Frage von doxman, 344

Forward-Darlehen über Widerruf stornieren

Hallo, ich habe vor 3 Jahren mit meiner Bank eine Prolongation des Hypothekendarlehens im Vorhinein vereinbart, also ein Forward-Darlehen abgeschlossen.

Das war, das weiß ich heute, ein Fehler, weil die Zinsen seitdem stark gefallen sind. Frage: komme ich mit dem Widerrufs-"Joker" evtl. auch hier raus?

Ich hatte ja immerhin schon ein Vertragsverhältnis mit der Bank, aber eben auf einer anderen Basis. Das Ganze nennt sich auch "Sollzinssicherungs-Vereinbarung", setzt also irgendwie ein Vertragsverhältnis fort, hat aber einen geänderten Zins und gilt dann ab Mitte 2015. Ich würde gerne über Widerruf stornieren, sehe in dem Vertrag überhaupt keine Widerrufsklausel und weiß nicht, ob die überhaupt gegeben sein müßte.

Vielen Dank für fachkundige Tipps und Hilfen

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Antwort
von doxman, 303

So, jetzt ist eine Menge Zeit ins Land gegangen.

Der Widerspruchsjoker, um bei diesem Ausdruck zu bleiben, wäre natürlich nicht für das Forwarddarlehen zu spielen, sondern für das ursprüngliche Darlehen. Das habe ich unglücklich formuliert.

Und in der Tat, da war das Widerspruchsrecht nicht 100% nach den Vorgaben formuliert.

Wir haben mit der Bank kommuniziert und sind mit einem Bombardement von irgendwelchen Urteilen irgendwelcher Amts- und Landgerichte belehrt worden, dass unser Antritt ins Leere laufen würde. Normal müsste/würde man jetzt aufgeben.

Eine daraufhin befragte Anwaltskanzlei hatte da eine andere Sicht und war bereit, sich gegen ein vorher verabredetes Honorar unserer Sache anzunehmen. Dieses Honorar -immerhin auch knapp 4stellig- war das Risiko, das wir eingegangen sind.

Die nun folgende Korrespondenz der Kanzleien (unsere und die der Bank) führte dazu, dass wir unter dem Strich ein paar Tausender mehr auf der Hand haben (werden) als vorher, weil wir jetzt einen deutlich besseren Zins vereinbart haben.

Der Einwand, dass ich nur einen Vorwand gesucht hätte, um mir einen Vorteil zu verschaffen, ist sicher nicht ganz von der Hand zu weisen. ;-)

Ich habe deswegen aber keine schlaflosen Nächte, weil die arme Bank jetzt bald pleite geht, denn dafür habe ich bei Kontoüberziehungen, die es immer mal wieder gibt, schon einen guten Teil dessen, was ich nun nicht mehr zahlen muss, schon vorab geblecht, den Rest hat sie durch Nichtzahlen von Zinsen für einen relativ stetes Guthaben auf dem Konto auch schon einbehalten.

Ich würde sagen, wir sind quitt.

Mein Resümee:

Geht in solchen Fällen unbedingt zum Anwalt, es gibt welche, die sich darauf spezialisiert haben. Manchmal muss man auch mal Glück haben.

Doxman

Antwort
von gandalf94305, 261

Ein Forward-Darlehen ist nicht eine Option auf ein zukünftiges Darlehen, sondern ein Darlehensabschluß, der erst in der Zukunft ein Darlehen bereitstellt.

Damit ist klar, daß im Grunde vergleichbare Sonderkündigungsrechte wie bei einem gewöhnlichen Darlehen gelten. Insbesondere kannst Du - wenn die Zinslage sich weiter zu Deinen Gunsten verbessert und die vor drei Jahren vereinbarten Konditionen nicht mehr attraktiv sind - nicht einfach das Darlehen kündigen, ohne über eine Entschädigung der Bank zu reden. Diese hat nämlich damals bereits über entsprechende Absicherungen die Konditionen für das Darlehen so gesichert, daß sie es zu dem mit Dir vereinbarten Termin und mit den vereinbarten Zinskonditionen bereitstellen kann. Damit ist der Bank bereits mit Abschluß des Forward-Darlehens Aufwand entstanden.

