Frage von tempelloewe, 41

Findet durch Ausschlagung des verschuldeten Erbes durch den überlebenden Ehegatten automatisch güterrechtlicher Zugewinnausgleich statt?

Mein von mir seit etwas über einem Jahr getrennt lebender Ehemann ist verstorben. Wir lebten im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft ohne Ehevertrag. Es gibt kein Vermächtnis und kein Testament. Aufgrund von Schulden möchte ich das Erbe ausschlagen. Findet somit zwangsläufig der Zugewinnausgleich (durch Tod) nach den güterrechtlichen (und nicht erbrechtlichen) Regelungen statt? Der Punkt ist, dass mein Zugewinn höher ist als der meines Ehemannes. Wenn nun aufgrund einer Erbausschlagung meinerseits zwangsläufig/automatisch der güterrechtliche Zugewinn errechnet wird, dann bekäme mein verstorbener Mann einen Zugewinnausgleich?! Da mein Mann aber verstorben ist, frage ich mich, ob nun die anderen Erben, d.h., seine Tochter aus erster Ehe sowie unsere minderjährige Tochter diesen Anspruch gegen mich erben? Oder bedeutet güterrechtlicher Zugewinnausgleich nur, dass damit dem überlebenden Ehegatten ein Zugewinn gegeben werden soll? Der überlebende Ehegatte soll ja ein Wahlrecht haben und die für ihn vorteilhaftere Variante (erbrechtlich oder güterrechtlich) wählen. In der Literatur wird immer nur auf den überlebenden Ehegatten geschaut, der einen Anspruch auf Zugewinnausgleich (entweder pauschaliert, erbrechtlich, ohne Erbausschlagung oder genau berechnet, güterrechtlich, mit Erbausschlagung) hat und es wird davon ausgegangen, dass Vermögen vererbt wird und nicht Schulden. Da ich aber das verschuldete Erbe (10.000 €) sowie möglicherweise eine riskante (alte? belastete?) Auslandsimmobilie mir und meiner Tochter ersparen möchte, möchte ich das Erbe "einfach" ausschlagen. Wenn ich damit aber Gefahr laufe, dass damit automatisch ein Zugewinnausgleich zugunsten meines verstorbenen Mannes entsteht und ein weiterer Erbe (meine erwachsene Stieftochter oder die Geschwister meines Mannes, die das Erbe vielleicht nicht ausschlagen werden) den "Zugewinn", den mein Mann, obwohl er verstorben ist, nach seinem Tod und aufgrund seines Todes gegen mich hat, erbt, dann bleibt nur noch eine Nachlassinsolvenz oder ein Nachlassverwalter und ich muss das Erbe annehmen!? Da ich auch nicht weiß, ob das Erbe überschuldet ist (Ich habe keine Unterlagen der Immobilie), muss ich gegebenenfalls auch die Eröffnung des Nachlassinsolvenzverfahrens beantragen?

Antwort
von wfwbinder, 19

Es heißt zwar "bis das der Tod Euch scheidet," aber der Tod eines Ehegatten ist nicht mit einer Scheidung zu vergleichen udn löst auch nicht die gleichen Folgen aus (umgekehrt ja auch nicht).

Also kein Zugewinnausgleich.

Wenn Du also das Erbe ausschlägst, hat es keine finanziellen Folgen für Dich (ausser natürlich, dass Du nichts bekommst).

Kommentar von Snooopy155 ,

Die Fragestellerin darf aber nicht vergessen das Erbe auch für ihr minderjähriges Kind auszuschlagen.

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