Frage von dj600stoxx,

Eure Kommentare zum Löwen Aktienfonds (WKN: 976 980)

Der Löwen AF wurde ursprünglich als Mitarbeiterfonds für die Mitarbeiter von Henkel aufgelegt, der AA beträgt 4%, die Managementgebühr beträgt 1.05%, erfolgsabhängige Mgmtgebühr gibt es nicht.

Früher wurde der Fonds als tolles Investment dargestellt, aber nun erhält er von Feri nur noch das schlechteste Rating (E), Morningstar: 2/5 Sternen. Fondsmanager ist Marc Alexander Kniess, der in der Vergangenheit gut bewertet wurde.

Aber seit Jahren schafft es der Fonds nicht, seine Benchmark zu schlagen. Weiss jemand, was da los ist?

Und n0och eine Frage: wie kann es mathematisch möglich sein, dass die TER kleiner ist als die Managementgebühr, als letztere doch in die Berechnung der TER einfliesst?

Danke VG und guten Rutsch dj600stoxx

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Aktienfonds,

Den MSCI World zu schlagen oder auch nur 1:1 abzubilden ist nicht einfach. Der Fonds hat auf fünf Jahre -24% (MSCI World -8%), auf drei Jahre -5% (MSCI World +23%). Das Problem in diesem Fonds würde ich bei der Branchegewichtung sehen. Der Fonds hat stark auf ertragsreiche Banken gesetzt, die in 2008/2009 abstürzten. Der Dreh gelang durch eine Verlagerung mehr auf asiatische Aktien, jedoch wurden die Erholung der Bankwerte, der Run auf Pharmawerte, sowie der Abzug von Kapital aus den Emerging Markets verschlafen, so daß sich seit 2009 nicht mehr viel tut. Die derzeitige, massive Untergewichtung asiatischer Aktien dürfte in 2013 ebenso negativ wirken.

http://www.morningstar.de/de/funds/snapshot/snapshot.aspx?id=F0GBR04CR7

TER liegt momentan bei 0,71%. Ich nehme an, daß die tatsächlich erhobene Managementgebühr unter den max. möglichen 1,05% liegt.

Antwort
von Tritur,

Wenn die TER niedriger ist, als die Managementgebühr sollte man misstrauisch sein!

Im letzten unter www.dws.de zugänglichen Geschäftsbericht kann man auch gleich fündig werden: Der Fonds hat gigantische Transaktionskosten. Diese betragen satte 552 TEUR bei einem Fondsvolumen von nur 48 Mio EUR. Das sind aufs Fondsvolumen 1,15%. (Nur mal so zum Vergleich: Den größten Anteil in meinem Fondsdepot hat flexibler Mischfonds mit einem Fondsvolumen von 190 Mio EUR und Transaktionskosten 73 TEUR = 0,0384% seines Volumens).

Dass unter dermaßen hohen Transaktionskosten auch die Performance stark leidet liegt auf der Hand. Man darf sich aber auch fragen, warum die Transaktionskosten so hoch sind? Ist die Depotbank so teuer oder der Manager ein wilder aber offensichtlich nicht sehr erfolgreicher Trader, der den Spruch „Hin und her macht Taschen leer“ noch nie gehört hat?

Noch schlimmer, es drängt sich aufgrund der hohen Transaktionskosten und niedrigen TER der Verdacht auf, dass die an der Verwaltung des Fonds Beteiligten, im Interesse einer günstig erscheinenden TER (in der die Transaktionskosten nicht berücksichtigt sind), die Anleger täuschen, indem sie sich außerhalb der TER hohe Zusatzerträge durch eine Beteiligung an den Transaktionskosten zuschanzen.

Wäre ich Anleger im Löwenfonds, würde ich entsprechende Frage mal an die Innenrevision der Deutschen Bank (Muttergesellschaft von DWS) schicken, mit Kopie an die BaFin. Letzterer könnte man dann gleich auch die Frage stellen, warum Transaktionskosten nicht in der TER enthalten sind.

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