Frage von SpecialTheo, 109

Erweiterte Gewerbesteuerkürzung und Sonderbetriebseinnahmen?

Hallo Zusammen,

ich bin mir hinsichtlich der erweiterten Gewerbesteuerkürzung bei Grundstücksunternehmen unsicher und hoffe, ihr könnt mir helfen :) folgendes Beispiel:

Eine gewerblich geprägte Personengesellschaft verwaltet ausnahmslos eigenen Grundbesitz. Jetzt gewährt ein Gesellschafter dem Unternehmen ein verzinsliches Darlehen. Die Zinsen zB 50teur stellen im Gesamthandsbereich Aufwand dar, im Sonderbereich des Gesellschafters hingegen Ertrag.

Eine Hinzurechnung der Zinsen entfällt, da diese nicht mehr im Gewinn enthalten sind (Aufwand Gesamthandsbereich / Ertrag Sonderbereich ... somit neutralisiert und nicht mehr im Gewinn enthalten).

Wie sieht es mit der erweiterteren Kürzung aus? Kann ich den kompletten Gewinn kürzen? Oder bleibt der Zinsertrag im Sonderbereich iHv 50teur außen vor und wird somit (nach Abzug des Freibetrages) der Gewerbesteuer unterworfen? Meinem Verständnis nach wäre das so ... .

Was meint ihr? Ich bin gespannt :)

Vielen Dank schon mal Theo

Antwort
von wfwbinder, 84

Der gesamte Vorgang ist aus meiner Sicht gewerbesteuerlich irrelevant.

Es ist vollkommen egal, ob ein Gesellschafter eine Einlage erbringt udn dafür ein Gewinnvorab bekommt, oder ein Darlehen gibt, was ihm verzinst wird und die Betriebsausgabe als Zinsen, von ihm als Sonderbetriebseinnahme wieder zugerechnet werden.

Kommentar von SpecialTheo ,

Vielen Dank für die Antwort :) es geht mir aber viel mehr um die Kürzung nach 9 nr 1 Satz 2 GewStG

Im Satz 5 steht ja explizit:

Die Sätze 2 und 3 gelten nicht,

1a.
soweit der Gewerbeertrag Vergütungen im Sinne des § 15 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes enthält, die der Gesellschafter von der Gesellschaft für seine Tätigkeit im Dienst der Gesellschaft oder für die Hingabe von Darlehen oder für die Überlassung von Wirtschaftsgütern, mit Ausnahme der Überlassung von Grundbesitz, bezogen hat.

Beispiel:

80TEUR Gewinn Gesamthand (enthält 50TEUR Zinsaufwand)

+ 50TEUR Zinsertrag Sonderbereich des Mitunternehmers

= 130TEUR Gewinn iS des 7 GewStG

Hinzurechnung der zinsanteile entfällt (da bereits neutralisiert)

In welcher Höhe kann ich jetzt nach 9 Nr 1 Satz 2 Kürzen? 80TEUR? Oder 130TEUR? Eigentlich doch nur 80TEUR, da diese 80 TEUR im Ertrag enthalten sind? 

Kommentar von wfwbinder ,

Für diesen Bereich der Kürzungen steht nichts im Sachverhalt, was die Kürzungen auslösen könnte:

An Stelle der Kürzung nach Satz 1 tritt auf Antrag bei Unternehmen, die ausschließlich eigenen Grundbesitz oder neben eigenem Grundbesitz eigenes Kapitalvermögen verwalten und nutzen oder daneben Wohnungsbauten betreuen oder Einfamilienhäuser, Zweifamilienhäuser oder Eigentumswohnungen im Sinne des Ersten Teils des Wohnungseigentumsgesetzes in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 403-1, veröffentlichten bereinigten Fassung, zuletzt geändert durch Artikel 28 des Gesetzes vom 14. Dezember 1984 (BGBl. I S. 1493), errichten und veräußern, die Kürzung um den Teil des Gewerbeertrags, der auf die Verwaltung und Nutzung des eigenen Grundbesitzes entfällt. 3Satz 2 gilt entsprechend, wenn in Verbindung mit der Errichtung und Veräußerung von Eigentumswohnungen Teileigentum im Sinne des Wohnungseigentumsgesetzes errichtet und veräußert wird und das Gebäude zu mehr als 66 2/3 Prozent Wohnzwecken dient.

Kommentar von SpecialTheo ,

Ich habe soeben nochmal recherchiert und das hier gefunden ... Beispiel 6a dürfte auf meinen Fall zutreffen ... Bedeutet von 130 Gewinn werden nur 80 gekürzt? :)

http://mds-moehrle.de/fileadmin/user_upload/PDFs/aktuelles/2013/3_DStR_2013__248...

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