Frage von jutta61, 318

EU Rente und Witwenrente

Ich beziehe EU Rente in Höhe von 650 Euro und die Große Witwenrente in Höhe von 580 Euro netto. Ich hab die Möglichkeit eine Halbtagsstelle in einem Pflegeheim zu bekommen. Mir wird ja dann sicher die EU Rente gestrichen. Wie sieht es mit der Witwenrente aus...wieviel darf ich verdienen, netto, damit sie nicht gestrichen bzw. gekürzt wird?

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Antwort
von hubkon, 189

Hallo jutta61,

Sie schreiben:

EU Rente und Witwenrente. Ich beziehe EU Rente in Höhe von 650 Euro und die Große Witwenrente in Höhe von 580 Euro netto.<

Antwort:

Es ist in der Tat so, daß Sie vor der Aufnahme einer derartigen Tätigkeit einige Nächte über Ihr Vorhaben schlafen sollten, sich ganz genau überlegen sollten, was Sie sich da ggf. antun und die verschiedenen Scenarien gründlich durchkalulieren!

Warum?

Da stoßen buchstäblich zwei verschiedene Welten aufeinander!

Zunächst einmal ist klarzustellen, daß Sie, je nachdem welche Art von Erwerbsminderungsrente Sie beziehen, unterschiedliche Hinzuverdienstgrenzen berücksichtigen müßen!

Sollten Sie teilweise Erwerbsminderungsrente beziehen, sind die Hinzuverdienstgrenzen auf Ihren speziellen Einzelfall bezogen in Ihrem Rentenbewilligungsbescheid exakt ausgewiesen!

Übersteigt Ihr Hinzuverdienst diese Hinzuverdienstgrenzen, so müßen Sie mit ensprechenden Kürzungen bzw. mit dem Entzug der teilweisen Erwerbsminderungsrente rechnen!

Sollten Sie volle Erwerbsminderungsrente beziehen, so dürfen Sie ab 1.1.2013 generell bis zu 450 Euro monatlich und zweimal jährlich bis zu 900 Euro hinzuverdienen!

Da Sie eine Erwerbsminderungsrente in Höhe von 650 Euro beziehen ist wohl davon auszugehen, daß es sich hierbei um eine volle Erwerbsminderungsrente handelt!

Aber Achtung:

Bei diesen Hinzuverdienstgrenzen übersehen die Betroffenen oft, mit welcher Argumentation sie sich die jeweilige Erwerbsminderungsrente überhaupt erstritten haben!

Da Sie laut Ihrem Rentenbewilligungsbescheid ausdrücklich dazu verpflichtet sind, jegliche Änderung in Ihren finanziellen Verhältnissen anzuzeigen, müßen Sie bei der DRV ganz genau angeben, welche Art von Tätigkeit Sie ausüben und wieviele Stunden pro Arbeitstag!

Hierzu ist in der Regel eine detaillierte Arbeitsplatzbeschreibung seitens des Arbeitgebers erforderlich!

Aus dieser Arbeitsplatzbeschreibung muß dann ersichtlich sein, welche Tätigkeiten genau ausgeführt werden und wieviele Stunden pro Arbeitstag!

So kann die DRV ggf. ganz genau rekonstruieren, ob Ihre Tätigkeit im Einklang mit Ihren gesundheitlichen Beschwerden steht oder ob sich da ggf. herauskristallisiert. daß die Gründe für die Bewilligung der Erwerbsminderungsrente entfallen sind, weil eine gesundheitliche Verbesserung angenommen werden kann!

Bitte bedenken Sie:

Um eine volle Erwerbsminderungsrente überhaupt bewilligt zu bekommen, muß in der Regel der Nachweis erbracht werden, daß die Leistungsfähigkeit auf Grund gesundheitlicher Beschwerden auf Dauer, auf unter 3 Stunden pro Arbeitstag, innerhalb einer 5-Tage-Woche, auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt, abgesunken ist!

Bitte achten Sie auf den sehr wichtigen Passus:

Leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt!

Hierunter fallen laut DRV Pförtner, Museumswärter, Nachportier, Abpacker und viele andere wie z.B. unter folgendem Link der DRV:

google>>deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_240ANL2

Nun zu Ihrer Witwenrente:

Vorsicht bei Witwenrente!

Siehe hierzu z.B. unter folgendem Link der DRV:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/rentent...

