Frage von napoloni,

Fonds: Deka-Euroland Balance CF verstehen und einschätzen

Hi! Vorab: Ich will kein Deka-Bashing und keine Alternativ-Vorschläge. Ich möchte nur erfragen, ob ich das Produkt richtig verstanden habe und auch richtig einschätze.

Der Fonds (WKN: 589687) ist ein Mischfonds mit derzeit grob 75-80% Anleihenanteil, 5% Cash und 15-20 % Blue-Chip-Aktien. Die letzten 5 Jahre hat er sich kontinuierlich positiv entwickelt, was Anlegern mit dem Schwerpunkt Sicherheit + Werterhalt attraktiv erscheinen könnte.

Die einzelnen im Fonds enthaltenen Anleihen haben Kurse über 100 (116, 109, 106 u.ä.) und mitunter einige Prozent Verzinsung. Ich gehe richtig davon aus, dass diese Kursgewinne durch das gesunkenen Zinsniveau entstanden sind und in Vergangenheit die gesunde Performance verantwortet haben? Jetzt ergibt sich für die Anleihen kursbereinigt eine Verzinsung im Bereich von 1,2 - 1,4% bis Laufzeitende.

1,3 - 1,4% wäre auch in etwa der Jahresgewinn, den ich bei bleibenden Kursen durch Zins + Dividende erwarten würde. Doch wird jährlich auch 0,85% Verwaltungsgebühr erhoben, womit nur 0,5% Gewinn übrig blieben, mit denen man dann 6 Jahre den 3%igen Ausgabeaufschlag abbezahlen müsste.

Soweit meine Laieneinschätzung.

Liege ich mit meiner Beurteilung richtig?

Gibt es Fondsseitig noch Einnahmemöglichkeiten, die ich übersehen habe? Womit der Fonds auch beim jetzigen Zinsniveau noch gut abschneiden kann?

Wenn sich beim Zinsniveau mal wieder etwas tut, kann die Richtung bei Anleihen ja nur nach unten gehen, oder? Weil so richtig Raum für Zinssenkungen gibt es ja nicht...

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von LittleArrow,

Auch wenn es bis zu 20 % Aktienanteil gibt und diese Quote Dividenden und Kursgewinne abwerfen werden bzw. könnten, stimme ich mit dem Rest Deiner Analyse bezogen auf die Anleihen vollkommen überein. Für sichere Anleihen guter Schuldner gibt es nur wenig Spielraum für weitere Zinssenkungen (damit Kurserhöhungen). Zwar kann ich Dir auch keinen Termin für einen Zinsumschwung nennen, aber wenn der kommt, dann bist Du mit der Anleihenkomponente auf der falschen Seite.

Den 3 %igen Ausgabenaufschlag kannst Du Dir beim Kauf über eine Börse sparen, zahlst allerdings die Börsenabwicklungsspesen, die jedoch nicht höher als 1 % sein dürften. Der Anteilsverkauf dürfte später problem- und kostenlos über die Fondsgesellschaft laufen.

Kommentar von napoloni ,

Dankeschön. Also könnte man einen solchen Fonds mit Tagesgeld und ein paar Banken-, (Rück-)Versicherungs- und Energieaktien schon schlagen, ohne Aufschlag und Verwaltungsgebühr.

Den Fondskauf über die Börse hab ich noch nie probiert und hab immer alles über die jeweilige Bank laufen lassen. (Sparpläne) Nie probiert bedeutet: Ich bin da völlig ahnungslos. Sind da Fondsanteile wie gewöhnliche Aktien...öhm.... in irgendwelchen Stückzahlen im Orderbuch enthalten? Ich kann mir das so gar nicht vorstellen. :ox

Kommentar von LittleArrow ,

Die von Dir gewählten Aktiensektoren würde ich nun gerade nicht wählen. Aber zumindest verschiedene Aktien aus verschiedenen anderen Sektoren.

Tagesgeld muß bei einer längerfristigen Anlage auch nicht sein, sondern lieber - sagen wir - je 6-Monatsfestgeld auf Quartalstermine verteilt.

Fondskauf über die Börse geht ganz normal per Order bei Deiner Bank. Dieser Fonds wird an den Börsen Tradegate, Düsseldorf, München, Frankfurt, Hamburg und Berlin gehandelt. Du orderst 10, 15 oder 20 Stück, je nach Wunsch (auch mehr). Die Börsengebühren sind unterschiedlich hoch, je nach Ordergröße. Bei € 10.000 Auftragsgröße unterscheiden sie sich nicht stark: Spanne von € 11 - 15.

