Frage von seeker, 182

Firmenwagen, zweiter Wohnsitz (Eigentum), mehrere Heimfahrten?

Hallo zusammen,

ich trete im nächsten Jahr eine neue Arbeitsstelle an; diese ist ca. 80km von meinem Erstwohnsitz entfernt. Ich bekomme einen Firmenwagen zur Privatnutzung gestellt. Durch die weite Entfernung entsteht natürlich ein nennenswerter zu versteuernder geldwerter Vorteil.

Ich überlege daher, mir einen Zweitwohnsitz in Arbeitsplatznähe zuzulegen. Ich möchte aber nicht die ganze Woche von meiner Familie getrennt sein, daher würde ich vermutlich nur 2x die Woche dort übernachten (hätte also 3x die Woche eine Heimfahrt zum Erstwohnsitz).

Nun ist mir noch nicht klar, wie ich das in der Steuererklärung angeben muss...- der geldwerte Vorteil wird doch direkt vom Arbeitgeber ermittelt und abgeführt... mit welchen Entfernungsangaben? Für den kürzeren Weg, nehme ich an, und die Heimfahrten gebe ich dann nachträglich bei der doppelten Haushaltsführung an, und sie werden dann mit je 0,002% x km je Heimfahrt "nachversteuert" (und gilt dann die Strecke zwischen Arbeitsort und Hauptwohnsitz, oder nur die Differenz zwischen den beiden Wohnsitzentfernungen, weil die eine Entfernung ja schon vorher versteuert wurde? - Oder muss ich die Heimfahrten je Monat dem AG melden, damit er die schon in der Gehaltsabrechnung berücksichtigen kann (mit dem Aufwand würde ich mich sicher gleich unbeliebt machen ;-))- wenn ja, wie gebe ich die Fahrtkosten als Werbungskosten an? Ich kann in dem Teil ja nur eine Wohnung haben, und nicht 2x die Woche von mir aus 10km und 3x 80km...?- ist dabei die Pauschalversteuerung mit 15% durch den AG möglich? Wenn ja, dann darf ich keine Fahrtkosten mehr als Werbungskosten ansetzen, oder?

Weiterhin spiele ich mit dem Gedanken, mittelfristig an den Arbeitsort umzuziehen und mir dort ein Häuschen zu kaufen. Kann ich ein Haus oder eine Eigentumswohnung kaufen, dies als Zweitwohnsitz nutzen (in der genannten Konstellation, Familie bleibt bis zum gemeinsamen Umzug am Erstwohnsitz, der ist weiterhin Lebensmittelpunkt) und somit über den Zweitwohnsitz praktisch in der Zwischenzeit einen Teil der Kaufkosten "subventionieren" und gleichzeitig teilweise von dem niedrigeren zu versteuernden geldwerten Vorteil für den Dienstwagen profitieren (ob sich das wirklich lohnt, müsste man natürlich immer noch rechnen, das Haus so oft leerstehen zu lassen)? Oder wo liegen da die Grenzen, dass das anerkannt wird? Das neue Haus wäre schließlich etwa so groß wie das bestehende, und ich würde es nur an 2 Tagen in der Woche bewohnen...

Vielen Dank vorab für die Hilfe, ich hoffe, die Fragen sind nicht zu dämlich...

Antwort
von FREDL2, 134

Monatliche Versteuerung:

1 % vom Bruttolistenpreis (Blp) + 0,03 % vom Blp x einf. Entfernung Wohnsitz - Arbeitsplatz (bzw. Zweitwohnung - Arbeitsplatz, wenn vorhanden). Davon ist der Abzug von einf. Km x 0,30 x 15 AT möglich, wenn der Arbeitgeber das pauschal versteuern mag. Die letztere der Summen kann dann nicht mehr als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Bei Vorhandensein eines berufl. bedingten Zweitwohnsitzes kommen nach vorliegenden Angaben noch 0,002 %  für eine 2. und/oder 3. Familienheimfahrt pro Woche zur Versteuerung über die Gehaltsabrechnung dazu. Eine Heimfahrt pro Arbeitswoche ist steuerfrei.

Der Gedankengang, inwiefern die Kaufkosten von Eigentum subventioniert werden sollen, ist mir nicht klar. Die Kriterien der Anerkennung des Aufwands für eine berufl. veranlasste Zweitwohnung sind doch unmissverständlich. Weder die Kosten für ganze Häuser, noch für deren Erwerb sind absetzbar.

Kommentar von seeker ,

Danke für die Antwort schon einmal!

Verstehe ich das richtig, dass die zu versteuernden Zweit-/Drittheimfahrten jeden Monat ans Gehaltsbüro gemeldet werden müssen, damit die Versteuerung bei der Gehaltsabrechnung erfolgt? Ist da keine nachträgliche Meldung erst in der Steuererklärung möglich?

Hinsichtlich der "Kaufkosten": Mir als Laien ist das leider nicht hinreichend klar. Ich habe gelesen, dass die Kosten auch bei Eigentumserwerb absetzbar sind (damit meinte ich natürlich nicht den Kaufpreis, sondern die AfA von 2%/anno sowie ggf. Kreditzinskosten). Die Frage für mich war, ob es zwingend eine Wohnung sein muss, oder ob das auch ein Haus sein kann (auf die Größe kommt es ja nicht mehr an, wenn ich das richtig verstehe), und laut Lexikon gilt ein Einfamilienhaus ja auch als Wohnung...oder ob es nur eine Eingentumswohnung sein darf - und ob in solchen Fällen für die Anerkenntnis bestimmte Anforderungen an die Häufigkeit der beruflich veranlassten Nutzung bestehen (jetzt mal unabhängig von Haus oder Wohnung).

Danke nochmal!

Antwort
von FREDL2, 105

Keine Ahnung, wie man hier jetzt auf einen Kommentar antwortet. Wills auch gar nicht wissen, man kann ja alles künstlich verkomplizieren.

Ja, eigentlich müsste die Lohnbuchhaltung ab jeder 2. Familienheimfahrt eine Versteuerung durchführen. Eigentlich.

Nein, Du kannst keine Afa etc. absetzen. Das, was Du  vermutlich gelesen hast, betraf ein home office ohne einen eigeberunen Schreibtisch in der Firma zu haben. Für beruflich bedingte Zweitwohnsitze gilt: es darf auch ein Palast sein. Absetzbar sind Kosten vergleichbar einer 60 qm Wohnung im betroffenen Ort, aber max. 1.000 bei Nachweis.

"beruflich bedingter Zweitwohnsitz" wäre Dein Zauberwort in welcher Suchmaschine auch immer.

Kommentar von FREDL2 ,

""eigeberunen"" Was ein Quark! "ohne einen eigenen Schreibtisch" hab ich geschrieben, ich schwör!

Kommentar von Primus ,

;-))))))))))))))))))

Kommentar von seeker ,

Hallo Fredl2,

danke. Ich hatte das mit der Abschreibung der Anschaffungskosten hier gelesen:

https://www.vlh.de/arbeiten-pendeln/pendeln/diese-kosten-fuer-eine-zweitwohnung-...

So in der Mitte, "Gekaufte Zweitwohnung...". Wenn man sich da ein Haus am zukünftigen Wohnort schon mal kauft und zeeitweise darin wohnt, fand ich das gar nicht mal so doof...

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