Frage von macadam, 122

Fonds oder ETF besparen mit Sparplan?

wenn man nur ca. 50 Euro im Monat zur Verfügung hat, sollte man bei einem Sparplan einen ETF oder einen Fonds bevorzugen? Kann man das generell sagen, was besser ist?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds, 113

Nein, kann man nicht. Geiz beim Kauf ist Einmalgeiz, während das Instrument selbst eine ganze Weile gehalten wird.

Kauft man also einen unterirdischen Fonds sehr billig, ist das auf die Dauer nicht "günstig", sondern einfach nur unterirdisch schlecht.

Man kann für einen sehr guten Fonds daher durchaus die einmal anfallenden Ausgabeaufschläge oder Börsengebühren in Kauf nehmen, wenn dieser Fonds auch weiterhin gut läuft. Letztendlich sind die vielleicht sogar 5% Transaktionskosten auf eine Dauer von 10 Jahren gerade mal 0,5% Abschlag. Ein schlechter Fonds performt mit Leichtigkeit 0,5% schlechter als ein sehr guter.

Ich bin der Meinung, man muß sich für seine Sparpläne erst mal eine Portfolioallokation überlegen, z.B. etwas in der Art 30% Aktien Europa, 25% Aktien Industrieländer Global, 25% Aktien Emerging Markets, 10% Renten Europa, 10% Renten Global. Dann wird man für die einzelnen Anlagebereiche die passenden Instrumente heraussuchen. Das können Fonds/ETFs sein. Diese werden in Bezug auf zumindest Performance, Volatilität und Korrelation mit wesentlichen Marktindices verglichen. Dann entscheidet man sich bei mehreren Kandidaten ggf. anhand der Kosten für einen oder zwei, um einen Bereich zu besetzen. Ob das ein aktiv verwalteter Fonds oder ein ETF wird, kann man zu Beginn nicht sagen.

Ich glaube, daß man für praktisch alle Anlagesegmente Fonds findet, die ETFs überlegen sind. ETFs sind Instrumente, die marktbreit eine Entwicklung abbilden und umgeschichtet werden müssen, wenn sich die Erwartungen dieser Marktentwicklung ändern. Man wird Absicherungen einrichten oder auch Short-ETFs verwenden. Da dies nicht die typische Vorgehensweise harmloser Privatanleger ist, rate ich eigentlich generell von der Verwendung von ETFs anstelle von Fonds (aus Geizgründen) ab.

Kommentar von gandalf94305 ,

Deine 50 EUR könntest Du beispielsweise in einen europäischen Aktienfonds und einen globalen Mischfonds stecken. comdirect oder FFB bieten Sparpläne ab 25 EUR an.

Und falls das zur Verwirrung führt: ETFs sind auch Fonds :-)

Kommentar von macadam ,

dass ETFs auch Fonds sind, ist nicht verwirrend. Das weiss ich. Ein ETF richtet sich nach einem Index aus. Fonds sind freier bei der Zusammensetzung.

Antwort
von Niklaus, 92

Ich möchte nie auf den Mehrwert eines aktiv gemanagten Aktienfonds verzichten wollen. Deshalb keine ETFs. ETFs fallen mit dem Index den sie abbilden. Als Kosten lasse ich nur den Ausgabeaufschlag gelten. Die anderen Kosten sind in der angegebenen Rendite bereits enthalten. Wenn also der Fonds nicht die gewünschte Rendite bringt wird er ausgetauscht. Bein Sparplan muss man noch den Cost-Average-Effect beachten, der sich über einen langen Zeitraum sehr positiv für den Anleger auswirken kann. Allerdings nur bei einem Fonds der das auch schon bewiesen hat. Bestes Beispiel ist hier der Templeton Growth Fund. Den es mittlerweile nur noch in der Euro Variante gibt.

Antwort
von qtbasket, 85

Entscheidend sind die Performance des ETFs bzw. des Fonds und die Kosten.

Bei 50 € im Monat würde ich dir einen breit aufgestellten ETF, wie einen db-x tracker o.ä. auf den MSCI World oder den DAX empfehlen.

Trotzdem der begriff Sparplan ist ein wenig irreführend - zwar sammelst du Kapital in der Form von Anteilen mit jeder Einzahlung an, aber es ist kein klassisches Sparen - es gibt keine Zinsen. Vielmehr partizipierst du von den Bewegungen an den Wertpapierbörsen bezogen auf den Index. Und das kann immer in beide Richtungen gehen.

Nur - langfristig gesehen sollten die Wertsteigerung des Index den Zinsertrag beim klassischen Sparen deutlich übertreffen.

Zur Performance :

http://www.biallo.de/finserv/rechnerinframe/Fonds/Topfondsrechneri.php?ftyp=A5D

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