Frage von abiturient,

Erstinvestment an der Börse. Wieviel Geld sollte man mind. haben?

ich interessiere mich für Investments, speziell für die Börse. Nun habe ich (noch) nicht viel Geld übrig und frage mich, mit wieviel Euro man sein erstes Investment überhaupt erst planen/ tätigen sollte.

Reichen 1.000 Euro (bzw. macht so ein Betrag Sinn), um ein Depot zu eröffnen und dann Aktien zu kaufen?

Wieviel Euro seht ihr als Minimum?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gandalf94305,

Erstens: Aktien kauft man nicht als Erstinvestment. Wenn man sich ein Depot mit einzelnen Aktien und/oder Anleihen bestücken will, dann sollte man aus Diversifikationsgründen mind. ca. 40 Werte halten. Je Position wird man mind. ca. 1.500 EUR investieren, damit die Transaktionskosten nicht im Verhältnis zu hoch werden. Also liegt wohl ein Minimalvolumen des Depots dann bei ca. 60.000 EUR, wahrscheinlich jedoch höher.

Zweitens: Aktien sind riskant. Man kann bei einzelnen Aktien gut liegen, jedoch auch in einem ungünstigen Zeitpunkt gekauft haben und erst mal einen Kursrutsch mitmachen. Die notwendige Erfahrung für ein erfolgreiches Aktieninvestment und die erforderliche Ruhe auch bei Turbulenzen sollte man erst mal über Jahre hinweg aufbauen.

Drittens: ein Depot kannst Du eröffnen und dann auch über Fonds und Sparpläne schnell beginnen, in das Investment einzusteigen. Du wirst Dir vielleicht einen globalen oder europäischen Aktienfonds und einen europäischen Mischfonds zulegen. Sparpläne bei ING-Diba gibt es ab 50 EUR, bei comdirect und FFB sind das beispielsweise schon 25 EUR. Der Vorteil eines Fonds liegt darin, daß man auch mit einem Anteil von nur 25 EUR schon in viele Einzelwerte investiert, d.h. das Gesamtrisiko gegenüber Einzelaktienkäufen minimiert.

Also würde ich Dir vorschlagen, daß Du eine einschlägige Beratung suchst, die nicht bei einer VR-Bank oder Sparkasse stattfindet (die empfehlen praktisch nur ihre eigenen Fonds). Dann wirst Du mit vielleicht drei Fonds herauskommen, die im Monat mit 75 EUR aufwärts zu besparen sind. Die 1.000 EUR kann man so schrittweise investieren und damit auch das Risiko, eine teure Phase für den Kauf zu erwischen, herausmitteln.

Beobachte Deine Fonds und deren Entwicklung und beginne so, Erfahrung mit den Kapitalmärkten aufzubauen. Das wird etwas Geduld erfordern, aber es lohnt sich IMHO schon. Wenn Du dann später Aktienpositionen dem Portfolio beimischen möchtest, dann ist das ok, denn das Kerninvestment von Fonds stellt eine robuste Basis dar, die um chancenorientierte Aktien ergänzt wird.

Kommentar von althaus ,

Wie immer eine gute und ausführliche Erklärung. Ich gebe Dir Recht, daß meist das Erstinvestment in die Hose geht. Habe von naiven und unerfahrenen Leuten auch schon gehört. Aktien kaufen und Gewinne machen ist ganz einfach. Habe ich auch mal gemacht und viel Geld verdient. So einen schwachsinn hört man von dummen Leuten, die einmal Glück hatten und sonst nie wieder Aktien gekauft haben. Tatsache ist jedoch, daß jeder erst einmal Lehrgeld bezahlen wird bzw. das Timing was sowieso schwer ist zu finden, nicht erwischt und schief liegt. Also nicht verrückt machen lassen, wenns nicht gleich funktioniert. Das ist völlig normal.

Kommentar von gandalf94305 ,

Insbesondere deuten der Username und der genannte Betrag für mich darauf hin, daß dies ein ganz wesentlicher Anteil am Vermögen des Fragestellers ist. Daher: keine Experimente. Erst mal mit Ruhe harmlos anfangen und Erfahrungen sammeln.

Kommentar von abiturient ,

dann beginne ich mit einer Watchlist und versuche zu lernen. Vielleicht finde ich ja eine gute Anlage.

Kommentar von maxbreak ,

Hallo Gandalf, wie viele Leute außer Dir, haben schon die Zeit 40 Investments gleichzeitig zu verfolgen, so daß Sie jederzeit sagen können: Ich bin aktuell aus diesem Grund noch überzeugt von diesem Investment?

