Frage von Zetziel, 6

Forextrading: Ist das Risiko zu hoch?

Wie stehen die Chancen beim Forextrading auf langfristige Gewinne? Ist das eine realistische Möglichkeit oder ist das Risiko so hoch, dass man es direkt lassen sollte?

Antwort
von gandalf94305,

Die meisten Leute, die in dieses Thema einsteigen wollen, stellen sich das falsch vor und haben insbesondere auch noch nie mit professionellen Tradern bei entsprechenden Geschäftsbanken gesprochen.

Forex-Trading hat drei wesentliche Anwendungsbereiche:

  • Beim Handel mit Waren und Dienstleistungen, die in einer Fremdwährung zu bezahlen sind, muß man irgendwann vom EUR in die Fremdwährung konvertieren (z.B. nach USD). Hierfür ist ein geeigneter Zeitpunkt zu erreichen.

  • Anleger, die andere Zinsstrukturen oder andere Markteigenschaften in Märkten mit Fremdwährungen ausnutzen wollen, müssen in die Fremdwährung konvertieren bzw. zum geeigneten Zeitpunkt den Sprung zurück schaffen. Steigen die Zinsen also in einem Währungsraum, wird man Geldflüsse von Fixed-Income-Anlegern in diesen Währungsraum sehen, was zu einer Aufwertung der Fremdwährung führen kann. Es gilt, rechtzeitig in die geeignete Währung umzuschichten.

  • Absicherung: man kauft beispielsweise etwas für ein paar Millionen USD, dann will man sicher sein, daß aufgrund von Schwankungen im EURUSD nicht dieser Einkauf 5% teurer wird, wenn man ihn bezahlen muß. Dies stellt ein Hedging gegen z.B. einen fallenden EURUSD dar, denn steigende EURUSD wären ja ok - der zu zahlende USD-Betrag würde dann ja kleiner.

Was man gemeinhin unter Forex-Trading versteht, ist nun eine von diesen Anwendungen losgelöste Variante, die einfach Kursbewegungen von Währungspaaren ausnutzt, um daraus Gewinne abzuleiten. Das hat mit fundamentalen Gegebenheiten wenig zu tun, sondern es geht um statistische Eigenschaften.

Trading generell ist riskant, da man keine Gegengeschäfte hat. Es wird also einseitig eine Position bezogen. Man muß durch ein "Money Management" Verluste strikt begrenzen und Gewinne laufen lassen. Verlustrisiken müssen immer kleiner als Gewinnchancen sein.

Dann sollte man drei Dinge haben:

  • Eiserne Disziplin, eine gefaßte Strategie durchzuziehen. Das Prinzip Hoffnung ist tödlich. Man darf nicht glauben, schlauer als andere zu sein, sondern geht strikt nach den Zahlen. Das Basiswährungspaar muß nur sehr liquide sein. Was es ist, spielt keine Rolle.

  • Man muß genügend Kleingeld haben. Da nicht garantiert ist, daß irgendein Ergebnis in einer gewissen Zeit zu erreichen ist, setzt man auf mittel- bis langfristige Ergebnistrends. Da darf einem nicht die Liquidität ausgehen.

  • Man muß verstehen, wie sich Kosten und Gewinne aus den Basisinstrumenten ergeben, um Erträge kalkulieren zu können. Geht man short, muß klar sein, was das bedeutet und wie man Verluste begrenzt. Finanzierungskosten dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Etwas Erfahrung und Wissen gehört also auch dazu, um in Situationen, die durch fundamentale Ereignisse bestimmt werden, entsprechend zu handeln oder eben nicht zu handeln.

Für harmlose Privatanleger gelten normalerweise zwei bis drei dieser drei Punkte nicht. Daher meine Meinung: wenn schon zocken, dann in einem hübschen, altmodischen Casino bei Roulette oder einem Kartenspiel. Da kommt dann Casino Royale Atmosphäre auf :-)

Antwort
von wfwbinder,

Das Risiko ist nicht so hoch, dass man es lassen sollte, sondern das Risiko ist so hoch, das man genau wissen sollte was man macht. es ist ein schnelles Geschäft, mit der Notwendigkeit zu schnellen Entscheidungen.

Es geht an das Nervenkostüm. Wer das aushält kann auch nachhaltig und langfristig Erträge erzielen.

Antwort
von Ulf42,

Also ich denke, Risiko ist in jedem Fall hoch im Forexhandel. Erst mal sollte man die Theorie pauken, ich habe auf dem Lernportal http://www.forextrading24.net/das-forex-trading-system.php angefangen.

Antwort
von vivaGreece,

langfristige Gewinne? Hm. Fraglich. Es ist ein sehr schnelles Geschäft mit grossen Playern, die mit ganz anderen Einsätzen als ein kleiner Anleger.

Wenn man die Zeit und die Nerven hat, sich hier zu tummeln und auch schnell zu reagieren, kann man sein Glück versuchen. Bei den langfristigen Gewinnen bin ich jedoch skeptisch.

Hat nicht Hoeneß auch gross in dem Sektor agiert?

Kommentar von Primus ,

Hat nicht Hoeneß auch gross in dem Sektor agiert?

Also..was der kann.....;-))

Antwort
von althaus,

Es ist eine Spekulation und keine Geldanlage. Bei den Aktien zumindest kann man davon ausgehen, daß zumindest eine regelmäßige Dividende gezahlt wird und daß hoffentlich die aktien sich wieder mal erholen. Daher eher für langfristige Investments gut. Bei den Devisen macht das eher bei größeren Beträge sinn, also ab 100.000 Euro aufwärts, oder man setzt ganz auf Hebelprodukte, dann ist das geld aber gleich weg, wenn man schief liegt. Zudem braucht man viel mehr Erfahrung und Wissen als bei Aktien. Ich würde die Finger davon lassen. Kauf Dir lieber ein paar vernünftige Aktien oder Fonds.

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