Frage von Jumi1974, 28

Frage zum Fahrtenbauch....

Es wird ja immer wieder angeraten als Selbstständiger, der seinen Dienstwagen auch privat nutzt auf jeden Fall ein Fahrtenbuch zu führen, da es in fast allen Fällen steuerlich besser steht als die 1%-Regel.

Ich persönlich finde es allerdings als sehr unangenehm, bei jedem Fahrtantritt und Fahrtende erst einmal das Fahrtenbuch aus dem Handschuhfach zu holen und entsprechendes einzutragen. Vor allem im Winter, wenn man spät abends nach hause kommt. Es ist kalt und dunkel, man hat hunger und ist müde - dann ist es echt eine Last, die ganzen Namen und Adressen, km-Stand, Zeit usw. einzutragen.

Deshalb meine Fragen:

1.) welche sinnvolle Möglichkeiten gibt es zum Fahrtenbuch? (und wenn ich mit viel weniger Aufwand nur 2/3 meiner Fahrtkosten absetzen könnte würde ich das als sinnvoll bezeichenen)

2.) Angenommen ich würde kein Fahrtenbuch führen und am Jahresende meine gesch. gefahrenen km nachvollziebar (also genau dokumentiert) selbst schätzen und die Kosten in der Steuererklärung angeben. Würde ich dann bei Nachfrage nach dem Fahrtenbuch (das ich ja nicht geführt habe) seitens des FA ärger bekommen (also ordnungswiedrig oder gar strafrechlich) oder würden mir die Fartkosten einfach nur nicht angerechnet werden?

Anmerkung: ich fahre oft mehrere Monate (beinahe) die selbe Route, die jeweils gröstenteils die selben Kunden beeinalten.

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Rechtsfrage. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Antwort
von Meandor, 28

Das Gesetz sagt, dass der Eigenverbrauch über die 1% Regelung ermittelt wird (wenn die berufliche Kfz Nutzung über 50% liegt). Das ist der Grundfall. Davon kann man nur weg kommen, wenn man ein ordentliches Fahrtenbuch führt.

Wer schon im voraus weiß, dass es ihm nicht gelingen wird, das Fahrtenbuch zeitnah und vollständig zu führen, der sollte es besser gleich lassen. Es ist eine Nachzahlung die man sich sparen kann.

Antwort
von imager761, 22

echt eine Last, die ganzen Namen und Adressen, km-Stand, Zeit usw. einzutragen.

Irgendwie hast du Eintragungen in ein Fahrtenbuch dann aber nicht verstanden. Kauf die den Klassiker von Zweckform, DIN A6.

Die eine Zeile "23.09.2013 / 09.00-16.00 Uhr / Musterstadt / Kundenbesuche / Versch. / Anfang 112366 / gesch.: 124 km / priv.: 4 km / Ende 112494" trage ich in einer Minute ein.

Tägliche privat-km für Abstecher für Tanken, Mittagspause, private Besorgungen sind wichtig.

Bei Privatfahrten am WE reichen sogar Datum / Anfang / Priv.-km / Ende.

G imager761

Antwort
von SBerater, 19

zu 1) es gibt elektronische Fahrtenbücher. Das wäre eine Alternative, mit der man ein wenig Aufwand sparen kann.

zu 2) den Ansatz wollen viele verfolgen, aber dieser erfüllt nicht die klaren Auflagen in Sachen Fahrtenbuch. Du wirst insofern Ärger bekommen, weil man dir mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nachweisen wird, dass du das Fahrten buch nicht wie vorgegeben geführt hast. Und dann verdonnert man dich auf die 1%-Regelung.

Von 2) halte ich wenig, denn ich kenne keinen, der mit dem Ansatz durchgekommen ist. Vor allem muss man lügen rein bei der Frage, wie man denn das Fahrtenbuch erstellt hat. So wie du es planst, sagt das FA gleich nein. Also müsstest du lügen.

