Frage von Hausse, 58

Fondssparplan anlegen

Ich möchte für meinen Enkel einen Fondssparplan einrichten. Habe bisher aber kein Onlinedepot . Möchte mtl. 50 Euro ansparen in einen Aktienfonds und im Wechsel Mischfond. Denke an DWS Opprtunities FC und DWS Top Dividende LD. Bisher habe ich Union Depot mit Immobilienfonds , welches als meine Altersvorsorge dient. Daher hatte ich auch an den UniFavorit Aktien gedacht. Da ich mit Onlinedepot noch keine Erfahrung habe, aber der Sparvertrag angelegt wird und überlängere Zeit laufen soll,also nicht laufend gekauft und verkauft wird, würde ich auch ein Depot neu anlegen. Ich hatte ich an ein Direktdepot bei der Comdirekt oder Ing.Diba. gedacht. Wäre für Ratschläge bez. Depotwahl und Fonds dankbar.

Antwort
von Kevin1905, 58

Ich möchte für meinen Enkel einen Fondssparplan einrichten. Habe bisher aber kein Onlinedepot .

Dann richte dir mal eins ein. Comdirect, DAB, Onvista wären so die Anbieter die mir konditionsmäßig so einfallen würden... Die Depots sind i.d.R. kostenlos, wenn ein Wertpapiersparplan bespart wird.

Möchte mtl. 50 Euro ansparen in einen Aktienfonds und im Wechsel Mischfond.

Hin- und Her macht Taschen leer, weißt du sicher!

Pro Fonds können i.d.R. schon 25,- € eingesetzt werden. Also warum nicht von vorn herein einfach 2 Fonds auswählen und laufen lassen? Darf ich fragen, warum du aktive Fonds wählst?

Kommentar von Hausse ,

Ich habe von ETFs keine Ahnung. Ich weiß, das diese von den Kosten günstig sind. Aber muß man dann nicht selbst öfters aktiv werden und handeln? Eigentlich suche ich einen Fonds , den ich einzahle auf ca. 15 -18 Jahre, welcher niedrige Kosten hat und ich mich nicht groß kümmern muß.

Kommentar von Tritur ,

Darf ich fragen, warum du aktive Fonds wählst?

Die Antwort ist einfach: Weil aktive Fonds eine positive Auswahl der Einzelanlagen aus allen Märkten treffen können,

Die Gewichtung der einzelnen Aktien in einem Index richtet sich nach ihrer Marktkapitalisierung. Überbewertete Aktien werden im Index also höher gewichtet als unterbewertete Aktien. Das ist das Gegenteil von dem, was ein aktiver Manager macht.

Außerdem rücken die in der Vergangenheit vergleichsweise stark gestiegenen Aktien in die Indizes auf und Aktien mit einer in der Vergangenheit schwachen Kursentwicklung fallen aus dem Index heraus. Die Indexanpassungen sind also extrem prozyklisch und damit schlecht für die langfristige Performance.

Indexfonds kosten Verwaltungsgebühren, denen keinerlei intellektuelle Leistung gegenübersteht. Um einen Index nachzubilden braucht man weder eine spezielle Ausbildung, kein Research, keine Erfahrung und keine Kenntnis des Aktienmarkts.

Die Performance eines Fonds der einen Index abbildet ist immer um die Höhe seiner Verwaltungskosten schlechter als das abgebildete Index. Ein guter aktiver Fondsmanager kann dagegen trotz etwas höherer Kosten (ca +0,75% p.a.) einen Index locker schlagen.

Aktien haben Sachwertcharakter und bieten so einen guten Inflationsschutz. Viele Indexfonds haben diesen nicht oder nur eingeschränkt, weil sie nur oder auch, "synthetische" durch Derivate und Swaps abgebildete Aktie beinhalten. Solche Indexfonds  haben zusätzlich zum normalen Aktienkursrisiko noch die erhebliche Kontrahentenrisiken ihrer Derivatepartner. 

Erreicht oder übertrifft ein Indexfonds in manchen Marktphasen die Performance seines Index, handelt es sich in Wirklichkeit um einen aktiv verwalteten Fonds, weil er Hebelprodukte und andere Derivate einsetzt und damit ein höheres Risiko eingeht als dies der angeblich abgebildete Index hat.