Wird neben der eigenen Rente eine Witwen- oder Witwerrente bezogen und daneben ein 450-Euro-Job ausgeübt, ist das für die eigene Rente kein Problem – aber bei der Witwen- oder Witwerrente kommt es ggf. zur Kürzung, denn hier werden die Einnahmen aus der eigenen Rente und aus dem Minijob zusammengerechnet. Übersteigen die Gesamteinkünfte den Freibetrag von zurzeit 741,05 Euro (Wohnsitz alte Bundesländer), bzw. 657,89 Euro (Wohnsitz neue Bundesländer), wird die Witwen- oder Witwerrente gekürzt.

Für alle Rentner gilt die Empfehlung, sich vor Aufnahme einer Beschäftigung beim Rentenversicherer zu erkundigen, ob ihre Rente sich hierdurch mindert. Nur so lassen sich unliebsame Überraschungen wie eine rückwirkende Rentenminderung und Rückforderung vermeiden.

Fazit:

Ob Ihr Vorhaben sich im Endeffekt unter dem Strich finanziell ausbezahlt, darf an dieser Stelle stark bezweifelt werden!

Bitte denken Sie in diesem Zusammenhang auch an steuerliche Dinge, an die Kosten und Zeit, welche Sie ggf. vom und zum Arbeitsplatz aufwenden müßen und nicht zuletzt an das Glaubwürdigkeitsproblem ggf. der DRV im Zusammenhang mit Ihren gesundheitlichen Beschwerden/Begründungen betreffs Ihrer Erwerbsminderungsrente!

Sie wecken ggf. mit Ihren Aktionen schlafende Hunde bei der DRV und gefährden Ihre finanzielle Zukunft, weil Sie jederzeit damit rechnen müßen, daß Ihnen die Erwerbsminderungsrente entzogen wird!

In der Regel und in der Praxis ist es leider meist so, daß Bezieherinnen und Bezieher von Witwen/Witwerrente im Zusammenhang mit der Aufnahme einer Beschäftigung erhebliche finanzielle Nachteile erleiden!

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Antwort
von Rentenfrau, 144

Hallo Jutta61, da Du eine Erwerbsunfähigkeitsrente beziehst, wäre diese weg, wenn Du über 450 Euro verdienst, weg erstens weil Du die Hinzuverdienstgrenze (die liegt bei 450 Euro) sprengst und weg zweitens, weil die Deutsche Rentenversicherung Deinen Versicherungsfall überprüfen wird, da es unwahrscheinlich erscheint, daß ein Rentner mit einer vollen Erwerbsminderungsrente mehr als die 450 Euro verdienen kann und dann könnte die Rente entzogen werden, bzw. nur noch als teilweise Erwerbsminderungsrente bezahlt werden. Daher solltest Du Dir die Aufnahme eines Jobs mit über 450 Euro Lohn wirklich gut überlegen. Bei der Witwenrente gibt es einen Einkommensfreibetrag von 740 Euro (aufs Netto gerechnet). Wenn Du mit dem Nettoeinkommen drüber liegst, dann würden (von dem Betrag darüber) 40 % auf die Witwenrente angerechnet.

Antwort
von blackleather, 126

weil noch nicht bekannt ist, wieviel ich halbtags verdienen würde

Wie soll man dann vor dem Hintergrund von §§ 18b Abs. 5 SGB IV, 97 Abs. 2 SGB VI ausrechnen, in welcher Höhe das Einkommen auf die Witwenrente angerechnet würde, wenn du es überhaupt nicht kennst?

Antwort
von HilfeHilfe, 109

Hallo

das lässt sich so pauschal nicht sagen. Es gibt hierzu feste Rechenformeln. Falls Dir das Einkommen bekannt ist einfach bei der Rentenstelle anrufen und nachfragen.

Da es eine Halbtagsstelle ist kann es auch sein das du die EU-Rente behalten kannst.

Blöde Frag, lohnt eine Halbtagsstelle in der Pflege mehr wir 650 € EU-Rente ? Kann ich mir kaum vorstellen.....

Kommentar von jutta61 ,

Wenn Du meinst ob es sich finanziell lohnt, weiss ich es noch nicht, weil noch nicht bekannt ist, wieviel ich halbtags verdienen würde. Was die Arbeit in der Altenpflege betrifft, lohnt es sich auf alle Fälle, jedenfalls für mich:)

Kommentar von HilfeHilfe ,

ok verstehe ich zwar nicht warum du der meinung das es sich lohnt obwohl du nicht weisst was du verdienst.

aber OK :)

Wenn ich 20 Stunden schuften muss um am Ende des Monats 100 € mehr zu haben würde ich es nicht machen. Immerhin stehen dir die Renten zu.

Ich dachte immer in der Pflege wird nicht so gut verdient. Immer dran denken, Brutto nicht gleich Netto

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