Frage von Brujts, 41

Familiengericht will Minderjährigem, trotz Ausschlagung, Erbe zusprechen

Das Erbe ist gering. Der Verstorbene war "Kleinkrimminell" mit Inhaftierung in der geschlossenen Psychatrie. Es besteht die Gefahr privaten Schuldscheine im In- aber auch im Ausland, was aber leider nicht "belegt" werden kann, da kein Kontakt besteht. Auch hat er im Ausland (nicht EU) Land gekauft (dies wurde nach Gerichtsverhandlungen im östlichem Ausland der 2. Frau zugesprochen, da der Sohn aus 1. Ehe ablehnte). Es kann nicht nachvollzogen werden, ob noch mehr, evtl. beliehenes Land existiert.

Der Minderjährige Erbe ist bereits über 17 Jahre, das Verfahren läuft allerdings schon einige Jahre. Alle vorhergegangenen Erben haben abgelehnt. Aus Ansicht der Eltern ist die Annahme des Erbes eine hohe Belastung, da er das Geld immer "aufheben" müsste, falls ein Schuldschein auftaucht. Auch besteht die Angst, dass "dubiose" private Geschäftspartner aus dem Osten ihr Recht einfordern, was natürlich auch nicht belegt werden kann. Das Familiengericht setzt nun eine Frist von 3 Wochen, damit die Eltern die Ablehnung zurücknehmen, ansonsten kommen Gerichtskosten auf Sie zu. Der Minderjährige möchte das Erbe definitiv nicht antreten.

Kann er dazu gezwungen werden ? In dem Sinne ist er ja das schwächste Glied der Kette. Alle, auch die 2. Ehefrau die das ausländische Erbe anforderte, lehnte ab. Wie kann das "zum Wohle des Kindes" geschehen, das Erbe eines kriminellen Psychophaten antreten zu müssen? wie kann man sich dagegen noch wehren ?

Für jegliche Ratschläge wären wir sehr dankbar.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Brujts,

Schau mal bitte hier:
Recht Erbe

Antwort
von imager761, 40

Grds. können weder der Minderjährige selbst noch dessen Eltern ein werthaltiges Erbe ausschlagen. Richtigerweise greift da das Gericht ein.

Nur die Vermutung einer Überschuldung reicht nun nicht aus.

Warum die Eltern nicht auf die Idee kommen, entweder einen Fachanwalt zu konsultieren oder eben selbst durch fristgerechte Nachlassverwaltung dem Kind einerseits sein Erbe und Erinnerungsstücke zu sichern und andererseits dessen Haftung mit eigenem Vermögen bei möglichen Nachlassgläubigern zu beschränken, erschliesst sich mir nun nicht.

G imager761

Kommentar von Brujts ,

Hallo imager761,

vielen Dank für den Hinweis, davon habe ich leider noch nicht gehört, werde es einbringen. Das wäre in jedem Fall eine Alternative. VG Brujts

Antwort
von Privatier59, 41

Es besteht Genehmigungspflicht nach § 1643 Abs.2 BGB:

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1643.html

Allerdings verstehe ich nicht, wieso Ihr Euch da unter Druck setzen laßt. Habt Ihr etwa keinen Anwalt? Das klingt mir nämlich so und es zeigt, dass man nicht an der falschen Stelle sparen soll. Statt uns das vorzutragen müßte der Vortrag gegenüber dem Amtsgericht erfolgen. Ist das nicht geschehen? Wieso nicht? Und es gibt bekanntlich einen Instanzenweg den man bei Entscheidungen einschlagen kann die man für unrichtig hält.

Kommentar von Gaenseliesel ,

DH !..... ganz sicher hast Du recht mit deinen Annahmen Pv59.

Deshalb ist diese Website ff.net eben für viele Menschen eine echte Hilfe in schwierigen Lebenslagen !

Es gibt so unendlich viele " Brujts " in Deutschland, die ohne einen Rat dieser kostenlosen Community, der sprichwörtlich deutschen Bürokratie hilflos ausgeliefert wären.

Da werden Leute ( wie oben geschildert ) bewusst eingeschüchtert und möglicherweise ins finanzielle Verderben geschickt, obwohl es Alternativen gibt !

Immer nach dem Motto: " vielleicht klappt,s ja " !

Da soll man sich einen teuren Anwalt nehmen obwohl es Gesetze gibt, die auch den Ämtern nicht fremd sein dürften.

Bei den Unerfahrenen holt man sich, was bei Rechtskundigen nicht klappt :-((

Was für eine kranke Gesellschaft !!!!!!! K.

Kommentar von Privatier59 ,

Ein Anwalt ist nicht "teuer", wer ihn sich nicht leisten kann, bekommt Prozeßkostenhilfe. Auf die Hilfe von Fachleuten kann man in einer arbeitsteiligen Gesellschaft nicht verzichten und wer es dennoch meint tun zu müssen, trägt die Folgen. So ein Forum wie hier kann nur Tipps geben, niemals aber etwa in einem Gerichtsverfahren den erforderlichen Sachvortrag ersetzen. Wir wissen natürlich nicht, ob der Fragesteller hier anwaltlich vertreten ist. Falsch nicht, wäre das aber ein großer Fehler und der sollte unbedingt korrigiert werden.

Kommentar von Gaenseliesel ,

genau solche Meinungen wie eben deine, möchte ein Fragesteller wissen um weiter Handeln zu können. Er / Sie will nur wissen, ob und wie man sich wehren kann. Du hast den Hinweis zur anwaltlichen Vertretung hier gegeben. Entscheiden muss Brujts natürlich selbst ! K.

Kommentar von Brujts ,

Hallo, viiielen Dank.Die Antwort hat mir wieder etwas Mut gemacht. Werde mich gleich am Montag um einen Anwalt bemühen. Wir hatten uns mit diesen Begründungen vor einiger Zeit schon an das Amtsgericht/Familiengericht gewendet, allerdings ohne Anwalt. Dann haben wir lange Zeit nichts mehr gehört und hofften wir bekommen die Zeit bis zum 18. noch rum. Es ist wahr was "Gaenseliesel" schreibt und ich bin froh, dieses Forum "befragt" zu haben. VG und nochmal Danke Brujts

Kommentar von Privatier59 ,

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

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