steuer beginnt mit 14 % wenn das zu versteuernde Einkommen die 8.354,- überschreitet und wird ab 250.000,- Euro zu einer 45 % Flatrate. Das wirkliche Ergebnis hast Du nur, wenn Du in der Tabelle abliest.

  2. Wenn Deine Kunden Unternehmer sind ist es egal, ob deren Sitz im Inland, im GEmeinschaftsgebiet, oder im Aussengebiet, also ausserhalb der EU sitzen. Man hat Dir mit dem Rat als Kleinunternehmer tätig zu sein, aus meiner Sicht einen eindeutig falschen Rat gegeben.

  3. Wenn Du für einen Inländer leistest, also z. B. für mich ein Programm schreibst, wäre es mit egal, ob es 1.000,- als Kleinunternehmerin, oder 1.000,- + 19 % = 1.190,- kosten würde. die 190,- würde ich mir vom Finanzamt zurück holen.

  4. Wenn Du für einen Franzosen arbeitest, wäre es innergemeinschaftlich udn er würde Dir seine USt-ID geben udn dann ebenso wie bisher nur 1.000,- abrechnen, den Rest macht er. Muss er jetzt aber auch schon.

  5. Würdest Du für einen Schweizer leisten, wäre der Leistungsort ebenso die Schweiz, also keine Deutsche Umsatzsteuer zu berechnen.

  6. Du hättest aber den vollen Vorsteuerabzug. Das heisst, neues Notebook für 595,- Euro. = 95,- Euro holst Du Dir direkt vom Finanzamt zurück. Steuerberatungskosten für Deine E-Ü-Rechnung 476,- Euro. 76,- kommen schon mal ungekürzt vom Finanzamt zurück. die 400,- vermindern natürlich noch Deinen Gewinn, ebenso, wie Du das Notebook auf 3 Jahre abschreibst.

Entweder Du hast Deinem StB Deine Tätigkeit und die Kundschaft nicht richtig geschildert, oder er hat Dich aus meiner Sicht suboptimal beraten.

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