Frage von microgeo, 30

Etwas provokant: Lohnt sich sparen fürs Alter im Zeitalter von HartzIV noch?

Immer fleißig sparen, damit man wenn einen z.B. die Personaler mit spätestens 50 heraustreten, nicht soviel Hartz4 braucht, bevor die Altersarmut kommt. So kommt mir das Thema Altersvorsorge in D mehr und mehr rüber, wenn ich mit HartziV-Empfängern darüber spreche.

Von Gold wird oft abgeraten, mangels Rendite etc. Vielleicht sollte man eine Goldanlage aber auch unter anderen Gesichtpunkten -wie oben- einmal betrachten. Wenn ich z.B. nach 12 Monaten Arbeitslosigkeit in Hartz4 falle (z.B. durch eine Krankheit bedingt) ist die Altersvorsorge in einem Aktiendepot bis auf einen kleinen Schonbetrag schnell weg.

Wozu dann sparen, wird sich so mancher heutiger Hartzler, der früher vielleicht hart arbeiten musste, denken. Nachvollziehbare Sicht? Der Fall kann nach 12 Monaten Arbeitslosigkeit offenbar recht hoch sein....

Support

Liebe/r microgeo,

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Herzliche Grüße

Ria vom finanzfrage.net-Support

Antwort
von Primus, 27

Ich finde den Satz von wfwbinder sehr richtig:

Trotzdem lohnt sich sparen, zumindest bis zur Höhe des Schonvermögens

Dazu passt die Antwort, die EnnoBecker vor wenigen Tagen zu einer ähnlichen Frage gab. Sie lautete in etwa: Wem geht es besser - dem der sein Leben lang von seinem kargen Lohn für die Altersvorsorge spart, sich nichts erlauben kann und dann aus welchen Gründen auch immer Grundsicherung beantragen muss, bei der die Altersvorsorge voll angerechnet wird und somit weg ist - oder dem, der sich von seinem Lohn Urlaub gönnt, nichts fürs Alter spart und auch Grundsicherung bekommt??

Antwort
von wfwbinder, 30

Was mich wundert ist immer der Hinweis auf Hartz IV.

Das sieht so aus, als wären vor Hartz IV die Renten höher gewesen, die Löhne höher gewesen und überhaupt hätte jeder nur rufen müssen "es geht mir nicht gut" und der Geldbote wäre gekommen.

Wer früher eine kleine Rente hatte, musste Sozialhilfe beantragen.

Wer noch arbeiten konnte, bekam nach Auslaufen des ALG (damals noch ohne I), die Arbeitslosenhilfe, nicht anderes als die Sozialhilfe für Arbeitslose ohne Anspruch auf ALG I.

Es gilt also:

Wer beim prüfen seines Versicherungsverlaufs in der gesetzlichen Rentenvers. feststellen muss, dass die zu erwartende Rente unter dem Existenzminimum liegen wird, kann sich schon ausrechnen, dass er Grundsicherung wird beantragen müssen, nachdem er in Rente gegangen ist. In der Zeit vor Grundsicherung hätte er in vergleichbaerer Situation Sozialhilfe beantragt.

Trotzdem lohnt sich sparen, zumindest bis zur Höhe des Schonvermögens.

Und wer so wenige verdient, dass keine vernünftige Rente rauskommt, der hat vermutlich ohnehin nicht viel, was er sparen könnte.

Trotzdem ärgert mich jedes Mal, dass Jemand der viele Jahre gearbeitet hat, noch zum Grundsicherungsamt muss. Es könnte einfacher sein, wenn man das System so umstellen würde, dass es eine steuerfinanzierte Grundrente, oder automatische Aufstockung geben würde.

Kommentar von Rentenfrau ,

Hallo wfwbinder, wenn jemand viele Jahre versicherungspflichtig gearbeitet und einigermaßen in die deutsche Rentenversicherung eingezahlt hat (viel wäre hier so 40 - 45 Jahre), dann fällt man -eigentlich- nicht so schnell unter die Grundsicherung. Aber oft wird Arbeit (sei es in der Familie, selbständig oder nicht versichert, oder nur auf Minijobbasis) mit versicherungspflichtiger Arbeit "verwechelt" und es ist klar: wer nicht oder nur wenig einbezahlt hat, bekommt eben eine entsprechend niedrige Rente. Die Rente ist ein Spiegelbild des Arbeitslebens. Die steuerfinanzierte Grundrente wäre eine Idee, aber ich denke sie müßte immer geprüft werden, ob Hilfebedürftigkeit vorliegt, denn zum Beispiel, wieso sollte die Arztgattin, die vielleicht nie in die Rentenversicherung einbezahlt hat und deren Mann eine hohe berufsständische Versorgung bekommnt, vom Steuerzahler unterstützt werden? Oder warum sollte der Selbständige, der nur ein paar Jahre in die Rente eingezahlt hat, eine Aufstockung vom Steuerzahler bekommen, obwohl er eine hohe private Rente oder anderes Einkommen (z. B. Mieten Pachten) bekommt? Denn kleine Rente heißt nicht immer Altersarmut.

