Frage von dakiha, 260

Faktorzertifikat - Dauer und mögliche Kündigung

Ich habe mal als relativer Neuling im Trading-Geschäft eine Frage zu Faktorzertifikaten. Vor allem natürlich zu denen, die einen Index 4-12fach hebeln, sowohl im Long-Bereich als auch im Short-Bereich. Ich höre immer, dass ein Totalverlust aufgrund eines Anpassungsmechanismusses unmöglich ist und es kein Laufzeitende gibt.

Um dies mit einem Beispiel zu belegen: ich kaufe heute bei Dax-Stand 8800 ein Faktorzertifikat von Vontobel mit 8fachen Hebel (WKN: VZ8LDX) für 10.000 Euro. Leider fällt der Dax in den nächste 12 Monaten auf 2000 Indexpunkte. Ist selbst dann mein Faktorzertifikat immer noch kein Totalverlust? Der Dax braucht bei seiner anschließenden Aufholjagd bis er wieder bei 8800 steht 5 lange traurige Jahre. Kann ich dann im Jahre 2019 mein Faktorzertifikat wieder zum Einstiegskurs von 10.000 Euro verlustfrei freikaufen? Oder ist irgendetwas passiert, wo ich als Neuling nicht dran denke?

Wie sieht es mit der Kündigung durch den Emittenten aus? Ich finde im Internet kein Faktorzertifikat, dass es schon knappe 10 Jahre am Markt gibt. Wird ein solches Faktorzertifikat eventuell eingestellt, wenn es wie in meinem Beispiel beschrieben eklatant mit mehreren hundert oder gar tausend Prozent zwischenzeitlich im Minus ist?

Kurzum: Könnte ich bei einem Faktorzertifikat mögliche Verluste einfach so lange aussitzen, bis sich ein Gewinn wieder einstellt - egal nach wievielen Jahren oder auch nach noch so großen zwischenzeitlichen Verlusten???

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, 260

Ein Faktorzertifikat wird ebensowenig auf Null fallen (Totalverlust) wie der DAX. Daher sind die Hebel für fallende und für steigende Kurse ja auch leicht asymmetrisch bzw. bei größeren Schwankungen gibt es intraday Anpassungen.

Faktorzertifikate sind in Deutschland noch nicht lange am Markt. Meines Wissens war die Commerzbank in Deutschland die erste Emittentin so in 2008/2009.

Einziges Risiko ist die Kündigung durch die Emittentin. Das kann natürlich passieren, wenn aufgrund gefallener Kurse zu viele Anleger verkaufen und damit das Produkt unrentabel aufgrund geringen Volumens wird.

Einfach nur fallende Kurse sind kein Problem für die Bank, denn diese stellt sich neutral. Kaufst Du von einer Bank ein Produkt z.B. auf einen steigenden DAX, so verliert die Bank nicht, wenn der DAX steigt und damit Dein Zertifikat "wertvoller" wird. Sie schließt ein Gegengeschäft auf den fallenden DAX ab und stellt sich damit neutral, d.h. verdient letztendlich nur an Spreads und Gebühren.

Antwort
von gammoncrack, 223
mit mehreren hundert oder gar tausend Prozent zwischenzeitlich im Minus ist?

Erkläre mal bitte.

Kommentar von dakiha ,

Wenn der Dax von 8000 auf 2000 Punkte fällt bedeutet das doch einen Verlust von 400 Prozent. Bei einem 8fachen Hebel summiert sich das Minus doch dann auf 3200 Prozent, oder?

Kommentar von gammoncrack ,

In der Schule habe ich das anders gelernt. Ist aber schon lange her. Vielleicht hat sich da ja was geändert und ich habe es nicht mitbekommen:

Gelernt habe ich:

Der Verlust beträgt bei Deinem Beispiel 75%. Der maximale Verluste wäre 100% bei DAX = 0.

Der Gewinn bei dem Zertifikat kann ja etliche tausend Prozent sein, bei Totalverlust sind es trotzdem maximal 100%.

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