Frage von Tatjana1,

Fitness für Gehirne der Bilanzexperten

Ein Unternehmer (Buchführungspflichtig nur nach EStG) muss, ein vor 2 Jahren privat gekaufter, unbebauter Grundstück, als Einlage in Bilanz zu aktivieren, (Parkplatz für Kunden, zu 100% betriebliche Nutzung).
Er hat damals es für 50 T gekauft. Jetzt ist das Grundstück in Preis gestiegen, nämlich könnte man es für 80 T verkaufen.

Laut § 6 (1)Nr. 5 EStG, ist der Unternehmer verpflichtet das Grundstück mit AK (50 T) in die Bilanz anzusetzen. Bis jetzt ist alles schön und gut.

Der fleißige, jedoch nicht mehr so junge Unternehmer wird voraussichtlich spätestens in 10 Jahre seine Gewerbe aufgeben. Und wenn das Grundstück nach 10 Jahre weiter in Wert gestigen ist, sagen wir, dann 150 T kosten würde, das muss der U die Entnahme des Grundstücks mit dem Teilwert (Wiederbeschaffungspreis) bewerten müssen.

Und somit die Differenz, als Erlöse (wie Verkaufserlöse) versteuern müssen?

Frage 1: verstehe ich das o.g. richtig? wenn ja; grauenhaft, dann muss er lieber statt Entnahme an das z.B. eigenes Kind mit "verlust" verkaufen.

Frage 2: was ist mit diesen 3 Jahren, Anschaffung vor Zeitpunkt der Zuführung?

Was wäre, wenn das Grundstück vor 10 Jahren privat angeschafft wurde? Wird es nur mit Teilwert oder nur mit tatsächlich bezahlten AK angesetzt?

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Antwort
von EnnoBecker,

Gehirnjogging ist insbesondere der erste Satz.

Frage 1:
Ja, das ist richtig. Aber das ist nicht weiter tragisch, denn der Gesetzgeber hat vorgesorgt: Wäre das Grundstück mit 80 zu bewerten, hätte er eben 30 als Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften versteuert. Die Einlage gilt als Veräußerung, § 23 (1) Satz 5.

Frage 2:
Was soll damit sein? Grundstück privat gekauft und innerhalb von 10 Jahren eingelegt. Da kommst du drauf.

Frage 3:
Dann wäre es mit dem TW eingelegt worden und wenn es 10 Jahre und 1 Tag wären, wäre die Einlage auch nicht mehr nach §23 steuerverstrickt.

Das war leicht.

Kommentar von Tina34 ,

... du hast heute deinen guten Tag, das war kein Gehirnjogging sondern nur die freundliche Umschreibung - macht meine Hausaufgaben!

Kommentar von EnnoBecker ,

Ich sag ja, man kann erkennen, ob jemand einfach nur schludert oder nicht. Hier ist es zwar etwas verheddert, aber nicht geschludert. In der Frage mit dem Fluglärm habe ich auch "komische" Sachen geschrieben.

Und ob nun Hausaufgaben oder nicht, das ist doch wurscht.

Kommentar von Tatjana1 ,

In Bezug auf den ersten Satz; ich bin halt nicht hier aufgewachsen. Aber das ist Dir auch schon bekannt. Gut man lernt etwas dazu.

Ansonsten, irgendwie habe ich mich evt. unklar ausgedrückt. Es geht um einen Einzelunternehmer, der bilanziert nach 141 AO. Es wird gar nichts veräußert, sondern es geht ausschließlich um Privateinlage und Privatentnahme von nicht abnutzbarem Wirtschaftsgut.
Nach dem § 6 EStG wird die Privateinlage mit: entweder Teilwert oder tatsächlichen AK bewertet (mit das was eben niedriger ist).

Jedoch Privatentnahme immer mit Teilwert bewertet. Da war ich unsicher, ob ich das richtig so verstanden habe. Das wäre zum großen Nachteil des Unternehmers.

Zur Deinem Punkt 3: Und meinst, dass wenn nach dem Privatkauf mehr als 3 Jahren verstrickt sind, wird das WG immer mit TW eingelegt? Unabhängig wie hoch die tatsächlichen AK waren?

Kommentar von EnnoBecker ,

Du kannst doch § 6 (1) Nr. 5 ebensogut lesen.

Einlage mit dem TW, außer in den ersten drei Jahren, wenn die AK/HK niedriger waren.

Entnahmen mit dem TW.

Kommentar von Tatjana1 ,

Jetzt weiß ich Bescheid.

Der Unternehmer legt sein Grundstück in den Betrieb mit den AK (da sie niedriger sind). In ein paar Jahren meldet er seine Gewerbe ab. Das heißt dann Privatentnahme, jedoch mit dem viel höherem Wert. Und muss wie ein Depp für sein eigenes Grundstück ESt zahlen.

Ich war mir nicht sicher, dass es so tatsächlich ist.

Vielen Dank für Deine Hilfe. MfG Tatjana

Kommentar von EnnoBecker ,

Deswegen legt man das Grundstück ja auch nicht ein.

Kommentar von Tatjana1 ,

Das wird voll nicht gehen, (das „Nichteinlegen“ meine ich), wenn das WG notwendige bzw. gewillkürtes Betriebsvermögen ist. Dann muss er.

Kommentar von EnnoBecker ,

Daran hab ich auch gedacht.

In dem Fall gibt man den Betrieb eben nicht auf.

Oder es findet sich etwas anderes.

Kommentar von Tatjana1 ,

Besser gesagt: Deswegen gründet man eine GmbH.

Kommentar von EnnoBecker ,

Auch eine Möglichkeit.

Oder man verpachtet den Betrieb und nimmt das Verpächterwahlrecht in Anspruch.

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