Frage von Chagalle, 50

Erfährt das Finanzamt alles über meine freigestellten Kapitalerträge?

Muss man davon ausgehen, dass das Finanzamt automatisch über die höhe der freigestellten Kapitalerträge Informationen bekommt?

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Antwort
von gandalf94305, 36

Präziser: inländische Finanzinstitutionen liefern die Daten über Kapitalerträge, die über einen Freistellungsauftrag gedeckt und somit nicht besteuert wurden, an das Bundeszentralamt für Steuern. Dort können die Finanzämter diese Informationen abrufen. Allerdings ist das noch kein Regelprozeß, sonst könnte man das ja auch gleich in Elster-Belege fassen - und das ist der Grund, warum man die Lohnsteuerbescheinigung, Riester-Bescheinigung oder den Beleg über gezahlte Krankenversicherungsbeiträge nicht im Original mit Elster einreichen muß, sondern nur die Jahressteuerbescheinigung als Papier.

Allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten:

  • Es werden nur die von der Freistellung erfaßten Summen berichtet. Das ist die am Jahresende nach einer bankinternen Steuerverprobung bestehende Inanspruchnahme. Die Summe der erteilten Freistellungsaufträge wird nicht berichtet.

  • Es können im Jahresverlauf bei Veräußerungen ausländischer thesaurierender Fonds zwischen Geschäftsjahresende und Publikation des geprüften Jahresberichts Schätzwerte zum Ansatz gekommen sein, die nicht von der Bank wieder korrigiert wurden. Diese werden als fiktive Erträge gegen den Freistellungsauftrag gerechnet. s kann also sein, daß man im Prinzip die 801 EUR in der Bankrechnung erreicht hat, nach Korrektur der Schätzwerte jedoch noch nicht.

  • Alle ausschüttungsgleichen Erträge ausländischer thesaurierender Fonds sind "freigestellt", da diese nicht durch die Banken besteuert werden. Das muß jeder Anleger für sich tun. Diese Erträge werden auch nicht berichtet.

Mit diesen Maßgaben lautet die Antwort also: im Prinzip schon.

Antwort
von Primus, 28

Sieh mal, wurde hier schon mal schön beantwortet:

http://www.finanzfrage.net/frage/erfaehrt-das-finanzamt-automatisch-die-hoehe-de...

Antwort
von pauldermaulwurf, 25

Ja, denn Banken und Fondsgesellschaften geben die Informationen direkt ans Finanzamt weiter an das Bundeszentralamt für Steuern und die melden es dem Finanzamt wenn es Unstimmigkeiten gibt.

Kommentar von LittleArrow ,

direkt ans *Finanzamt weiter an das Bundeszentralamt für Steuern und die melden es dem *Finanzamt**

Ja, wie denn nun? Hin und her?

Kommentar von Primus ,

Das ist also die Erklärung für die langen Bearbeitungszeiten... ;-)

Antwort
von freelance, 23

das FA nicht. Das läuft über das Bundeszentralamt für Steuern. Aber dort laufen nicht die gestellten, sondern die genommenen Freibeträge zusammen. Nur wenn dann der Pauschbetrag überschritten ist, gibt es Haue.

Infos: http://www.bzst.de/DE/Steuern_National/Kontrollverfahren_FSA/fsa_kv_node.html

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