Kommentar von gandalf94305 ,

Siehst Du, genau das ist der Grund, warum man nicht mit einzelnen Aktien anfangen sollte, sondern mit ein paar Fonds, die man regelmäßig bespart und beobachtet :-)

Antwort
von geldkonkret,

Grundsätzlich gilt: je kleiner die Investitionssumme, desto größer das Risiko. Wenn du dir 5 Volkswagen-Aktien zulegst ist dein Geld fast schon aufgebraucht und du hast alles auf eine Karte gesetzt. Wllst du aber diversifizieren, dann fressen dich bei einer so kleinen Investitiossumme die Bankgebühren auf. Es kommt wie immer darauf an, welches Risiko du gehen willst und welche Arbeit du dafür verrichten willst. Wenn du nach der Methode von Warren Buffet arbeiten willst, dann kauf dir einfach ein paar gute Aktien und schau sie ein paar Jahre nicht an - bequem und, wie man am Beispiel Buffet sieht auch erfolgreich (aber nicht vor Verlusten gefeit). Wenn du zocken willst - was bedeutet, dass du täglich mit deinem Geld handeln willst, musst du bei deiner kleinen Summe die Finger von Aktien lassen und - allerdings auch hochriskant - mit Optionen, CFDs oder sonstigen Intrumenten traden. Hier halten sich bei einem guten Broker die Kosten in Grenzen und die Gewinnmöglichkeiten - aber auch die Verlustmölichkeiten - sind enorm hoch. Fachwissen kannst du dir bei denem Broker holen (gute bieten dafür kostenlose Schulungen) oder dir über Literatur aneignen. Bei guten Brokern erhältst du eventuell in diesem Fall noch eine Bonusgutschrift für deine Depoteröffnung, d. h. aus deinen 1000 € Einsatz werden schon aqm Anfang z.B. 1500 €. Traden kannst du u. U. schon ab Beträgen von 5 €. Werde dir also erst mal darüber klar, was du mit welchen Methoden erreichen willst, mach dich dann schlau und fang an. Lass dich auf keinen Fall von Unkenrufen verunsichern. Die Börse ist ein auf und ab, wie auch das tägliche Leben. Verluste sind möglich, aber wenn man nicht alles auf eine Karte setzt, sind diese Verluste zu verschmerzen.

Antwort
von maxbreak,

Du brauchst soviel Geld wie ein Anteil einer Firma kostet, in die Du investieren möchtest und deren Geschäft Du verstehst.

Antwort
von Privatier59,

Natürlich wäre es theoretisch möglich, auch mit 1.000,--€ einzusteigen in Börseninvestments. Aber eine Risikostreuung kann man bei einem so kleinen Anlagebetrag nicht erreichen. Vor allem wären dann die Spesen für den Erwerb von Wertpapieren so überproportional hoch, dass sich das Ganze niemals rentieren könnte.

Normalerweise pflegt man dann Fonds als Alternative zu nennen. Die Banken bei denen man Fonds ohne Ausgabeaufschlag oder mit stark verbilligten Ausgabeaufschlägen bekommt, machen für die Vergünstigung Mindestanlagebeträge zur Voraussetzung die bei 500,-- bis 1000,--€ liegen. Auch da wäre für Dich also eine Risikokonzentration.

Wenn 1.000,--€ mein einziges Vermögen wären -den Eindruck habe ich bei Dir- würde ich die lieber auf einem Sparbuch oder Tagesgeldkonto anlegen und mit den Börseninvestments warten, bis mehr Geld in der Kasse ist. In der Zwischenzeit kannst Du ja anhand von kostenlosen Musterdepots Deine Fähigkeiten schulen und optimieren.

Kommentar von abiturient ,

das mit den 1.000 Euro ist zwar nicht ganz korrekt, kommt der Realität aber sehr nahe :)

Antwort
von althaus,

Du kannst schon mit 50,- Euro Aktien kaufen. Eine Deutsche Telekom Aktie kostet 8,- Euro. Davon kannst Du 4 Stück kaufen macht 32,- Euro + ca. 18 Euro Gebühren macht 50,- Euro. Die Frage ist wann lohnt es sich um Aktien zu kaufen, wenn man die Gebühren berücksichtigt. Je höher der eingesetzte Betrag, desto niedriger wird im Verhältnis die Gebühr. Die ING Diba hat eine Höchstgebühr pro Order bei 50 Euro. Persönlich kaufen ich Aktien ab 2.000 Euro. Aber wie schon gesagt, das ist Ansichtssache. Mach dich schlau über die Gebühren und rechne selbst nach. Gruß althaus.

Kommentar von abiturient ,

das mit den Gebühren ist doch ein guter Hinweis!

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