Frage von Henni, 42

Fallbeispiel Scheinselbstständigkeit?!

Hallo liebes Forum,

ich bin Student und habe Anfang diesen Jahres ein Job (Sachbearbeitung bei einer Krankenkasse) angenommen. Um die Tätigkeit auszuführen sollte ich ein Gewerbe anmelden. Also habe ich mir ein Gewerbeschein (Kleinunternehmer) besorgt und mir für dieses Gewerbe eine Steuernummer vom Finanzamt zuweisen lassen. Mein Auftraggeber (also auch Rechnungsempfänger und Honorarvertragspartner) ist allerdings nicht die Krankenkasse selbst sondern eben diejenige Person/Firma, die für die Vermittlung des Jobs zuständig war, also sozusagen für die Krankenkasse Personalrecruiter spielt.

Arbeitstechnisch bin ich eigentlich vollständig in die Struktur der Krankenkasse eingebunden. Ich arbeite auch direkt vor Ort. Den Arbeitsumfang und die Arbeitszeiten kann ich mir allerdings (in Abhängig von der Büroauslastung) relativ frei einteilen. Ich achte dabei darauf, dass es im Jahresdurchschnitt nicht mehr als 20h/Woche werden und dass ich unter dem Einkommenssteuerfreibetrag bleibe.

Nun ist das Jahr fast rum und mein Vorhaben mir noch ein bis zwei andere Auftraggeber zu suchen ist bis jetzt noch nicht durchgesetzt.

Ich habe nun etwas bammel vor meiner ersten Steuererklärung im nächsten Jahr. Sollte diese Scheinselbstständigkeit auffliegen, mit welchen Konsequenzen muss ich rechnen? Habe ich überhaupt etwas zu befürchten?

Es wäre schön ein paar Meinungen/Einschätzungen zu erhalten.

Vielen Dank im voraus!

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Antwort
von Kevin1905, 41
Sollte diese Scheinselbstständigkeit auffliegen, mit welchen Konsequenzen muss ich rechnen?

Ich würde nicht zwingend davon ausgehen, dass hier schon eine Scheinselbständigkeit vorliegt, wenn du über Arbeitszeit und Arbeitsort frei bestimmen kannst.

Du hast aber sicher bei der Deutschen Rentenversicherung den Befreiungsantrag für Selbständige mit einem Auftraggeber gestellt (V050) und die Fetstellung der Versicherungspflicht beantragt (V023).

Habe ich überhaupt etwas zu befürchten?

Evtl. von Seiten der Sozialversicherung, denn Selbständige mit einem Auftraggeber sind rentenversicherungspflichtig, wenn ihr regelmäßiges Einkommen 450,- € im Monat übersteigt...

Wenn länger als 3 Monate zwischen Tätigkeitsaufnahme und Antrag vergangen sind, ist eine rückwirkende Befreiung nicht mehr möglich, also darfst du RV-Beiträge nachzahlen...

Wenn sich bei der Prüfung ergibt, dass du doch scheinselbständig bist, hat dein Auftraggeber, der dann eigentlich ein Arbeitgeber wäre ein Problem...

Antwort
von EnnoBecker, 39

Die Schilderung klingt allerdings sehr nach Scheinselbständigkeit.

Allerdings ist das kein Steuerproblem, sondern ein SV-Problem, und dieses Problem hat in erster Linie der Schein-Auftraggeber.

Um aber nun genau bestimmen zu können, ob das nun so ist, muss man den ganzen Sachverhalt kennen.

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