Das Rating dieses Fonds ist bei Morningstar 5 Sterne und bei Feri die Höchstnote A. Diese beiden sehr guten Bewertungen haben 217 Fonds von ca. 17.000 in D verfügbaren. Also können die Kontrahenten bei den Derivatgeschäften nicht so schlecht sein. Die Derivaterträge hast Du übrigens auch nicht bei einem selbstgebastelten Portfolio mit nur Aktien und Termingeld. Aber für Derivate bedarf es schon mehr Know-how.

Guck einfach mal bei diesem Fondsselector: http://www.comdirect.de/inf/fonds/selector/selector.html?CLEAR=1

Kommentar von napoloni ,

Der Aktienanteil ist beim Fonds schwerpunktmäßig starkgewichtige Finanztitel und Versorger, daher meine grobe Auswahl.

Bei Feri ist der Fonds laut Deka.de nur noch mit "B" bewertet. (30.11.12). Gegen das Fondsmanagement kann ich nichts sagen. Die können ja nichts dafür, dass sie einen Fonds mit Schwerpunkt Anleihen bewirtschaften^^.

Aber es ist wohl der falsche Zeitpunkt für einen solchen Fonds, weshalb die Beratung des Sparkassenmenschen, der diese und eine andere m.E. keineswegs bessere Anlage vorgeschlagen hat, kritisch betrachtet werden darf^^

Kommentar von LittleArrow ,

Sorry, die Feri-Rating-Angabe bei Comdirect ist offenbar falsch. Lt. Feri ist der Fonds schon seit mit B geratet.

Hier übrigens eine Tabelle mit Börsenentgelten: http://images.finanzfrage.net/media/fragen-antworten/bilder/262322/0_big.jpg

Bitte mit Strg++ bis zur Lesbarkeit vergrößern!

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds,

In Deiner Rechnung fehlen die Dividenden und potentiellen Kursgewinne aus dem Aktienanteil auf der Guthabenseite, sowie Transaktionskosten und Steuern auf der Sollseite. Letztere sind nicht durch die Verwaltungsgebühr gedeckt.

Antwort
von Tritur,

Gibt es Fondsseitig noch Einnahmemöglichkeiten, die ich übersehen habe? Womit der Fonds auch beim jetzigen Zinsniveau noch gut abschneiden kann?

Sieh Dir unter https://www.deka.de/mms/Deka_Euroland_Balance_JB.pdf mal die Aufwands- und Ertragsrechnung des Fonds an. Dort wirst Du sehen, dass das Ergebnis des Geschäftsjahrs 16,3 Mio EUR beträgt und zu etwa 90% aus nicht näher erläuterten "Kompensationszahlungen" in Höhe von 14,5 Mio EUR stammt.

An anderer Stelle des Berichts findet man die Information, dass der Fonds Anleihen im Betrag von über 840 Mio verliehen hat. Vermutlich sind diese Kompensationszahlen die Erträge aus der Wertpapierleihe.

Leider werden im Geschäftsbericht die Schuldner der Wertpapiere nicht genannt Man darf aber davon ausgehen, dass diese eine sehr schwache Bonität haben und der Fonds mit dem Verleihen seiner Wertpapiere ein sehr hohes Kontrahentenrisiko eingeht. Sonst wären die Erträge aus diesen Geschäften nicht so hoch.

Es handelt sich deshalb beim Deka-Euroland Balance offensichtlich um einen Hochrisikofonds, was aber nirgends kommuniziert wird.

Kommentar von napoloni ,

Die Kompensationszahlungen sind wirklich interessant. Das hatte ich noch gar nicht gesehen. Sollte mir der Sparkassenberater mal unter die Augen kommen, bin ich gespannt, inwiefern er mir dazu Auskunft geben könnte^^. Mal schauen, wie demnächst der Bericht 2012 ausfällt!

Kommentar von MaxMister ,

@Tritur Ich bin neu hier und suche ganz ganz dringend Infos zum Deka Euroland Balance. Wenn ich Deinen Kommentar vom 15.12.12 lese, schließe ich rück, dass Du diesen Fonds einem Rentner, der den Langfristanlage-Teil seines Vermögens bisher in diesem Fonds angelegt hatte, einen Wechsel empfehlen würdest, oder nicht? Wie wahrscheinlich ist es, dass dieser Fonds in den nächsten 5 - 10 Jahren mehr als 0% Realverzinsung erwirtschaften wird? Gäbe es eine Alternative, die Du empfehlen würdest (bei der Deka oder gern auch woanders)? Anlageziel ist die moderate Vermehrung des Kapitals unter in Kaufnahme eines minimalen Verlustrisikos (kurzfristig darf es bis zu 5% unter 0 gehen).

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