Frage von LUPOm, 82

EU-Rente und Grundsicherung

Hallo - habe mal wieder eine Frage: mir wurde jetzt eine befristete volle EU-Rente zuerkannt, die mit Grundsicherung aufgestockt wird. Bis jetzt bezog ich AlG II. Da AlGII im Voraus, die Rente jedoch rückwirkend gezahlt wird, entsteht jetzt ein Monat ohne Bezüge. Den Lebensunterhalt könnte ich mir notfalls noch zusammenzimmern, die Miete jedoch unmöglich bezahlen. Was gibt es für Möglichkeiten, die Mietzahlung nicht zu unterbrechen. Für jeden Tip und Rat bin ich dankbar!!!!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von blnsteglitz, 69

Du könntest beim Sozialamt prüfen lassen ob für dich der § 38 SGB XII in Frage kommt.

Kurz gefasst: Du würdest ein Darlehen beantragen, welches in kleinen Raten zurück gezahlt werden muss.

Kommentar von wfwbinder ,

DH, genau richtig. klappt auch.

Kommentar von LUPOm ,

Danke für beide Antworten. Das hatte ich mir schon gedacht, aber es ist gut, dass Ihr es mir nochmals bestätigt habt.

Kommentar von blnsteglitz ,

Gerne -Noch schöne Ostertage.

Antwort
von Kevin1905, 52

Darlehen beim Grundsicherungsträger beantragen, darfst du dann abstottern.

Antwort
von cyracus, 34

Hier zu diesem Thema ein - zu recht - sehr zorniger Artikel:

Zehntausenden Hartz IV-Empfängern fehlt bei Renteneintritt ein Monatseinkommen

http://www.linksfraktion.de/pressemitteilungen/abgeordnete/zehntausenden-hartz-i...

Bitte wende Dich auch an eine Sozialberatung (google so und füge Deinen Wohnort hinzu oder den nächstgrößeren, falls Deiner klein ist). Dir werden so Institutionen wie die Caritas, Diakonisches Werk, Paritätischer Wohlfahrtsverband u.a. gezeigt. Lass Dich dort beraten.

Möglicherweise ist es sinnvoll, bei Vorsprachen beim Amt mit einem Beistand zu erscheinen. - Lies dazu dies, das ich für "Hartzis" und "GruSis" (Grundsicherung im Alter) formuliert habe:

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Vorsorglich auch diese Hinweise von mir:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen). Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird. - Wiederum dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten). - Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache sogar zügiger bearbeitet.

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Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein. Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch Infos im Vertrauen landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“ (wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden.

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Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen. Dieser muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Die Begleitung kann aber auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google mit 13 sgb 10):

  • (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene gilt als von dem Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht.

Es gibt auch ehrenamtliche Behördenbegleiter. - Google jeweils mit Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

Ämterlotsen

Behördenlotsen

Behördenbegleiter

Hartz IV Mitläufer

Hartz IV Gegenwind e.V.

Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und (die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus.

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft): Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

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Und google mit

legitimation eines beistands pdf

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen.

Auch erfährst Du so, dass wenn Dein Beistand für Dich etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es gesagt.

Kommentar von LUPOm ,

Hallo cyracus - Dank für Deine Antwort. Allerdings sind mir die nötigen Verhaltensmassregeln bei Ämtern bekannt. Ich war lange genug im H4-Bezug und bin mit den Ämtern ohne Probleme klar gekommen. Die von Dir erwähnten "Hilfsorganisationen" kann man aber beruhigt in die Tonne kloppen. Insbesondere das "ELO-Forum". Zum einen ist dieses Forum absolut links gerichtet und eine -nur im geringsten abweichende Meinung- wird mit dem Verweis aus dem Forum geahndet.Ich weiss das aus eigener Erfahrung. Wenn man sich dort nicht als Linker outet, wird man sofort als Rechter bezeichnet. Und ich bin weder das Eine noch das Andere. Ausserdem wird in diesem Forum nur darüber geschrieben, wie man sich den Auflagen der Jobcenter entzieht. Es geht keinesfalls darum, Hilfe bei der Arbeitssuche zu finden, sondern darum, das kleinste Haar in der Suppe zu finden und damit die Vermittlungsbemühungen seines Sachbearbeiters zu torpedieren. Gleichermassen wird offen zur Gewalt gegenüber Mitarbeitern des Jobcenters aufgerufen. Ich glaube, es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die Staatsanwaltschaft mit diesem Forum befasst. Das Einzigste, was von den Moderatoren und dem Betreiber der Seite nachdrücklich gefördert wird, ist die Kontennummer für Spenden für ihre "Organisation" - die steht nämlich in jeder Mail der Moderatoren. Wer sich auf diese Seite einlässt, ist entweder verblendet oder wird sich innerhaslb kürzester Zeit wieder davon abwenden. Ciracus - gib den Leuten hiert bitte weiterhin gute Ratschjläge, aber bitte erwähne nie wieder dieses unerträgliche "ELO-Forum" !

Kommentar von cyracus ,

Ich verstehe nicht, warum Du mich wegen des Hinweises auf die hervorragende Schrift des Dr. von Wulffen "Legitimation eines Beistands", das vom elo-Forum ins Netz gestellt wurde, "anpinkelst".

Zum einen kann ich nicht wissen, was Du schon alles weißt - viele hier waren für meine Hinweise dankbar, weil sie ihnen wirklich geholfen haben.

Und dafür, dass kein anderer die Schrift des Dr. von Wulffen ins Netz gestellt hat, kann ich nichts. - Ich vermute, Du hast Dir nicht einmal die kleine Mühe gemacht, in die Schrift reinzusehen. Dann nämlich hättest Du erkennen können, dass diese Ausführung nicht für die Tonne ist.

Ich empfehle, bei künftigen Fragen dazuzuschreiben, was Du alles schon weißt und welche Art von Rat Du auf keinen Fall haben wirst.

Dir ist hoffentlich klar, dass wir nicht angestellt und bezahlt sind von Gutefrage, sondern dass alle diejenigen, die hier Rat geben, es quasi ehrenamtlich machen und so ihre Zeit und ihr Wissen schenken. Die Ratgebenden dafür "anzupinkeln" finde ich ist unterste Schublade.

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