Frage von Legionx, 167

Finanzberater Provision

Hallo, ich bin bei einem unabhängigen Finanz- und Versicherungsberater, der mich z.Zt. wirklich gut berät.

Beim Thema BU hat er mir ein Angebot einer Versicherung gemacht für 59EUR. Das gleiche Angebot habe ich über die Versicherung selbst bzw. Vergleichsseiten im Netz für gerade mal 34 EUR gefunden (gleiche Leistungen).

Kann das möglich sein, dass ein Berater monatlich 25 EUR mit dran verdient? Das scheint mir recht hoch. Ich dachte es gäbe in der Branche immer eine Einmalprovision von der Versicherung in Höhe von x Monatsbeiträgen.

Nicht falsch verstehen: Für seine gute Beratung soll er auch seine Provision bekommen - keine Frage. Allerdings macht mich das schon stutzig, wenn er knapp 42% meines Monatsbeitrages als Provision einbehält.

Antwort
von Hanseat, 167

Da passt Einiges nicht zusammen. Was heisst denn "unabhängiger .....berater" ?

Wenn es ein Versicherungsberater ist, dann darf er ausschliesslich für Honorar arbeiten und es gibt keine Provision (weder einmalig noch laufend). Wenn es ein Makler ist, dann gibt es bei einer BU zu 99,9 % eine Abschlussprovision die in die Beiträge einkalkuliert ist, aber niemals 42 % ausmacht.

Dasselbe Produkt für 42 % weniger gibt es nicht, es sei denn es wurden tatsächlich diese 25,- Euro monatlich als laufende Vergütung oben drauf geschlagen. Dieses erscheint mir schwer vollstellbar und bedarf dann natürlich der Nachfrage Ihrerseits. Konfrontieren Sie einfach den "Berater" damit, dann sollte es eine so oder so weiterführende Antwort geben.

Antwort
von Primus, 136
Kann das möglich sein, dass ein Berater monatlich 25 EUR mit dran verdient?

Das kann nicht möglich sein, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Versicherungsberater keine Provision von Versicherungsunternehmen entgegennehmen dürfen.

Die Beratung erfolgt daher gegen ein Honorar, das Du als Kunde zahlen musst.

Es werden sich aber mit Sicherheit noch Fachleute melden, die in dieser Branche tätig sind.

Antwort
von existenzberater, 93

Bei einer BU erhält der Vermittler eine Prov. aus der Bewertungssumme, das ist in der Regel Beitrag mal Laufzeit max. 30 Jahre.... Die Prov. liegt bei ca 30 Promille kann aber auch bis 50 gehen....liegt am Vertrag und Stellung.....Die Kosten liegen aber mindestens bei 60 bis.100 Promille schätze ich, da ja auch die ganzen Orgaleiter, Bezirkzdirektoren usw. bezahlt werden.....Das ist aber überall ähnlich.... Ich bin schon 30 Jahre in der Branche tätig, und bei BU würde ich eine günstige Vers. empfehlen die das auf Risiko abdeckt....Dann kannst günstiger das Risiko absichern.... Bei allen anderen Versicherungen ist nicht nur billig wichtig.... Ein Rechtsschutz ist empfehlenswert zu einer BU die auch die Klage zur Durchsetzung der BU abdeckt....Am besten bei einem konkurrierende Unternehmen.... Gerne berate ich auch neutral wenn ihr mehr wissen wollt

Kommentar von gammonwarmal ,

Gerne berate ich auch neutral wenn ihr mehr wissen wollt

Nee..... besser nicht..... Das Geschreibsel ist ja absolut unverständlich......

Kommentar von existenzberater ,

Musst ja nicht..... jemand schlecht zu machen o. den jenigen zu kennen.....Das kannst du gut.....

Kommentar von gammonwarmal ,

Hast Du Deinen eigenen Text einmal gelesen? Wer so schreibt, auch sachlich falsch, der macht sich selbst schlecht!

