Frage von forexstarter, 70

Forex und die Steuer - wie verhält sich das?

Hallo zusammen, ich bin momentan im Trading dort nur im Forexbereich tätig sprich Termingeschäfte aber keine Aktien, Fonds oder so. Nun würde mich interessieren, wie ich aus bereits versteuerten Einnahmen (Firmeneinkommen zB) die Steuer umzusetzen habe, wenn ich diese Einnahmen zum Traden nutze. Und wenn ich zB nur Verluste mache, muss ich dann dennoch eine Steuererklärung machen? Vielen Dank und beste Grüße!

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Antwort
von DieMaren, 68

Hi,

Gewinne aus Devisengeschäften sind Kapitalerträge und aus diesem Grund abgeltungssteuerpflichtig. Konkret heißt das, dass du maximal 25% oder alternative deinen persönlichen Steuersatz verrichten musst, falls dieser unter diesem Wert liegt. Alles weitere zu dem Thema findest du hier: http://www.forexchef.de/trading-und-steuern-wie-ist-die-realitat/

Wenn du bei einem inlädnsciehn Broker wie beispielsweise GKFX oder der DAB Bank bist, wird die Abgeltungssteuer direkt abgeführt. Sitzt dein Broker jedoch im Ausland musst du das selber machen. Beides hat Vor- und Nachteile. Für Einsteiger ist es jedoch besser das alles den Broker regeln zu lassen.

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Steuern, 56

Gewinne/Verluste aus Trading gehören zu Kapitalerträgen, d.h. Gewinne musst Du natürlich angeben, damit sie ggf. besteuert werden, und Verluste willst Du angeben, damit sie Gewinne zukünftiger Jahre mindern.

Da Du vermutlich nicht bei einer deutschen Finanzinstitution den Forex-Handel durchführst, wird dort auch kein Verlusttopf für Dich geführt. Also wäre im Fall von Verlusten aus Eigeninteresse eine Steuererklärung sinnvoll, da ansonsten keine Verrechnung mit zukünftigen Gewinnen möglich wäre.

Lebst Du nur von Forex, fällt bis zu einem Ergebnis von 9.155 EUR (ggf. gibt es noch ein paar Sonderausgaben, so daß der Brutto-Betrag sogar höher liegt) keine Einkommensteuer an.

Kommentar von forexstarter ,

Danke schonmal für die Antwort. Ich trade bei einem ausländischen Broker. Wie ist da das Verhältnis von Euro zu Dollar zu beachten? Ich bekomme Gewinne ja in Euro. Diese muss ich aber zuerst (umständlich) umwechseln (e-exchange), kann ich diese Gebühr, die dadurch entsteht dann zum Vorteil nehmen also als Ausgaben werten?

Kommentar von gandalf94305 ,

Du hast dann zwar ein Derivategeschäft und ein Devisengeschäft als zwei Schritte, aber ja, Du kannst bei entsprechender Ausweisung durch die Bank auch solche Transaktionskosten gewinnmindernd anbringen. Wichtig ist die Frage, ob Dein Broker Steuerdokumente ausstellt, die in Deutschland anerkannt werden.

Kommentar von vulkanismus ,

"als Ausgaben werten? - damit meinst Du wohl Werbungskosten.

Das sind sie nicht, da sie ja nicht der Erzielung von Einkünften dienen.

Kommentar von forexstarter ,

Ich bin mir nicht sicher, ob der Broker das macht. Wo kann ich das nachsehen? Und was passiert, wenn das FA die Dokumente nicht akzeptiert? Ich meine für mich besteht da ja kein anderer Weg, was sollte man in einem solchen Fall tun? Dass die dann sagen "Ja Sie können dann leider keine Steuern bezahlen" halte ich für sehr unwarscheinlich :-D

Kommentar von forexstarter ,

Und Entschuldigung @vulkanismus habe deinen Kommentar übersehen :-) Ich habe gerade mal drüber nachgedacht und es ist sinnlos was ich mache :-D Ich werde einfach einmal eine große Summe auf Skrill überweisen und dann ab dann darüber traden. Danke für die Antwort!

Kommentar von gandalf94305 ,

Nein. Steuern bezahlen musst Du. Diese werden jedoch auf Basis geschätzter Einkünfte bzw. Erträge berechnet :-)

Verluste kannst Du ggf. nicht gegenrechnen, wenn die Bank dies nicht adäquat belegen kann.

Kommentar von gandalf94305 ,

Nein, nicht Werbungskosten, sondern transaktionsbezogene Kosten. Diese können für die Transaktion gewinnmindernd angesetzt werden. Das sind typischerweise Kosten für eine Börsen- oder Brokertransaktion, aber auch Währungswechselgebühren. Spreads drücken sich bereits in den angewandten Preisen aus und sind daher auch gewinnmindernd.

Nicht transaktionsbezogene Kosten können nicht gewinnmindernd angesetzt werden. Das wären beispielsweise Depotführungsentgelte. Diese sind nämlich mit dem Sparerpauschbetrag bereits abgegolten.

Kommentar von vulkanismus ,

Mein Rechtsempfinden mag Dir da nicht Recht geben - lasse mich aber gerne belehren.

Unter Transaktion verstehe ich das Hin und Her zwischen verschiedenen z.B. Börsensachen (kann mich nicht besser ausdrücken, da nicht mein Gebiet), wobei Gebühren uws. anfallen. Die mindern den Gewinn.

Wenn ich mir aber den ausländischen Gewinn hierher überweisen lasse, um von diesem Geld zu leben, ist der Bezug zum "Geschäft" nicht mehr gegeben - also keinerlei steuerliche Auswirkung.

Kommentar von gandalf94305 ,

Eine Transaktion ist der Kauf und Verkauf eines Wertpapiers. Die Transaktionskosten (Gebühren) wirken gewinnmindernd. Genau.

Wenn man dann die USD-Beträge in EUR wechselt, ist das ein von den Wertpapiertransaktionen unabhängiges Devisengeschäft, das mit dem Wirtschaftsgut "Devisen" handelt. Das fällt unter private Veräußerungsgeschäfte.

Es mag so sein, daß die Wertpapiertransaktion im Vordergrund steht, aber in der heutigen, volatilen Zeit mag es durchaus passieren, daß man 10.000 EUR mit EURUSD von 1,13 überweist, 11.300 USD auf dem Konto hat, eine Weile ohne Erfolg (Ergebnis Null) handelt, dann ein paar Monate später die 11.300 USD zurücküberweist und damit aufgrund des auf 1,04 gefallenen EURUSD plötzlich 865 EUR mehr als vorher auf dem Konto hat. Diese 865 EUR sind zu versteuern - und zwar als private Veräußerungsgeschäfte.

Antwort
von vulkanismus, 43

"muss ich dann dennoch eine Steuererklärung machen?" - das hat doch mit Forex nichts zu tun.

Und von Verlusten kann man nicht leben.

Also will die Steuerbehörde wohl wissen wollen, was Du sonst noch so an Einkünften hast.

Antwort
von RobertMahl, 22

Immer je nachdem ob du hauptberuflich oder nebenberuflich handelst wird es unterschiedlich versteuert, mehr dazu auf https://www.cornertrader.ch/de/

Generell würde ich aber immer zusätzlich empfehlen einen Steuerberater einzusetzen um möglichst seinen Steuersatz zu minimieren.

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