Welche Art von Widerruf hast Du denn hier eigentlich im Sinn? Irgendeine 14-tägige Frist, die für manche Geschäfte gelten könnten, ist wohl abgelaufen. Am Telefon hast Du das auch nicht gekauft. Was bitte sollte denn als Widerrufsgrund drei Jahre nach Abschluß gelten? Auf welcher Basis? Warum muß ein verbindlich vereinbarter Vertrag für Dich eine spezielle Widerrufsklausel enthalten?

Antwort
von LittleArrow, 225

Einfach mal bei Google die Worte "Widerrufsjoker beim Forward-Darlehn" eingeben und dann gibt es einige Links, z. B.

http://www.anwalt.de/rechtstipps/kredit-ausstieg-durch-widerruf-widerrufs-joker-...

Kommentar von LittleArrow ,

Auch dieser Artikel dürfte Dir weiterhelfen:

http://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article120747116/Leichter-aus-teuren-B...

Berichte mal bitte über Deinen Verhandlungsfortschritt bzw. -erfolg. Danke von allen.

Antwort
von baufibemu, 170

Hallo,

ich denke Du meinst die Ausstiegsklausel bei falscher Widerrufsbelehrung. Soweit ich weiß kommt es hier darauf an, was vereinbart wurde. Wenn nur eine neue Kondition vereinbart wurde, also quasi nur eine Verlängerung, ist keine neue Belehrung nötig. Wenn aber das Darlehen nach Zinsfestschreibung fällig wird und eine neue Vereinbarung getroffen worden ist, dann muss auch eine neue Widerrufsbelehrung dabei sein. Das ist jedoch keine Rechtsberatung und unverbindlich. Genaue und verbindliche Aussagen geben hier Fachanwälte.

Beste Grüße

Antwort
von volksbanker, 143

Du hast mit der Bank einen Vertrag geschlossen, diesen müssen beide Seiten einhalten. Jetzt suchst du nach einem lächerlichen Grund um rauszukommen - wie würde es dir gefallen wenn die Zinsen doppelt so hoch wie vetraglich fixiert wären und die Bank kündigt das Forward-Darlehen weil sie mehr Gewinn einstreichen will!?

Vergiss es und finde dich damit ab, dass deine Wette mit dem Forward-Darlehen nicht aufgegangen ist. Jetzt einen haarsträubenden Grund zu suchen ist armselig. Wenn Kunden Vertragsbruch begehen dann ist das ok - wenn die Bank das tut kommen sämtliche Verbraucherschützer mit ihrem Halbwissen und kloppen darauf ein. Armes Deutschland

Antwort
von bluespeed75, 134

Such mal in Deinem alten Vertrag ob die das überhaupt dürfen.Da steht bei uns die Bank wird sich frühestens ein viertel Jahr vor Ablauf des Zinsbindungszeitraumes mit neuen Konditionen bei uns melden.

Somit wären 3 Jahre ein Vertragsbruch.

Das gleiche problem (nur 2 Jahre )haben wir auch und dazu nen Gerichtstermin.

Berichte gerne wie es gelaufen ist.Die wollten sich alle nur die hohen Zinsen von damals sichern und sich bereichern.Das ist leider kein Einzelfall.

Kommentar von gammonwarmal ,

Die wollten sich alle nur die hohen Zinsen von damals sichern und sich bereichern

Tolle Analyse! Und wenn sich die Zinsen zwischenzeitlich nach oben bewegt hätten, was ja bei Abschluss weder der einen noch der anderen Seite bekannt war, wie würde denn dann Dein Kommentar heute lauten?

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