Dass Indexfonds trotz alledem häufig aktiv verwaltete ´Fonds des gleichen Marktsegments übertreffen, liegt daran, dass es bei diesen leider viele mit schlechtem Management und/oder viel zu hohe Kosten gibt. Man muss sorgfältig auswählen. Ein Honorarberater kann dabei hilfreich sein. 

Antwort
von gandalf94305, 52

- Lege das Depot bei einer Direktbank oder Fondsbank an. Das Fondsangebot bei comdirect ist etwas besser, eine Fondsbank wie z.B. FFB über Fidelity ist jedoch auch eine Option.

- Das Depot und Verrechnungskonto sollten auf den Namen des Kindes lauten, damit der Freistellungsauftrag des Kindes genutzt wird, um steuerfrei Erträge einzustreichen.

- Wenn das Kind unter 10 Jahren alt ist, kann man reine Aktienfonds nehmen, denn auf den Anlagehorizont von 10+ Jahren sollte das sicher sein, wenn man entsprechende Fonds nimmt. Wenn das Kind über 12 Jahre alt ist, würde ich einen aktienlastigen Mischfonds nehmen, um die Volatilität von Aktienfonds etwas zu moderieren.

- Wenn Du 50 EUR ansparen möchtest, kannst Du das auch in zwei Raten von 25 EUR aufteilen und auf 2-3 Fonds verteilen.

Der DWS Top Dividende ist sicher eiin Klassiker und hat im Langfristverhalten gezeigt, daß er robust ist. Als Ergänzung würde ich dann (konservativer) einen europäischen Fonds (z.B. Invesco Europa Core Aktienfonds) und einen Emerging Markets Fonds (z.B. Comgest Growth Emerging Markets EUR oder Robeco Emerging Conservative Equities) nehmen. 25 EUR gehen jeden Monat in den DWS-Fonds, 25 EUR jeweils monatlich alternierend in den europäischen oder Emerging Markets Fonds. Will man konservativer einen Mischfonds verwenden, läßt sich der DWS-Fonds auch z.B. mit einem Flossbach von Storch Multiple Opportunities kombinieren, der dann monatlich mit 25 EUR angespart wird.

Meine Erfahrung mit meinen Kindern ist, daß das Depot besonders dann auch Freude bereitet, wenn sie regelmäßig ein paar EUR ausgezahlt bekommen, die als Ausschüttung auf dem Konto landen :-) Das bringt ihnen die abstrakten Fonds in einem abstrakten Depot doch deutlich näher.

Kommentar von Hausse ,

Danke für die guten Ratschläge. Werde Depot bei Direktbank eröffnen. Die Sparpläne könnten ca. 10 Jahre laufen. Denke an 25 Euro in Invesco Europa Core 25 Kapital Plus A Eur

Ich überlege aber noch, im Wechsel mit dem Kapital Plus einen thesaurierenden EFTS anzusparen. Denke an den DBX0BT. Da es sich aber um einen ausländischen EFTS handelt, bin ich mir hinsichtlich der Steuer nicht sicher. Finde aber keinen vergleichbaren mit Domizil in Deutschland. Vielleicht haben Sie diesbezüglich noch einen Tip. Danke

Antwort
von althaus, 43

Ich habe für einen Fondssparplan für meine minderj. Tochter ein Depot bei der Frankfurter Fondsbank (kostenlos) zudem kaufe ich über einen Vermittler (Experte24 München) ohne Ausgabeaufschlag. 

Kommentar von Tritur ,

Fonds die über Vermittler vertrieben werden sind teuer, da sie dem Vermittler eine jährliche Bestandsprovision von 0,4 bis 1,25% zahlen, was die Fondsrendite entsprechend schmälert.

Es gibt hervorragende Fonds ohne Ausgabeaufschlag, ohne Bestandsprovisionen an Vermittler und ohne Gewinnbeteiligungen des Fondsmanagements.

Solche Fonds haben jährliche Gesamtkosten die meist mehr als 1% unter der von Vermittlern vertriebenen Fonds liegen.

Bei einer langfristigen Anlage ist die Auswirkung der niedrigen Kosten enorm: Aus einer einmaligen Anlage von 1.000 €  werden bei einer durchschnittlichen Rendite von 7% nach 30 Jahren 7.612,- €, Liegt die Rendite wegen der um 1% niedrigeren Kosten aber bei 8%, erreicht die gleiche Anlage nach 30 Jahren eine Höhe von 10.062,- €. 

Man kann solche Fonds (z.B. A0MVZQ) bei jeder Bank kaufen. Einen Vermittler braucht man nicht. 

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