Frage von phans, 81

ETF Hebel sinnvoll in folgendem Beispiel

Folgender Gedankengang:

10000€ sollen in eine ETF Nachbildung des DAX (nur ein Beispiel) investiert werden. Anstatt 10k€ in einen ETF zu investieren macht es dann nicht Sinn einen ETF mit einem Hebel zu kaufen und entsprechend weniger in den ETF zu investieren und das verbleibende Kapital in Riskoarme Anleihen etc. zu investieren um noch extra Zinsen zu erwirtschaften?

Beispiel bei einem 2x Hebel: Anstatt 10k€ werden 5k€ in den ETF investiert und die restlichen 5k Euro werden sehr risikoarm investiert. Somit performt der ETF genau so als hätte man die vollen 10k€ investiert, allerdings bekommt man noch zusäztlich Zinsen für die 5000€ welche risikoarm für zusätzliche Zinsgewinne investiert werden.

Wo ist bei dieser Überlegung der Haken? Sind die Verwalltungsgebühren für ETFs mit Hebel bedeutend größer oder habe ich sonst etwas übersehen?

Danke für alle hilfreichen Antworten!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305, 77

Im Grunde ist das richtig gedacht, wenn da nicht noch Finanzierungskosten wären, die deutlich über den Erträgen aus Deinen risikoarmen Anleihen liegen dürften.

Nehmen wir mal einen db x-trackers DAX ETF mit 0,05% Verwaltungskosten p.a. und ca. 0,25% Transaktionskosten. Der Spread bei diesem ETF ist vernachlässigbar bei normalerweise unter 0,1%.

Der ETFX DAX 2X LONG liegt schon bei 0,40% Verwaltungskosten und hat einen deutlich höheren Spread von mind. 0,5%.

Zum Vergleich dann noch ein Faktor 2 Zertifikat auf den DAX, z.B. von der Deutschen Bank, mit einem Spread von auch ca. 0,2-0,5%.

Der DAX 2X LONG ETF hat im Prinzip einen DAX ETF plus einen Call, der jeweils gerollt wird. Dadurch entstehen je nach Marktvolatilität unterschiedliche Kosten für den Call, die dem ETF belastet werden. Den Call kannst Du auch selbst kaufen und damit aber die 0,35% Gebühren Aufschlag und den Spread für den 2X LONG ETF sparen.

Faktor-Zertifikate arbeiten etwas komplizierter, da sie die Steigerung auf Tagesbasis abbilden. Fällt der DAX um 5% von 8.000 auf 7.600 und steigt wieder auf 8.000 Punkte, so wird das Faktorzertifikat von z.B. einem Preis von 100 EUR um 10% auf 90 EUR fallen, um dann wieder um ca. 10,53% zu steigen, d.h. es steht dann bei 99,47 EUR. Nicht bei 100 EUR! Faktor-Zertifikate arbeiten in trendklaren Marktsituationen gut, jedoch in volatilen Seitwärtsbewegungen eher verlustig.

Wer kostengünstig eine gehebelte Investition sucht, sollte Optionsscheine bei niedriger Volatilität bzw. Knock-Outs oder CFDs bei höherer Volatilität wählen. Natürlich sind die Finanzierungskosten nicht Null und daher empfehlen sich solche Instrumente auch nicht mittel- bis langfristig. Durch die Investition des nun freien Kapitals in solide Dividendenwerte oder einen laufend ausschüttenden ETF auf hochverzinsliche Anleihen könnte man jedoch einen Zusatzertrag generieren, der über den 3-5% Finanzierungskosten liegt. Zumindest könnte man es versuchen :-)

Antwort
von ratgeberconsult, 74

Hi, aus meiner Erfahrung übersteigen die Gebühren für den Hebel die erwartete Rendite aus den risikoarmen Anleihen deutlich (besonders beim aktuellen Zinsniveau). Ist in Summe also teurer als die 10k direkt in ETFs zu investieren.

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