Antwort
von gammoncrack, 18

In dem Fall würde ich doch immer ein von den Finanzämtern anerkanntes elektronischen Fahrtenbuch nutzen. Die sind zwar recht teuer (fast oder auch > 1.000.- Euro) und nervig ist sicherlich die immer erforderliche Adresseingabe des Fahrtziels. Aber wenn Du doch einem einem Großteil der Strecken immer gleiche Kunden besuchst, würde ich vermuten, dass man bei solch einem Gerät immer auf gespeicherte Adressen zurückgreifen kann.

Kommentar von vulkanismus ,

Vorsicht, da (es folgt Kopie) Wann ein Fahrtenbuch auch als elektronisches Fahrtenbuch geführt werden kann und trotzdem steuerlich anerkannt wird, darüber gibt ein aktueller Verwaltungserlass wichtige Hinweise.

Ein elektronisches Fahrtenbuch wird von der Finanzverwaltung nur anerkannt, wenn sich daraus dieselben Erkenntnisse wie aus einem manuell geführten Fahrtenbuch gewinnen lassen. Nachträgliche Veränderungen am elektronischen Fahrtenbuch müssen nach der Funktionsweise des verwendeten Programms technisch ausgeschlossen sein oder zumindest in ihrer Reichweite in der Datei selbst dokumentiert und offen gelegt werden. Nach diesen Maßstäben ist ein mit Excel geführtes Fahrtenbuch kein ordnungsgemäßes elektronisches Fahrtenbuch (vgl. BFH, Urteil vom 16.11.2005, VI R 64/04, BStBl 2006 II S. 410).

Kommentar von gammoncrack ,

ein von den Finanzämtern anerkanntes elektronischen Fahrtenbuch

War das zu undeutlich ausgedrückt?

Kommentar von Meandor ,

Es gibt kein "von den Finanzämtern anerkanntes elektr. Fahrtenbuch". Die Finanzämter prüfen keine Fahrtenbücher vorab und vergeben auch keine Auszeichnungssiegel.

Es gibt einige Anbieter die damit werben, aber diese Fahrtenbücher erfüllen lediglich die Voraussetzungen die die Rechtssprechung inzwischen bestätigt hat. Wenn das nicht ordentlich geführt wird, ist es genau so raus wie jedes andere Fahrtenbuch auch.

Kommentar von gammoncrack ,

Wenn ich meine Steuererklärung über Elster nicht richtig mache, wird die vom Finanzamt wohl auch nicht anerkannt. Trotzdem ist das Programm selbst wohl vom Finanzamt anerkannt. Oder täusche ich mich hier?

Kommentar von gammoncrack ,

@ Meandor und Vulkanismus

Ich habe mir Eure Kommentare noch einmal zu Gemüte geführt. Mit "anerkannt" darf natürlich nicht das Programm oder die Technik selbst, sondern nur das, was als Ergebnis herauskommt, gemeint sein. Insoweit ist Eure Anmerkung sehr richtig.

Ich habe so etwas selbst genutzt und nie Probleme bekommen. Werbung ist nicht zulässig, aber das hier wurde (wohl) erfüllt:

Die Finanzverwaltung hat nun darauf hingewiesen, dass die eindeutige Kennzeichnung einer geänderten Eingabe sowohl in der Anzeige des elektronischen Fahrtenbuchs am Bildschirm als auch in seinem Ausdruck unverzichtbare Voraussetzung für die Anerkennung eines elektronischen Fahrtenbuchs ist. Es muss darüber hinaus sichergestellt sein, dass die Daten des elektronischen Fahrtenbuchs bis zum Ablauf der Aufbewahrungsfrist für ein Fahrtenbuch unveränderlich aufbewahrt und (ggf. wieder unverändert) lesbar gemacht werden können. Bei eventuellen Änderungen müssen die Änderungshistorie mit Änderungsdatum/-daten und (jeweils) ursprünglichem Inhalt ersichtlich sein. Auch die Änderungshistorie darf nicht nachträglich veränderbar sein.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community