Frage von Norokon, 46

EU Rente ohne Pflichtbeiträge aber mit GdB 70?

Hallo,

meine Partnerin ist seit ihrer frühen Kindheit Schwerbehindert. Bisher bezog sie Kindergeld, oder besser gesagt ihre Mutter, und nun hat sie einen Schwerbehindertenausweis mit 70% mit den Merkmalen B und H beantragt (welche ihr laut ihrer Ärztin zustehen).

Sie ist 18 Jahre, lebt in Deutschland und möchte nun die EU-Rente beantragen, hat aber bisher nur bei einem Praktikum versucht zu arbeiten, das gelang ihr aber nicht und so fehlen ihr sämtliche Pflichtbeiträge welche notwendig sind für diese Rente.

Was können wir denn nun tun? Sie würde gerne irgendwann mal von zuhause wegziehen, kann dies aber ohne irgendwelche finanziellen Mittel nicht machen.

Antwort
von RHWWW, 20

Hallo,

eine Rente wegen Erwerbsminderung wird nur gezahlt, wenn man mindestens 5 Jahre Rentenversicherungsbeiträge gezahlt hat.

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/2_Rente_Reha/01_re...

Normalerweise sind die Beiträge vor Eintritt der Erwerbsminderung zu zahlen. Wenn man nach Eintritt der Erwerbsminderung 20 Jahre Beiträge gezahlt hat (z.B. bei einer Tätigkeit in einer Behindertenwerkstatt), besteht auch ein Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/2_Rente_Reha/01_re...

Sie sollte mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Kontakt aufnehmen. Falls sie voll erwerbsgemindert ist und eine Berufstätigkeit auf keinen Fall möglich ist, sollte sie das Sozialamt kontaktieren.

Gruß

RHW

Antwort
von hubkon, 8

Hallo Norokon,

Sie schreiben:

EU Rente ohne Pflichtbeiträge aber mit GdB 70?

Antwort:

Die Schwerbehinderung hat auf die Bewilligung einer Erwerbsminderungsrente in der Regel keinen Einfluß!

Siehe hierzu auch unter folgendem Link:

http://www.behindertenbeauftragte.de/DE/Themen/Soziales/Renten/Erwerbsminderungs...

Die Erfüllung der versicherungsrechtlichen Voraussetzungen ist Grundbedingung für die Bewilligung einer Erwerbsminderungsrente und hier steckt der Teufel im Detail!

Auszug aus obigem Link:

Auch besondere versicherungsrechtliche Voraussetzungen müssen erfüllt werden. Hierfür ist es erforderlich. dass die/der Versicherte in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre mit Pflichtbeitragszeiten (sogenannte 3/5-Regelung) zurückgelegt hat, also so lange schon Beiträge in die Rentenversicherung einzahlt.

Was können wir denn nun tun? Sie würde gerne irgendwann mal von zuhause wegziehen, kann dies aber ohne irgendwelche finanziellen Mittel nicht machen.

Antwort:

Der Weg in die DRV - und in die Erwerbsminderungsrente könnte über den Umweg "Behindertenwerkstatt" gelingen, wenn die dafür notwendige Geduld und Flexibilität (20 Jahresklausel) vorhanden ist!

Auszug aus obigem Link:

Die allgemeine Wartezeit ist die Mindestversicherungszeit für einen Anspruch auf eine Rente wegen Erwerbsminderung. Auf diese Wartezeit werden Beitragszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung aus Pflichtbeiträgen und freiwilligen Beiträgen, Kindererziehungszeiten im Sinne des § 56 SGB VI und Ersatzzeiten gem. § 250 SGB VI, wie z.B.Zeiten des militärischen oder militärähnlichen Dienstes, angerechnet.

Für Versicherte, die bei Eintritt der vollen Erwerbsminderung die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren nicht erfüllt haben (z. B. bei einem von Geburt an behinderten Versicherten), ist die Leistung einer Rente wegen voller Erwerbsminderung möglich, wenn insgesamt 20 Jahre mit Beitragszeiten (auch Zeiten einer freiwilligen Versicherung) oder Ersatzzeiten (militärischer Dienst etc.) belegt sind

Wie könnte vorgegangen werden?

Zum Beispiel Kontaktaufnahme mit:

http://www.cjd.de/angebote/

Auszug:

Angebote im CJD

An über 150 Standorten - von Rügen bis Berchtesgaden, von Dresden bis Homburg/Saar - unterstützen 9.500 CJD Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jährlich 155.000 Menschen.

Alternativ über die anderen Wohlfahrtsverbände wie:

https://www.caritas.de/hilfeundberatung/onlineberatung/onlineberatung

https://www.diakonie.de/service-navigator.html?action=map&consulting=1

Fazit:

Es gibt leider nicht viele Alternativen, aber es gibt diese:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/1_Lebenslagen/...

Auszug:

Arbeiten Sie in einer gesetzlich anerkannten Werkstatt für Behinderte, erhalten Sie dafür in der Regel nur ein Taschengeld. Hier besteht für Sie Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Grundlage für Ihren Rentenversicherungsbeitrag ist ein gesetzlich festgelegter pauschaler Verdienst. Er beträgt mindestens 80 Prozent der so genannten Bezugsgröße. Die aktuellen Werte dieser Bezugsgrößen – aufgeteilt in Ost und West – entnehmen Sie bitte unserer Broschüre „Reha und Rente für schwerbehinderte Menschen“.

Im Regelfall zahlt der Träger der Einrichtung Ihren Rentenversicherungsbeitrag. Ist Ihr tatsächlicher Arbeitsverdienst höher als 20 Prozent der monatlichen Bezugsgröße oder sind Sie in einem Integrationsprojekt beschäftigt, gelten spezielle Regelungen. Ab 80 Prozent gelten die üblichen Bestimmungen: Versicherte und Arbeitgeber tragen jeweils die Hälfte der Beiträge.

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Antwort
von Gaenseliesel, 23

Hallo,

ich gebe dir hier mal einen Link, dieser dürfte der jungen Frau dabei helfen, ein eigenständiges Leben zu beginnen

https://www.familienratgeber.de/schwerbehinderung/grundsicherung.php

Alles Gute und viel Glück !

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