Frage von Ildiko, 13

Fonds als Alternative zum Festgeld?

Kann ein Fonds eine Alternative zum Festgeld sein? Ich bin durch eine Zeitung auf den Sauren Global Defensiv gestossen, der eine Wersteigerung von 3% anstrebt. Kann das eine Alternative zum Festgeld sein, das ich als Notgroschen bisher immer angelegt hatte. Wie schätzen Sie dies hier im forum ein? Danke!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Privatier59, 12

Na ja, fürs Termingeld bezahlt man keinen Ausgabeaufschlag von 3%. Da ist die angestrebte Wertsteigerung des ersten Jahres schon weg. Und wenn man sich den Chart anschaut: Wertstabil ist anders:

http://www.finanzen.net/fonds/Sauren_Global_Defensiv_A

Kommentar von gandalf94305 ,

Bezahlst Du 3% Ausgabeaufschlag für Fonds? ;-)

Kommentar von Candlejack ,

Ja, so ein Fonds kostet normal mit Beratung und mit Betreuung auch einen AA und abgesehen von Fachleuten, die sich damit auskennen und einfach nur einen Händler brauchen, sollten Anleger auch diese Möglichkeiten nutzen. Was mehr bringt als ein Sparbuch, kostet nunmal auch mehr als ein Sparbuch ;-)

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Fonds, 13

Anstreben kann man viel :-) Ob das erreicht wird, ist eine andere Frage.

  • Ausschüttungen: es gibt Fonds, die eine gewisse Ausschüttung anstreben (z.B. der Fidelity Global Dividend spricht von 3,6% p.a.) oder praktisch zusichern (Schroder hat hierzu einige), obwohl Fluktuationen des Kurses möglich sind. Es gibt auch Fonds, die gewisse Ausschüttungen von 3-4% recht solide und konstant erreichen (z.B. Immobilienfonds). Diese Fonds sind für Anleger, die gerne laufende, gut planbare Einkünfte haben möchten.

  • Kursgewinne: betrachtet man längere Zeiträume, so kommt man bei vielen Mischfonds mit 4-6% p.a. an Rendite durchaus gut hin, d.h. man erreicht nach Inflation und Steuern ein Plus. Diese Fonds sind für Anleger, die auf einen Horizont von 10+ Jahren etwas mehr als einen Kaufkrafterhalt von Anlagen erwarten. Viele dieser Fonds liefern ihre Rendite als Kursgewinne auch innerhalb des Fonds, d.h. es fallen keine oder nur geringe zu versteuernde Erträge an.

  • Kommt man in eine Phase, in der die angelegten Gelder benötigt werden, z.B. als Ergänzung zu Rentenzahlungen, dann wird man auch über Auszahlpläne nachdenken und Fonds der zweiten Sorte in die erste umschichten wollen.

Mischfonds, die solide und mit geringer Volatilität laufen, gibt es einige. Schau Dir doch mal diese an:

  • ACATIS Champions Select (LU0280778662)
  • DNCA Invest Eurose (LU0284394235)
  • Echiquier Patrimoine (FR0010434019)
  • Ethna Aktiv E (LU0136412771)
  • Kapital Plus (DE0008476250)
  • M&G Optimal Income (GB00B1VMCY93)
  • Rouvier Patrimoine (FR0000401366)

Es gibt dabei ausschüttende wie auch thesaurierende Anteilsklassen. Und ja, wenn man geringe Schwankungen in Kauf nimmt und die Erträge sieht, dann lohnt sich das sicher als Ersatz für Festgeld in Bezug auf Rendite. Ich habe beispielsweise überhaupt keine Festgeldanlagen und Sparkonten. Nur ein Tagesgeldkonto als Puffer für Wertpapiergeschäfte und als Notreserve.

Kommentar von Rat2010 ,

Gute Antwort D.H.

Nur solltest du die Korrelation nicht unterschätzen. Wenn der nächste Crash von Unternehmensanleihen kommt - und das ist IMHO wahrscheinlich - sind so ziemlich alle ziemlich gleich betroffen.

Kommentar von gandalf94305 ,

Stimmt, aber das wird sich langfristig herausmitteln und die genannten Beispiele unterscheiden sich ja auch in der Strategie. Daher würde ich definitiv keine reinen Rentenfonds empfehlen und auch keinen reinen Aktienfonds. Es sind Misch-/Multi-Asset-Fonds gefragt oder eine Vermögensverwaltung.

Festgeld ist ja auch nicht immun gegen Inflationsanstiege.

Antwort
von Rat2010, 11

Fonds sind eine sehr gute Alternative zum Festgeld, wenn das einige Zeit, also wenigstens ein oder zwei Jahre nicht gebraucht wird.

Voraussetzung ist allerdings dass du zum einen geringe Kosten hast (kein Ausgabeaufschlag) und zum anderen welche mit geringer oder negativer Korrelation kombinierst.

Zum Sauren defensiv passt z. B. der seit Juni 2009 neu und seither sehr gut gemanagte Pioneer Discount Balanced 701270.