Kommentar von wfwbinder ,

Vollkommen richtig, in dem System was mir vorschwebt, würde das alles im Bereich der Steuerveranlagungen zusammen geführt. Natürlich soll das nicht in ein Versorgungswerk für gutsituierte Rentner münden.

Antwort
von Rentenfrau, 25

Hallo migrogeo, das ist ein nicht ganz einfache Frage - und am Ende muß die jeder für sich selber beantworten. Aber bedenke: wer bis zum Alter von 50 Jahren gearbeitet hat, warum sollt der momentan nichts mehr finden? Man hat bei der Arbeitsagentur 1 Jahr mit Bezug von Arbeitslosengeld I Zeit eine neue Stelle zu finden, erst danach käme (falls man finanziell hilfebedürftig ist, was auch viele nicht sind) Hartz IV sprich Alg-II-. Es gibt offene Stellen, evtl. sollte man auch einen Umzug in Betracht ziehen, grade im Süden (Bayern, Großraum München, Oberbayern) ist der Arbeitsmarkt sehr gut, es werden viele Fachkräfte gesucht. Wenn jemand krank ist, sollte man versuchen med. oder berufliche Reha zu bekommen und wenn das nicht weiterhilft, würde ich zum Rentenantrag wegen Erwerbsminderung raten, diese Rente wird hochgerechnet, also je mehr man verdient und Beiträge gezahlt hat, desto höher fällt die Rente aus. Man spart ja, um die Altersarmut zu verhindern, es gibt priv. Vorsorge, Riester, Rürup, Betriebsrente usw., auch ein eigenes Haus oder die eigene Eigentumswohnung ist der der Vorsorge, damit spart man schon mal die Miete. Wenn jemand nicht fürs Alter spart und sich auf die Grundsicherung oder die Sozialhilfe verläßt, finde ich das persönlich nicht in Ordnung, denn er will am Ende Geld von den anderen Steuernzahlern, die hart dafür arbeiten. Und man sollte bedenken: wer weiß wie die Grundsicherung in 20,30 oder 40 Jahren aussieht? Es muß nicht sein, daß einem Single eine 50 qm große Wohnung und fast 400 Euro dazu für Leben zur Verfügung stehen, es könnte auch ein Bett in einem 6-Bett-Zimmer sein und Lebensmittelgutscheine und daher würde ich raten, alles zu tun, um im Alter nicht auf den Staat angewiesen zu sein.

Antwort
von billy, 19

Sparen für`s Alter lohnt meines Erachtens in jedem Fall, jedenfalls immer wenn man eine positiv-optimistische Grundeinstellung hat. In dem Einkommensniveau zählt doch „jeder Euro“ dem man über dem AlG -2 Satz zur Verfügung hat. Es gibt natürlich auch Menschen denen alles egal ist, sogar ihre eigene Lebenssituation aber die stellen sich diese Frage vermutlich garnicht.

Antwort
von Privatier59, 20

ALG 2 macht für einen Ledigen ca.400 Euro im Monat zzgl. Wohnkosten (in angemessener Höhe) zzgl. Krankenversicherung aus. Da muß man schon ein Minivermögen angespart haben damit das "schnell" weg ist wenn man aus diesem den Lebensunterhalt bestreitet.

Antwort
von Schmidtke, 18

Sicherlich lohnt sich das Sparen für das Alter noch.

Man sollte sich aber zuvor klar darüber werden, wo, in welchen Ländern (weil z. B. zu hohe Belastung mit Steuern oder Sozialabgaben) und in welchen Anlageformen (weil z. B. zu riskant oder zu teuer) sich das sparen nicht lohnt.

Antwort
von vulkanismus, 16

Provokant ist diese "Frage" nicht.

Sie ist nur unüberlegt und eher kindisch oder gar etwas, das man hier nicht sagen darf.

Oder willst Du tatsächlich empfehlen, Gold zu horten, um im Falle von Hartz IV dieses zu verschweigen und damit zu betrügen?

Kommentar von EnnoBecker ,

Das konnte ich der Frage

Nachvollziehbare Sicht?

Aber so nicht entnehmen.

Kommentar von vulkanismus ,

"Vielleicht sollte man eine Goldanlage ... "

Ich schon.

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