Frage von umberto, 1

Fonds als Geldanlage

Ich habe gerade gesehen, dass es bei der Bank Austria anlässlich des Weltfondstages eigene Fondsberatungstage gibt.

Da ich überlege mir das mal anzuschauen, wollte ich mich erstmal selbst ein bißchen schlau machen und mir ein paar Infos zusammensuchen.

Findet ihr Fonds prinzipiell sinnvoll? Was sind die Haupt-Vor- und Nachteile dabei? Wie gut sollte man sich auskennen, bevor man sich an sowas heranwagt?

Antwort vom Steuerberater online erhalten
Anzeige

Schnelle und günstige Hilfe für Ihre Steuerfrage. Kompetent, von geprüften Steuerberatern.

Experten fragen

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds, 1

Ganz unten auf der Seite gibt es das Fonds-Handbuch der Frankfurter Börse: http://www.boerse-frankfurt.de/de/publikationen/bestellungen/fond-und-etf-handbu...

Lies Dich mal ein, was Fonds sind.

Kurz gefaßt: investierst Du in eine Aktie, hängst Du von der Entwicklung genau dieses einen Werts ab. Dieser kann mit der Markt- und Unternehmenslage im Wert stark schwanken. Es kann auch Fälle geben, in denen der Wert plötzlich deutlich abfällt oder steil ansteigt. Um dieses Risiko zu mindern, investieren Fonds in ca. 30-100 Werte, die sich unterschiedlich verhalten können. Von solchen Fonds kaufst Du Anteile, die dann quasi für sich bereits ein Investment in zahlreiche Werte sind. Die Wertentwicklung hängt von den Kursentwicklungen der enthaltenen Werte und deren Ausschüttungen (z.B. Dividenden oder Zinsen) ab. Ein Fonds kann diese Erträge im Fondsvermögen halten (thesaurieren) oder aber an die Anleger in einem bestimmten Turnus ausschütten.

Vorteile: Ein Fonds ist also durch die Diversifikation in zahlreiche Einzelwerte und ggf. sogar über Anlageklassen hinweg weniger riskant als die Einzelwerte selbst. Volatilität wird über die Einzelwerte gemittelt. Anteile gibt es je nach Bank für bereits 25 EUR oder 50 EUR zu kaufen, d.h. man kann auch für wenig Geld einsteigen und z.B. über einen Sparplan schrittweise das Vermögen aufbauen.

Nachteil: das Management eines Fonds ist nicht kostenlos. Das Managementteam zieht dafür jährlich einen gewissen Prozentsatz vom Fondsvermögen ab. Beim Kauf der Anteile fallen außerdem ggf. Ausgabeaufschläge an.

Bei einem guten Fonds überwiegen die Vorteile deutlich die Nachteile und die Fondsperformance schlägt sogar ggf. übliche Marktindices, da Fonds im Gegensatz zu Indices mit ihrer festen Zusammensetzung ein Stockpicking, d.h. die gezielte Auswahl vielversprechender Positionen, durchführen können. Die Kunst besteht also darin, die guten Fonds zu finden. Dabei können Die Berater helfen, wobei jedoch darauf zu achten ist, daß Fondsgesellschaften und manche Banken immer nur die eigenen Fonds oder die ihrer Partner empfehlen und verkaufen. Es lohnt sich also, den gesunden Menschenverstand einzuschalten und zu prüfen, ob die Aussagen der Berater auch am nächsten Tag noch so logisch und nachvollziehbar sind :-)

Kommentar von umberto ,

Danke für die ausführliche Antwort. So in etwa dacht ich mir das bisher auch. Worunter ich mir irgendwie noch nichts vorstellen kann ist, wie man die, wie du sagst, "guten Fonds" von den anderen unterscheidet. Kann man das irgendwie lernen, kommt man da mit der Zeit drauf, lässt sich das durch Beobachtungen feststellen, ist das mehr Spekulation? Das ist für mich irgendwie so ein Punkt, der mir recht Sorgen bereitet..

Kommentar von gandalf94305 ,

Ich hatte ja schon darauf hingewiesen, wer bei der Auswahl "guter" Fonds helfen kann.

