Frage von jo123, 9

Euribor 3M steigt - beim letzten Mal ein Zeichen von Krise im Finanzsystem, im Interbankenmarkt

der Euribor (3 Monate) steigt an seit Mitte Nov 2013. Als die letzten Anstiege hier erfolgten, zeigt das, dass die Banken sich nicht mehr vertrauen. Es gab Verwerfungen im Bankensystem.

Ist das erneut der Fall? Stress im Interbankenmarkt?

http://www.finanzen.net/zinsen/euribor/Euribor-EUR-3-Monate

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Finanzschlumpf, 3

Wie heißt das ? Paranoid ???

Du willst partout eine Krise in der Bankenwelt ?

Übrigens, als das letzte mal Stress im Gebälk war, 2008 , sind die Euriborsätze massiv gefallen, weil die Zentralbanken massiv die Zinsen gesenkt haben.

Der Anstieg des Euribor hängt größtenteils mit dem Anstieg des EONIA zusammen, der, wie ich schon schrieb, eher sogar eine Normalisierung anzeigt, da er sich wieder näher an den Hauptzins des Interbankgeldmarktes , den Hauptrefinanzierungssatz annähert.

"Mein" Indikator für Stress unter Banken ist seit einiger Zeit der Spread zwischen unbesicherten und besicherten ( Repo ) 3 Monatskrediten unter Banken. Dieser Spread bewegte sich vom 4. Q 2012 bis Mitte 2013 zwischen 0,18 und 0,22 , dann eine Weile zwischen 0,17 und 0,18 , fiel zum Jahresende bis auf 0,13 ( im Zusammenhang damit, dass die Bankenabgabe zum Jahresende fällig wurde ) und ist seitdem wieder auf 0,16 gestiegen. In der absoluten Hochphase der Euphorie ( die aber der Grund für die Krise war ) lag der Spread beständig zwischen 0,05 und 0,10 %. Also langfrsitig gesehen - sieht man auch an den galoppieren Aktienmärkten - sind wir eher am low risk Punkt im Moment.

Was natürlich nicht bedeutet, dass wir schon nächste Woche einen schwarzen Schwan sehen, und das ganze vor vorne los geht.

Kommentar von jo123 ,

weder paranoid noch der Wunsch nach einer Bankenkrise.

Ich habe durch die Finanzkrise einiges verloren und daher bin ich lieber vorsichtig als zu wenig.

Danke für deinen Indikator für Stress unter Banken.

Kommentar von Finanzschlumpf ,

Ja, an den Finanzmärkten zu bestehen ist nicht einfach.

Auch wenn bisher noch alles auf grün steht , ich persönlich denke schon, dass sich mittelfristig ein kleines Gewitter zusammenbraucht......

Antwort
von gandalf94305, 2

Schau Dir doch bitte erst mal die Ansicht des Charts mit dem Zeitraum "MAX" an :-)

Nun sagst Du mir, ob da noch ein Anstieg erkennbar ist.

Der Grund für den steigenden EURIBOR-3M ist recht einfach. Man rechnet mit einer kleinen Wahrscheinlichkeit, aber eben mit zunehmenden Chancen damit, daß eine Zinserhöhung stattfinden könnte. Daher wird der EURIBOR-3M weiter steigen, wenn diese Marktmeinung stärker wird. Ungesund sind solche Bereiche allerdings nicht wirklich, wie Du im langfristigen Chart klar erkennen kannst.

Kommentar von Finanzschlumpf ,

Sry, aber ich würde wetten das auf Sicht drei Monate niemand mit einer Zinserhöhung rechnet , wegen der "forward guidance". Und erst heute faselte wieder einer von der EZB von Minuszinsen.

Dass immer mehr auf Sicht der nächsten 12 Monate mit einer Zinserhöhung rechnen, mag stimmen, aber dann muss ich Laufzeiten > 12 Monate "long" gehen, und nicht die 3 Monate. ( Da würde man dann sogar u.U. einen gegenläufigen Effekt sehen können, Stichwort : Indifferenzkurve ).

Kommentar von gandalf94305 ,

Stimmt, aber da die Risiken der langlaufenden Verpflichtungen mit den Kurzläufern über die Refinanzierungsgeschäfte von Banken korrelieren, müssen im Interbankenmarkt bei langfristig steigenden Zinsen notgedrungen auch die kurzen Zinsen leicht steigen. Das wird durch die Zinsswaps, z.B. EONIA-Swaps oder CM-Swaps, hervorgerufen.

Kommentar von Finanzschlumpf ,

Die "Indifferenzkurve" sagt genau das Gegenteil.

Wenn die langen Zinsen durch Spekulation, also reine Zinssteigerungserwartung nach oben gehen, müssen die Spekulanten die am langen Ende aufgenommenen Mittel ja am kurzen Ende anlegen.

Daher gilt - ceteris paribus - natürlich, und wenn alle Zinsen, auch das kurze Ende ganz "frei" wären : Steigende lange Zinsen führen zu fallen kurzen Zinsen.

Antwort
von althaus, 2

Das sind ganz normale Schwankungen. Dein Gedanke würde ich teilen, wenn es ein paar Prozentpunkte wären. Aber der Unterschied ist winzig gering, so daß ich nicht mit Dir konform bin.

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