Frage von Lorenzolo,

Europ. Gerichtshof für Lebensversicherung ein verbraucherfrdl. Gesetz gefällt, viel Stornos nun?

Hat man zw. 1994 und 2007 hierzulande eine Lebensversicherung abgeschlossen, kann man nun ja unter bestimmten Voraussetzungen im nachhinein kündigen und alles gezahlte Geld zurückfordern. Dank dem neuen Urteil vom Europäischen Gerichtshof. (Aktenzeichen C-209/12)Was meint Ihr, sollten sich Betroffene dazu verleiten lassen, zumal die Altverträge doch noch hohe Garantiezinsen haben-wird sich da nun viel tun mit Stornos?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Privatier59,
wird sich da nun viel tun mit Stornos?

Die Sache wird ja zunächst mal zur endgültigen Entscheidung an den BGH zurück verwiesen. Bis diese Entscheidung vorliegt, wird sich überhaupt nichts tun. Danach wird die Versicherungswirtschaft vermutlich in jedem Einzelfall mauern. Ich verstehe den Optimismus mancher Betroffener in solchen Sachen einfach nicht: Selbst wenn ein für sie günstiges obergerichtliches Urteil vorliegt heißt das doch nicht, dass entsprechende Ansprüche außergerichtlich erfüllt werden würden. Man muß vielmehr den Gerichtsweg beschreiten, was für jemand der weder PKH beanspruchen kann noch eine Rechtsschutzversicherung hat bedeutet, er muß erst mal Geld vorschießen. Erst nach Jahren kann er dann die Früchte seiner Mühen ernten, sofern man sie überhaupt ernten kann. Vielleicht stellen sich dann zusätzliche Aspekte heraus an die heute noch niemand denkt. Ich glaube, dass viele Betroffene angesichts dessen einfach resignieren.

Antwort
von gammoncrack,

So einfach wird das nicht werden.

Es geht auch nicht um eine Kündigung im Nachhinein, sondern um ein heute noch bestehendes Widerrufsrecht. Das bedeutet, eine Erstattung aller gezahlten Beiträge incl. Zinsen.

Da es aber nur die Verträge betrifft, bei denen die Versicherer gegen die EU-Richtlinie zur ordnungsgemäßen Belehrung verstoßen haben, muss also jeder Kunde erst einmal ermitteln, ob das auf seinen Vertrag zutrifft. Das werden viele nicht können und deswegen möglicherweise kostenpflichtige Hilfe in Anspruch nehmen müssen.

Aber, es wird etliche Verträge betreffen. Im aktuellen Fall ging es aber erst einmal nur um einen Vertrag der Allianz Versicherung.

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