Was "gut" ist, hängt etwas von Deiner Zielsetzung ab. Die Minimalanforderung wäre aus meiner Sicht, daß über die Zeit eine positive Rendite nach Steuern und Inflation erreicht wird, d.h. effektiv ein Kaufkrafterhalt stattfindet. Alles, was über diese "schwarze Null" hinausgeht, freut Dich und bedeutet einen tatsächlichen Vermögenszuwachs. Gute Mischfonds liefern 3-6% p.a. an Brutto-Rendite, d.h. hätten bereits eine derartige Positivrendite.

Ein weiteres Merkmal für die Güte von Fonds ist die Volatilität, d.h. wie schwankungsreich ein Fondsanteilswert ist. In einer Finanzkrise gehen natürlich alle Aktien in die Tiefe, aber vielleicht hat der Fonds ja solche ausgewählt, die weniger leiden. Vielleicht schichtet der Fonds in Länder um, die weniger leiden. Oder vielleicht schichtet der Fonds sogar zwischen Assetklassen um, z.B. von Aktien in Anleihen oder Rohstoffe und später wieder zurück.

Da Du nicht in die Gedanken des Fondsmanagements hineinschauen kannst und die Strategie eines Fonds auch im letzten Detail nirgends dokumentiert ist, muß Du anhand der Symptome entscheiden. Wie stark ging ein Fonds in Krisen und Crashes zurück? Wie sehr hat er sich danach erholt bzw. ist er sogar stärker aus einer Krise herausgegangen, als er vorher war? Wie sehr schwankt ein Anteilspreis über die Wochen?

Performance und Volatilität sind zwei wichtige Kenngrößen. Weitere kannst Du in Abhängigkeit von Deinen Zielen überlegen. Ein Fonds, der für Dich "gut" ist, muß für eine andere Person nicht unbedingt in gleichem Maße gut sein.

Kommentar von umberto ,

Ok, thx für die Tipps - werd mir mal das Handbuch näher anschauen, das du oben gepostet hast. Das klingt schonmal ganz gut. lg,

Antwort
von freelance, 1

Wie gut sollte man sich auskennen, bevor man sich an sowas heranwagt?

irgendwann fängt jeder bei 0 an. Je mehr Wissen, desto besser. Oder anders: je mehr Motivation, sich mit dem Thema zu beschäftigen, desto besser.

Fondsberatungstage sind eigentlich Fondsverkaufstage. Die Bank tut das, um diese Produkte zu verkaufen.

Fonds sind sinnvoll, vor allem für Anleger, die sich an Einzelwerte oder ihr selbst zusammen gestelltes Depot nicht heranwagen wollen. Fonds unterliegen Risiken, die von der Börse kommen. Fonds können Aspekte aufweisen wie Region, Branche, Indexnähe. Es gibt Kosten bei Fonds: Ausgabeaufschlag, Verwaltung, TER.

Die Risiken der Fonds kommen von den Assetklassen, die enthalten sind. Rentenfonds sind weniger riskant als Mischfonds und diese weniger riskant als Aktienfonds.

Ich würde mich z.B. bei www.fondsweb.de ein wenig in das Thema "einlesen" durch die Fonds, die es so auf dem Markt gibt, welche Kosten zu erwarten sind, wie sie sich zusammensetzen etc.

Die Auswahl der Fonds sollte zu deinem Risikoprofil passen.

Kommentar von GAFIB ,

@umberto: Aber bitte gleichzeitig auch sehr kritisch sein: Die Auswahl "guter Fonds" gelingt i.d.R. immer nur nachträglich - und da ist es zu spät...

http://www.finanzfrage.net/tipp/wie-hilfreich-sind-fonds-rankings

Antwort
von althaus, 1

Fonds als Geldanlage ist eine genauso pauschale Aussage wie Auto als Fortbewegungsmittel. Daher mach Dich schlau welcher Fonds für Dich in Frage kommt, bevor Du was kaufst. Kaufe über Vermittler und lagere Deine Wertpapiere bei der FFB, Frankfurter Fondsbank. Lagerung ist ab 10.000 Euro Depotwert kostenlos und die Fonds kannst Du ohne Ausgabeaufschlag kaufen.

Kommentar von gandalf94305 ,

Österreich!

Kommentar von althaus ,

Was meinst Du mit Österreich?

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community