Antwort
von billy, 104

Nein das kann nicht möglich sein. Wenn Dein Versicherungsberater sonst gut berät ist das erst recht ein Grund den ausgemachten Unterschied mit ihm gemeinsam zu klären.

Antwort
von gammoncrack, 130

Ein Versicherungsberater erhebt ja einmalig eine Gebühr. Bist Du sicher, dass Du bei einem nicht provisionsabhängigem Versicherungsberater warst und nicht bei einem Makler?

Eine Provision von 40% bei BU-Verträgen ist nicht normal. Keinesfalls über die gesamte Laufzeit. Als Abschlussprovision auf den Jahresbeitrag vielleicht, aber davon würdest Du nichts bemerken.

Kommentar von GAFIB ,

Ich vermute auch, es handelt sich um einen Makler.

Die Provisionen werden auf die Brutto-Beitragssumme über die Gesamtlaufzeit erhoben: Beispiel: 59 € Bruttobeitrag/Monat über 35 Jahre = 24.780 € Beitragssumme x ca. 4,5% = Abschluss-Provision von 1.115 €

Hinzu kommen noch ca. 1-2 % Bestandsprovision p.a. auf die laufenden Beitragszahlungen, z.B. 59 € x 12 = 708 € p.a. x 1% oder 2% = 7,10 bis 14,20 € pro Jahr

Für identische Tarife gibt es keine Beitragsunterschiede je nach Vertriebsweg. Ein Internet-Portal kann daher NICHT günstiger sein. Es muss sich zwingend um einen anderen Tarif handeln, wenn der Beitrag deutlich niedriger ist.

Vermutlich liegt die o. g. Differenz schlicht in unterschiedlichen Annahmen, z.B. hinsichtlich der Vertragslaufzeit oder der Berufsangabe.

Kommentar von gammoncrack ,
Die Provisionen werden auf die Brutto-Beitragssumme über die Gesamtlaufzeit

Im Versicherungsbereich ist der Beitrag ohne Versicherungssteuer immer der sogenannte "Nettojahrestarifbeitrag". Aus Brutto (incl. Versicherungssteuer) wird m. E. nie eine Provision oder Courtage gezahlt.

Kommentar von Hanseat ,

Brutto- und Nettobeitrag hat hier absolut Nichts mit steuern zu tun, diese wird bei LVs nicht erhoben.

Kommentar von GAFIB ,

@gammoncrack: Hier geht es um die Differenz zwischen dem "Tarifbeitrag" (=Bruttobeitrag) und dem effektiven Zahlbeitrag (=Nettobeitrag), der meist ca. 20-30% niedriger ist, weil die Versicherer konservativ kalkulieren und es sog. Risikoüberschüsse gibt, die sofort verrechnet werden (sie gelten so lange, bis sich die Risikostruktur im Kollektiv ggf. verschlechtert, dann kann bis maximal zum Bruttobeitrag Prämie erhoben werden).

Ein geringer Abstand zwischen Brutto- und Nettobeitrag ist kundenfreundlich (=geringes Erhöhungsrisiko), aber Provisions-abträglich, da die Provision auf Basis der (höheren) Bruttobeiträge berechnet wird.

Kommentar von gammoncrack ,

Danke Gafib. Ich war hier bei der Versicherungssteuer.

Das Thema sagt mir allerdings nichts. Ich kenne nur die Kalkulation auf Basis des Schadenbedarfs + Kosten + Gewinnansatz +Versicherungssteuer. Und da werden die Provisionen immer auf dem Beitrag vor Versicherungssteuer gezahlt.

Ich gehe mal davon aus, dass das im Personenversicherungsgeschäft anders ist.

Kommentar von GAFIB ,

Richtig, bei den sog. biometrischen Versicherungssparten (LV, RV, BUV) gelten eigene Regeln.