Je mehr Geld du anlegst und je länger du darauf verzichten kannst, um so mehr lohnt sich aber auch ein richtiges Portfolio, in dem die defensiven Fonds nur einen Teil ausmachen.

Antwort
von LittleArrow, 8

Das Gute beim Notgroschen ist ja, das man jederzeit darüber verfügen und dran kommen will. Man weiß nur nicht, ob dies in 3 Monaten oder Jahren nötig sein sollte. Notgroschen gehört übrigens generell nicht in Festgeld, sondern allenfalls und größtenteils in Tagesgeld und zu einem kleinen Teil vielleicht in 1- bis max. 3-Monatsgeld.

Die angestrebte Wertsteigerung bei der thesaurierenden Ausgabe (WKN 214466) von 3 % wird durch den Ausgabeaufschlag von regulär 3 % im ersten Jahr schon gleich kompensiert. Aber das macht ja nichts, wenn Du gleich 103,1 % angelegt hast. Etwas billiger als 3 % geht es bei einer Direktbank. Schaut man sich die Historie dieses Fonds an, dann gab es mal in der 2. Jahreshälfte 2008 einen Absturz von ca. 6 %. Vorsichtig würde ich jetzt noch zusätzlich ca. 10 % anlegen. D. h. (im Hundert gerechnet) müßtest Du 114, 5 % einzahlen, um nach 3 % AA und 10 % Absturz noch 100 % übrig zu haben.

Die Erträge werden bei dieser WKN angesammelt und dem Kapital hinzugerechnet ("thesauriert"). Für einen Notgroschen ist das ganz praktisch, da er so etwas mitwächst und in Anbetracht von Preissteigerungen etwas Ausgleich bekommt.

Dieser Saurenfonds ist ein Dachfonds. Er besteht also im wesentlichen aus Anlagen in anderen Fonds. Solange diese Fonds zahlungskräftig und an der Börse handelbar bleiben, treten keine Probleme auf. Bei Immobiliendachfonds gab es hingegen wegen der Schließung der beinhalteten Immobilienfonds drastische Probleme. Ob Du in eine solche theoretische Schlechtwetterlage bei diesem Sauren-Dachfonds kommen könntest, kann ich schlecht einschätzen. Aber was ist mit Deinem Notgroschen in einem solchen Fall, der einen Plan B erfordern würde? Gut, wenn Du zwei Notgroschen hättest oder?

Kommentar von GAFIB ,

Als Alternative würde ich noch die WKN: DBX0BT ansehen. Es ist ein sehr preisgünstiger globaler ETF-Fonds (0,7% TER) mit geringer Volatilität. Hat über die letzten 5 Jahre sehr gut funktioniert und stellt die allermeisten Mischfonds in den Schatten.

Der ETF-Mischfonds (ca. 60% globale Aktien, 40% Renten) hat keinen Ausgabeaufschlag, sondern ist wie eine Aktie zu handeln.

Dachfonds haben ein enorm hohe Kostenbelestung, so dass sie sich nur sehr selten gut schlagen über längere Zeiträume.

Kommentar von Rat2010 ,

Als Festgeldersatz??? Bist du dir sicher? Der hat doch im Mai/Juni fast 12 % abgegeben. Mir fallen das schlagartig mindestens 30 geeignetere Fonds ein.

Kommentar von LittleArrow ,

Der ETF erscheint mir im Gegegensatz zum Sauren-Dachfonds viel gefährlicher für den beabsichtigten Zweck, auch wenn die laufenden Kosten so niedrig sind.

Kommentar von gandalf94305 ,

Ei, das scheint nicht nur Dir so. Aber Geiz ist geil.

Kommentar von Candlejack ,

Nicht als Ersatz für Festgeld und nicht als Alternative für den genannten Sauren !

Abgesehen davon löst Euch bitte mal von dieser Vorgehensweise, den fachlichen Laien in einem Forum einfach eine WKN und einen Namen um die Ohren zu hauen, mit dem sie nichts anfangen und den sie nicht einschätzen können.

Wieso haben Dachfonds per se eine enorm hohe Kostenbelastung ?

Kommentar von LittleArrow ,

Abgesehen davon löst Euch bitte mal von dieser Vorgehensweise,

Ich weiß nicht, was Du in diesem Forum uns damit sagen willst: Lies Wikipedia, geh zum Anlageberater, geh zum Rechtsanwalt oder geh zum Arzt? Dann brauchtest Du das Forum nicht oder umgekehrt wir brauchten solchen Kommentar nicht:-))

Kommentar von Candlejack ,

Wikipedia ist ein online-Nachschlagewerk und für seinen Zweck super, Rechtsanwälte geben Rechtsauskünfte (allerdings auch nicht online), Ärzte stellen selten Onlinediagnosen und schon gar keine Anlageempfehlungen. Das mit dem Anlageberater ist schon der richtige Weg. Dieses Forum ist für Ratschläge gedacht, nicht für konkrete Anlageempfehlungen. Dafür gibts tatsächlich Anlageberater, Richtlinien und Vorschriften.

