Frage von ABNutzer, 16

Fahrten mit eigenem PKW zur Arbeit und zusätzlich von der Firma Kosten für Firmenbus abgezogen

Es wurde mir monatlich 110 € von der Firma fuer Benutzung eines Firmenbuses abgezogen. Durch meine unregelmäßigen Arbeitszeiten konnte ich den Firmenbus in den meisten Fällen nicht benutzen und bin mit dem eigenem PKW zur Arbeit gefahren. Nun hab ich bei meiner Steuererklärung die Angabe gemacht, dass ich immer selbst gefahren bin und die 110€ nicht erwähnt. Nach einer Steuerpruefung bei der Firma wurde dieser Fehler aufgedeckt. Wie soll ich mich jetzt verhalten?

Antwort
von gandalf94305, 6

Es gibt hier zwei getrennte Regelungen: die eine betrifft den Abzug von 110 EUR für den Firmenbus, die eine betrifft die steuerliche Geltendmachung der tatsächlichen Fahrt zur Arbeit.

Warum solltest Du die 110 EUR in der Steuererklärung erwähnen, da es doch Abzüge und keine Einkünfte sind. Wenn die Firma Dir für den Weg zur Arbeit 110 EUR im Monat geben würde, dann sähe das anders aus.

§3 Nr. 32 EStG definiert, daß "die unentgeltliche oder verbilligte Sammelbeförderung eines Arbeitnehmers zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit einem vom Arbeitgeber gestellten Beförderungsmittel, soweit die Sammelbeförderung für den betrieblichen Einsatz des Arbeitnehmers notwendig ist" steuerfrei ist. Nach §9 Abs 1 Nr. 4 Satz 3 gilt "Die Entfernungspauschale gilt nicht für Flugstrecken und Strecken mit steuerfreier Sammelbeförderung nach § 3 Nummer 32." Man kann in diesem Fall also keine Entfernungspauschale absetzen.

Nun ist zwar auf dieser Strecke eine steuerfreie Sammelbeförderung eingerichtet, aber nicht zu den Zeiten, zu denen sie von Dir benötigt würde bzw. zumutbar genutzt werden könnte. Also greift §9 Abs 1 Nr 4 Satz 3 nicht und eine Entfernungspauschale kann geltend gemacht werden.

Es handelt sich daher nicht um einen Fehler. Du hast alles richtig deklariert und solltest auch die Werbungskosten für Fahrten zur Arbeit geltend machen können.

Antwort
von wfwbinder, 7

Mit den 110,- Euro zahlen Sie pauschal für eine Leistung, die Sie aus Gründen der Arbeitseinteilung nicht nutzen konnten.

Das ändert nichts daran, dass Sie das Recht auf die Entfernungspauschale haben.

Was hat denn das Finanzamt eingewendet und was wollen die machen?

Kommentar von gandalf94305 ,

Genauer: das sorgt überhaupt erst dafür, daß die Entfernungspauschale greifen kann. Wäre es zumutbar und möglich, die Sammelbeförderung zu nutzen, der Arbeitnehmer entscheidet sich jedoch dagegen, so wäre keine Entfernungspauschale geltend zu machen.

Kommentar von ABNutzer ,

Im Brief vom Finanzamt steht; in den Einkommensteuererklärungen 2011 u. 2012 mache ich die Entfernungspauschale für Fahrten mit einem PKW geltend, das in meinem Fall nicht richtig wäre und ich nur die tatsächlichen Kosten absetzen kann. Nun soll ich den Einkommensteuerbescheid berichtigen. Ich habe meine Steuererklärung online über Elster erstellt und weiß eigentlich nicht so richtig wo ich das jetzt richtigstellen soll.

Kommentar von FREDL2 ,

@ABnutzer:

online über Elster erstellt und weiß eigentlich nicht so richtig wo ich das jetzt richtigstellen soll.

Was hältst Du von einem Brief wie in der guten alten Zeit? Damit kannst Du sichergehen, dass Deine Einwände auch gelesen werden. Es gibt auch e-mail-Adressen bei den Finanzämtern, aber.... na ja, würde ich nicht nutzen.

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