Frage von Pratxhett, 40

Fondanteile als Minderjähriger geerbt?

Guten Tag,

Ich habe im Testament meines Opas erblickt dass ich Anteile eines Fonds geerbt habe, nachdem mein Opa verstarb. Da die ganze Sache damals sehr unübersichtlich war, haben ich und meine Mutter jetzt erst besagtes Testament gefunden. Nun ist meine Frage, ob mein Vater ohne Kenntnis und Einverständnis von noch mir weder meiner Mutter diese Anteile quasi "verprasst" hat, da ich immernoch minderjährig bin. Jedoch ist im Testament klar zu lesen, dass diese Anteile genau an mich gehen und da haben meine Eltern doch nichts dran mitzubestimmen bezüglich Verkauf etc. der Anteile, oder liege ich da falsch?

Vielen Dank im voraus und freundliche Grüße

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Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Erbe & erbrecht, 39

Dann frage doch Deinen Vater erstmal, was aus den Fondsanteilen wurde.

Wenn im Testament steht, dass Du die bekommen solltest, dann ist das erstmal gültig. Aber es gibt Punkte, die zu beachten sind.

1. Wie hoch ist das Gesamterbe?

2. Was steht im Testament zu Deinem Vater?

3. Wenn Du z. B. Alleinerbe warst, stände dem Vater ein Pflichtteil zu.

4. Deine eltern hatten das Erbe für Dich zu verwalten. Wenn also Dein Vater die Fondsanteile verkauft hat, weil die gefallen sind udn das Geld anders angelegt hat, könnte das OK sein.

Wo habt Ihr das Testament gefunden? Kannte es Dein Vater nicht? Dann müsste er den Gegenwert rausrücken, aber er hätte sich eben seinerzeit als Alleinerbe gefühlt.

Kommentar von EnnoWarMal ,

Zusätzlich kommt noch hinzu, dass es hier darauf ankommt, was für ein Fonds es war.

Sofern es sich um einen (Teil-)Betrieb oder eine Mitunternehmerschaft handelt (beispielsweise als Kommanditist oder BGB-Gesellschafter einer Publikums-Gesellschaft), können die Eltern nicht ohne Weiteres die Vertretung übernehmen. Dann wird ein Ergänzungspfleger benötigt.

Kommentar von Pratxhett ,

@wfwbinder

Schonmal Danke für die Antwort :)

Mein Vater verstarb nach meinem Opa, also fragen kann ich ihn ja nicht mehr. Im Testament steht die Ehefrau meines Opas hat lebenslanges Verwaltungsrecht, dh. wenn sie stirbt rücke ich nach in der Erbfolge und kriege den Erbteil den mein Vater nicht wahrnehmen konnte?

Zu den einzelnen Fragen:

1. Ziemlich groß, aber mich interessiert momentan nur der Fondpunkt

2. In welchem Punkt? An sich nichts naheres.

3. Ich selbst werde namentlich nur bei der Fondsangelegenheit erwähnt, die anscheinend direkt nach dem Tod meines Opad in meinen Besitz überging

4. Ich habe anderswo gelesen dass es nicht so ist, und meine Erziehungsberechtigten es eben nur verwalten,  aber eben nicht verprassen dürfen. Vorallem doch nicht mein Vater auf eigene Faust??

Vielen Dank und schönem Abend

Kommentar von wfwbinder ,

Wenn Dein Vater das Testament gekannt hat, so hätte er natürlich die Fondsanteile getrennt verwalten müssen.

Aber woraus entnimmst Du, dass er es verprasst hat?

Mein Frage nach dem Vermögen ging auch dahin, dass wenn die Fondsanteile mehr als die Hälfte des Gesamtvermgens waren, Deinem Vater ein Teil als Pflichtteil zugestanden haben könnten.

Grundsätzlich kann man eben nur sagen, wenn Dein Vater das Testament kannte, hätte er Deine Anteile getrennt verwalten müssen. Für alles Andere ist Dein Sachverhalt zu dünn.

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