Kommentar von LittleArrow ,

Rechtsauskünfte (allerdings auch nicht online)

Das zeugt doch leider von einer Unkenntnis des Internetangebots. Guck einfach mal hin, z. B. bei https://www.test.de/Online-Rechtsberatung-Nur-vier-Anwaelte-lagen-richtig-161492.... Bei Stiftung Warentest ist man da schon vor 5 Jahren am Thema dran gewesen. In der On- und Offlineberatung ist es wie im richtigen Leben: es gibt gute und bessere und andere.

nicht für konkrete Anlageempfehlungen

Das möchtest Du vielleicht gerne, aber davon steht nichts in den FF-Richtlinien.

Kommentar von Candlejack ,

Natürlich machen das auch manche RA online, gibt ja auch Berater, die es online machen ;-) Das Gros macht es allerdings immernoch persönlich, ist online eben auch schwierig so mit Analyse, WpHG und Co.

Antwort
von Candlejack, 9

Du kannst in Fonds statt in Festgeld anlegen. Aber die einzigen Fonds, die eine Alternative zu Festgeld wären, sind Geldmarkt- und Rentenfonds und selbst die schwanken und haben keien Garantien bei ähnlichen Rendite.

Abgesehen davon ist so ein Fonds natürlich weniger eine kurzfristige Anlage, denn der AA von 3% muss ja erstmal verdient werden, das erste Jahr ist also wie immer umsonst ;-)

Kommentar von Candlejack ,

ach und btw: sobald das Wort Notgroschen fällt, müsste ein Berater entweder exakt aus Dir rauskitzeln, WAS du damit meinst oder dürfte Dir wegen der Strukturen erst gar keinen Fonds anbieten.

Kommentar von LittleArrow ,

AA von 3%

Wie gut, dass so ein AA kein festes Datum sein muss. Wie man diese Anfangskosten wirksam reduzieren kann, findet man in den Antworten zu dieser Frage: http://www.finanzfrage.net/frage/wo-kann-man-sicher-und-zuverlaessig-fonds-kaufe..., z. B. von Rat2010, gandalf94305 und obelix.

Wer natürlich die 3 % zahlt, hat definitiv gleich einen Startnachteil. Das Verlagern auf sog. no-load-Fonds verlagert nur das Kostenproblem.

Kommentar von Candlejack ,

Muss nicht, darf aber. Ich kann auch Nachlass geben, aber warum sollte ich ? Ich mache eine gute Anlageberatung, mache eine fundierte Empfehlung und hafte auch dafür. Gute Beratung kostet nunmal Geld und für andere Dienstleistungen wird auch Geld genommen.

Fragen nach kostenlosen Fonds gibts hier zur Genüge, auch mit Antworten von den Genannten Usern.

Generell hat jeder einen Nachteil, der für irgendwas Gebühren und Kosten zahlt, aber deswegen gibts noch lange nicht alles umsonst ;-)

Antwort
von althaus, 9

Die Performance von diesem Fonds ist bescheiden. Wer zudem noch 3% Ausgabeaufschlag bezahlt hat im ersten Jahr nichts verdient, da ist jedes Tagesgeld besser. Ich würde meine Notgroschen in Tagesgeld anlegen, da man auf den Notgroschen jederzeit zugreifen kann. Bei dem genannten Fonds wirst Du in den ersten 18 Monaten nur mit Verlust verkaufen können (AA berücksichtigt!).

Kommentar von Candlejack ,

deswegen sind Fonds auch meist eine mittelfristigr Anlage, damit sich der AA rechnet. Wenn der drei Prozent macht, ist er nach 2 Jahren schon besser als heutige Tagesgelder bzw. mindestens gleich gut.

Der Satz zu den 18 Monaten stimmt allerdings.

Antwort
von billy, 8

Bleib lieber beim Festgeld.

Antwort
von SBerater, 9

das ich als Notgroschen bisher immer angelegt hatte

wenn du das Geld als Notgroschen bezeichnest, dann solltest du wissen, dass eine angestrebte Rendite von 3% auch in einen Verlust enden kann.

Fonds investieren in Produkte an der Börse. Dort gibt es Schwankungen. Und damit sind auch Verluste drinnen. Wenn du mit diesen nicht leben kannst, mögliche Kursverluste aussitzen (sofern temporär), dann sind Fonds keine Alternative.

Kommentar von LittleArrow ,

Und damit sind auch Verluste drinnen.

Das ist mir zu holzschnittartig, denn es kommt doch sehr auf die jeweiligen Börsenprodukte an. Nicht jedes Börsenprodukt ist eine Aktie oder ein Wertpapier mit ähnlicher Volatilität!

Kommentar von SBerater ,

das ist schon richtig. Nur soll ich hier eine Abhandlung über Volatilitäten, Sharpe Ratio, Beta etc. schreiben.

Mir ging es um die prinzipielle Aussage, ob ein Notgroschen sich eignet, um in Fonds zu investieren.

Kommentar von LittleArrow ,

Dann nenne doch einfach Fonds (keine Aktienfonds bitte), die für diesen Zweck geeignet wären;-)

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