Frage von SCCORINN, 218

Erbteil verschenkt

Meine Oma ist verstorben. Sie hatte 4 Kinder. Drei dieser Kinder haben auf einen Teil ihres Erbes (Haus) verzichtet, sodass meine Mutter nun die alleinige Eigentümerin ist. Für das Haus wurde vom Finanzamt ein Wert von 150.000 € festgelegt. Mit viel € Schenkungssteuer muss nun gerechnet werden?

Antwort
von lotharschmidt, 218

Durch einen Todesfall haben wir Nachkommen, 4 Geschwister, geerbt. Eine Schwester hat auf ihr erbe verzichtet und automatisch ist ihre Tochter nachgerückt. Nach Erhalt von 20.000.-- Euro verzichtet auch sie nun auf ihr restliches Erbe und hat nun, angeblich, diesen verbliebenen Rest unserem Bruder übereignet! Meine Frage, geht soetwas oder müsste ihr Erbteil auf die "3" veerbleibenden Erben verteilt werden?

Kommentar von wfwbinder ,

Das ist ja wohl eine eigene Frage udn keine Antwort, auf die gestellte Frage.

Dafür ist sie aber relativ leicht zu beantworten.

Wer hat denn der jungen Dame die 20.000,- gegeben? die 3 Geschwister, oder der Bruder?

Wenn der Bruder zu seiner Nichte gesagt hat: Ich gebe Dir 20.000,- Euro udn Du bist den Stress mit der Erbengemeinschaft los, dann hat er ihr Viertel gekauft.

Wenn dagegen die drei ERben gemeinschaftlich beschlossen haben: "kommt, wir geben unserer Nichte 20.000,- udn übernehmen ihren Anteil, dann wäre es unter Euch aufzuteilen, aber dann müßtet ihr für die 20.000,- auch zusammen gelegt haben.

Expertenantwort
von gandalf94305, Community-Experte für Steuern,

Zunächst mal: eine Teilausschlagung einer Erbschaft gibt es lt. §1950 BGB nicht. Die Erben können jedoch - wenn der Erblasser kein Testament hinterließ - eine Vereinbarung über eine Auseinandersetzung treffen, die von den lt. gesetzlicher Erbfolge vorgesehenen Anteilen abweicht.

Wenn es sich also um eine Erbschaftsauseinandersetzung handelt, so fällt höchstens Erbschaftssteuer an, keine Schenkungssteuer. Die Freigrenze von 400.000 EUR läßt hier viel Spielraum, d.h. es wären keine Steuern zu zahlen. Der "Verzicht" der anderen drei Kinder ist also eine Entscheidung der Zuordnung von Positionen des Nachlasses zu den Erben, nicht eine Schenkung.

Antwort
von imager761,

Eine Nachlassauseinandersetzung (Verteilung) im Innenverhältnis der Erbengemeinschaft ist nicht steuerpflichtig, solange durch diesen Vermögenserwerb durch Erbe zusammen mit lebzeitig innerhalb der letzten 10 Jahre erhaltenen Schenkungen von der Oma der individuelle Freibetrag des Erben von 400.000 EUR nicht überschritten wäre.

G imager761

Antwort
von imager761, 146
Mit viel € Schenkungssteuer muss nun gerechnet werden?

Das kommt darauf an: Haben die miterbenden 3 Kinder Erbausschlagung erklärt oder den Nachlass dahingehend geteilt, dass einer das Haus, die anderen wertgleich weitere Sach- und Vermögenswerte das Nachlasses zugeteilt bekommen, sind deine Mutter wie ihre Geschwister unterhalb der persönlichen Freibeträge von 400.000 EUR steuerlich nicht heranzuziehen.

Haben die Geschwister ihren Miteigentumsanteil am Haus hingegen verschenkt, selbst dadurch, dass sie der Änderung des Grundbuchs mit Alleineigentum deiner Mutter innerhalb der vierwöchigen Einspruchsfrist nicht widersprochen haben, fällt durch diese Schenkung des Miteigentumsanteils Steuer an.

Bei einem Freibetrag von 20.000 EUR wären denmach von jedem Schenker (150.000 : 4 - 20.000 =) 17.500 EUR mit 15% Steuer nach Klasse II, d. h. 2.625 EUR, belegt.