Vergleiche bzgl. der Brutto-/Netto-Differenzen z.B. hier: http://www.biallo.de/berufsunfaehigkeitsversicherung/

Antwort
von Candlejack, 118

Wie um alles in der Welt kommst Du denn auf diese Zahl ? Wenn ich bei 59 EUR 25 selbst verdienen würde, würde ich nur noch auf BU gehen ;-)

Es gibt keine Einmalprovision in Höhe von x Monatsbeiträgen, das gibts in Kranken. Es gibt eine prozentuale Beteiligung an den eingezahlten Prämien.

Antwort
von Niklaus, 91

Nein das kann nicht möglich sein. Frage deinen Berater nach dem Unterschied.

Antwort
von mig112, 93

Erstens ist der Zug seit gestern abgefahren; Annahmeschluß für die 2014er Konditionen im LV- / RV- / BU-Bereich war kurz vor Weihnachten! Ab jetzt wird es teurer.

Zweitens ist es bei keinem BU-Versicherer Deutschlands möglich, identische Vertragskonditionen mit einem derart immensen Prämienunterschied einzukaufen!

Drittens liegt die Courtage irgendwo um 40 %0 (Promille), nicht aber % (Prozent).

Viertens vertraust du einem MAKLER, der dich zwar unterstützt und berät, aber dennoch kein VERSICHERUNGSBERATER ist!

Kommentar von gammoncrack ,

Drittens liegt die Courtage irgendwo um 40 %0 (Promille)

Dafür packt weder ein Makler noch ein Ausschließlichkeitsvermittler einen Antrag in die Tasche, geschweige denn, dass er einen Kunden besucht!

Kommentar von Hanseat ,

Wieso nicht ?

Z.B. 34,- Euro Netto- und angenommen 45,- Euro Bruttobeitrag, 40 Promille der Bruttobeitragssumme über die Vertragslaufzeit von z.B. 40 Jahren ergibt eine Abschlussprovision von 864,- Euro.

Zuzüglich der entsprechenden Provision bei dynamischen Erhöhungen. Z.B. jährlich um 3,0 %, d.h. nach einem Jahr ca. 25,- Euro erneute Abschlussprovision.

Bestandscourtage liegt z.B. bei 1,5 % der jährlichen Beitragssumme, d.h. ca. 8,- Euro jährlich.

Kommentar von gammoncrack ,
40 Promille der Bruttobeitragssumme über die Vertragslaufzeit von z.B. 40 Jahren ergibt eine Abschlussprovision von 864,- Euro.

Seit wann werden denn Provisionen aus dem Bruttobeitrag bezahlt?

Kommentar von Hanseat ,

Brutto- und Nettobeitrag hat hier absolut Nichts mit steuern zu tun, diese wird bei LVs nicht erhoben.

Die gämgigste Gewinnverwendung bei BUs ist die Sofort-Verrechnung (Sofort-Rabatt), deswegen gibt es einen garantierten Bruttobeitrag und einen verminderten Zahl(=Netto)beitrag. Nur die Canada life macht das anders, hier ist der Zahlbeitrag garantiert.

Die Provision errechnet sich bei den allermeisten Anbietern aus dem Bruttobeitrag.

Kommentar von gammoncrack ,

Bei LV und BU (und Kranken) schon klar.

Für mich kam die Frage auf, weil Sie zwischen Netto und Brutto unterschieden haben. Und das machte für mich keinen Sinn, da immer Netto.

In den Sachsparten erfolgt die Verprovisionierung aber immer aus Netto, nie aus Brutto.

Kommentar von Tina34 ,

was wäre den wenn der Berater mit den 2015 Tarifen gerechnet hat und sie im alten Jahr noch mit 2014 Konditionen gerechnet hat? Käme dann die Diff. zustande?

Kommentar von gammoncrack ,

Sicherlich nicht. Beiträge werden zwar erhöht, aber nicht in diesem Maße.

Da würde der Vertrieb Amok laufen :-))

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