Frage von guapa,

Finanzberater müssen Sachkundenachweis erbringen - ist das ein zuverlässiges Qualitätssiegel??

Ich habe gehört, dass jeder Finanzberater ab diesem Jahr bei der Industrie- und Handelskammer einen Sachkundenachweis ablegen muss. Ist das ein zuverlässiges Qualitättssiegel, auf das man sich verlassen kann? Oder sollen damit nur die ANleger beruhigt werden?

Antwort
von Niklaus,

Ab1.7.2013 benötigt jeder Finanzberater eine neue Erlaubnis nach GewO 34f. Wer die nicht hat, darf keinen Finanzanlagen mehr vermitteln. Um diese Genehmigung zu erhalten, müssen alle Finanzberater einen Sachkundenachweis und eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung , nachweisen. Das ist kein Qualitätssiegel sondern nur der Nachweis, dass derjenige der eine Finanzanlage vermittelt die erforderliche Sachkunde haben muss. Wozu braucht es ein Siegel. Andere Berufe haben auch nur einen Sachkundenachweis.

http://www.muenchen.ihk.de/de/recht/Anhaenge/Stoehr_Finanzanlagenvermittler4.pdf

Kommentar von Gaenseliesel ,

DH ! .... eine fundierte Sachkenntnis erwirbt man sich e erst in der Praxis. Jeder in seiner Tätigkeit, auch ein Finanzberater mit erbrachten Nachweis kann Fehler machen. K.

Antwort
von GAFIB,

Nein, den Sachkundenachweis allein halte ich noch nicht für einen Beleg ausreichender Qualifikation. Da sollte mehr vorhanden sein. Es ist aber ein Schritt in die richtige Richtung.

Für einschneidender halte ich die Geltung der Finanzanlagenvermittlungsverordnung - FinVermV ab 01.01.2013.

Dort finden sich etliche Vorschriften (vgl. §§ 11ff.), deren Einhaltung nicht jedem Finanzberater gelingen wird. Zudem müssen ab 2013 alle Beratungen Wirtschaftsprüfer-testiert werden zwecks Nachweis der Einhaltung der Dokumentationspflichten nach FinVermV. Dies primär wird zu einer gewissen Marktbereinigung führen. Man mag die erheblichen Info- und Dokumentationspflichten nun beklagen, aber es gab in der Vergangenheit leider genug Grund dazu.

http://www.gesetze-im-internet.de/finvermv/BJNR100610012.html#BJNR100610012BJNG0...

Kommentar von LittleArrow ,

Hier ein kürzerer Link: http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/finvermv/gesamt.pdf. Damit kann man die Verordnung auch gut abspeichern.

Kommentar von Niklaus ,

@GAFIB: Das ist doch nicht dein Ernst-oder.

Geltung der Finanzanlagenvermittlungsverordnung - FinVermV ab 01.01.2013.

Das ist meines Erachtens gegen das Grundgesetz. Es wird die Höhe der Provisionen für Krankenversicherungen per Gesetz festgelegt, maximal 9 MB. Ich kenne niemand der mehr als 8 MB bekommen hat. Nur weil einige Großvertriebe und genau vier Krankenversicherungen hier Mist gebaut haben, wird nun vom Gesetzgeber die Höhe der Vergütung festgelegt. Was da gezahlt wurde ist absolut verwerflich. Aber das ist nur eine Sache. Mit diesem Gesetz und diesem Artikel ist die Tür aufgemacht, für weiterer Eingriffe in die Vergütungen. Der Gesetzgeber könnte jetzt sagen Das Stundenhonorar für Finanzdienstleistungen darf 60 € /h nicht überschreiten etc.

2013 alle Beratungen Wirtschaftsprüfer-testiert werden

Ach das ist ein Witz. Seit 1999 habe ich den 34 c GewO. Eine Bedingung ihn zu behalten ist die jährliche MaBV -Prüfung von einem Wirtschaftsprüfer. Kostet mich 420 € /Jahr.

Man mag die erheblichen Info- und Dokumentationspflichten nun beklagen, aber es gab in der Vergangenheit leider genug Grund dazu.

Auch das ist Unsinn im Gesetz. Jeder vernünftige Berater hat schon immer ein Beratungsprotokoll erstellt. Dies wird auch zu keiner Marktbereinigung führen, da jeder Versicherungsvermittler nach 34 d GewO auch ein Protokoll erstellen muss.

Da waren Diltettanten am Werk.

Kommentar von GAFIB ,

Die neue Regulierung ist da und ist umzusetzen. Zu behaupten, es war doch alles immer schon prima, geht an der Realität vorbei.

Kommentar von Niklaus ,

Das Gesetz ist umzusetzen. Das ist richtig und fällt mir auch nicht schwer. Weil ich schon alle Forderungen erfülle. Aber ein kritischer Umgang mit dem Gesetz ist gerechtfertigt. Ich bleibe dabei. Dieses Gesetz wurde von Dilettanten geschrieben. Von Berufspolitikern, die überhaupt kein Ahnung von der Materie haben.

Kommentar von FREDL2 ,

@Niklaus

Dieses Gesetz wurde von Dilettanten geschrieben. Von Berufspolitikern, die überhaupt kein Ahnung von der Materie haben.

Welches Gesetz aus jüngerer Zeit kennst Du, bei dem es sich anders verhält? Mir fällt keines ein.

Antwort
von Larkolas,

Das ist nix Besonderes, etwa so als ob man den Führerschein macht. Man muss zwar ein bisschen dafür lernen, aber das heißt noch lange nicht dass man es wirklich kann.

Also ich würde mich nicht von jemand beraten lassen, der ansonsten keine Qualifikationen hat...

Kommentar von LittleArrow ,

ansonsten keine Qualifikationen

An welche ergänzenden Qualifikationen denkst Du dabei?

Kommentar von LittleArrow ,

Danke für Deine lesenswerten PDFs.

Ich dachte allerdings in meiner Frage an Larkolas an "ergänzende", nicht an "anerkennende" Qualifikationen.

Schön zumindest, dass ich mir bei Bedarf meine Qualifikation anerkennen lassen könnte:-))

Kommentar von Niklaus ,

Sorry aber was du da schreibst ist inhaltsleeres Gerede. Lies mal nach, welche Qualifikation gefordert sind.

http://www.muenchen.ihk.de/de/starthilfe/Anhaenge/merkblatt-sachkundepruefung-fi...

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