G imager761

Antwort
von TopJob,

Der Freibetrag liegt hier bei 400.000 EUR pro Kind. Soll heißen, dass keinerlei Schenkungssteuer anfällt. Alternativ gibt es noch eine Regelung, wenn das Haus selbst bewohnt wird. Dann fällt es in bestimten Grenzen sogar nicht einmal unter die 400.000 EUR, sondern ist auch so steuerfrei.

Antwort
von Unterbach,

Der Freibetrag bei der Erbschaftssteuer beträgt für Kinder 400.000 EUR. Wenn neben dem Haus keine anderen Vermögenswerte vererbt werden, fällt daher keine Steuer an.

Antwort
von Privatier59,

Du sprichst wahrscheinlich nicht ohne Grund von Schenkungsteuer. Es gibt da nämlich offenbar einen recht unerfreulichen Haken bei der Sache, zumindest dann, wenn ich den Sachverhalt richtig verstehe:

Die Oma ist verstorben und alle 4 Kinder sind zu gleichen Teilen Erbe geworden. Drei der Geschwister haben ihren Anteil am Erbe an die Mutter übertragen sofern es das Haus betrifft.

Ich sehe dann eine Erbschaft gegeben in Höhe von 1/4 des Hauses, also in Höhe von 37.500,--€. Da der Freibetrag 400.000,--€ beträgt fällt keine Erbschaftsteuer an.

ABER: Drei Geschwister haben einen Anteil von ebenfalls jeweils 37.500,--€ verschenkt. Da keine der in § 13 ErbStG genannten Ausnahmen

http://www.gesetze-im-internet.de/erbstg_1974/__13.html

vorliegt, ist das voll zu versteuern, wobei der Steuerfreibetrag nur jeweils 20.000,--€ beträgt und daher eine Schenkungsteuer von 3 x 2625,--€ anfällt.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ist das nicht wunderbar, wenn die Leute sich klar und verständlich ausdrücken?

Es könnte aber auch sein, dass die Erbausschlagung gemeint ist und damit Kind 4 alleine geerbt hat - jedenfalls hätte man das so machen müssen, damit keine Erbschaftsteuer anfällt.

eine Schenkungsteuer von 3 x 2625,--€ anfällt.

Genauer: drei Schenkungsteuern von je 2.625 Euro. Der tatsächliche Wert dürfte abweichen, weil ganz sicher nicht NUR das Haus vererbt wurde und es auch Nachlassverbindlichkeiten geben wird.

Kommentar von Privatier59 ,

Eine teilweise Erbausschlagung gibt es ja nun einmal nicht und das spricht für meine Deutung.

Kommentar von gandalf94305 ,

Korrekt: es gibt keine Option der Teilausschlagung eines Erbteils.

Nicht korrekt: es gibt die Option der von einer gesetzlichen Erbfolgeaufteilung abweichenden Nachlassauseinandersetzung. Daran nehmen diejenigen Erben teil, die ihren Erbteil nicht ausgeschlagen haben.

Ergo: keine Schenkung, keine Schenkungssteuer.

Kommentar von Privatier59 ,

Dass es hier nur um Teilung ging, gibt der Sachverhalt ja gerade nicht her. So wie das geschildert wird, werden Zuwendungen über den jeweils bestehenden Anteil hinaus gemacht und das ist dann doch Schenkung.

Kommentar von EnnoBecker ,

[keine] Teilausschlagung eines Erbteils

Das weiß ich und darum ging es auch nicht.

Es kann nur sein, dass der ganze Fall unzutreffend geschildert wurde.

also, entweder haben die Kinder 1 bis 3 dem Kind 4 nach dem Erbe die Grundstücksanteile geschenkt - oder sie haben das Erbe ausgeschlagen.

Ein Indiz dafür, dass die Annahme von P59 richtig ist, besteht darin, dass es die Großmutter der Fragestellerin war. Da kann man davon ausgehen, dass die Kinder 1 bis 3 ebenfalls Abkömmlinge haben, so dass nach einer Ausschlagung zunächst auch diese Abkömmlinge ausschlagen müssten. Und das hätte sie sicherlich berichtet.

Kommentar von Privatier59 ,

EB: Das ist hier mal wieder ein schaurig schönes Beispiel dafür, dass man Rechtsfälle oftmals eben nicht in Internetforen klären kann und schon garnicht dann, wenn man den Sachverhalt selber nur vom Hörensagen kennt. Würden sämtliche Unterlagen vorliegen, dann brauchte man nicht zu spekulieren.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ein klitzekleiner Tip vom Fragesteller wäre ja schon ein Anfang, damit dies hier nicht immer mehr zum Debattierclub verkommt.

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