Frage von ns1980, 58

Erbstreit

Hallo meine Oma ist letzte Woche verstorben da meine Mutter schon 2010 gestorben ist stehe ich mit meinem Bruder in der gesetzlichen Erbfolge Es gibt noch eine Tochter welche das Erbe verwaltete. Jetzt wurde bekannt das meine Mutter zu lebzeiten Geld von meiner Oma gestohlen hat Eine Anzeige wurde nicht gemacht. Meine Tante meint jetzt das damit unser Erbe erledigt sei Wir wussten aber von nichts! Haben wir trotzdem ein Recht auf unseren Anteil?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo ns1980,

Schau mal bitte hier:
erbrecht Erbengemeinschaft

Antwort
von Primus, 37

Kann die Tante den Diebstahl beweisen, oder versucht Dich sie durch arglistige Täuschung um Dein Erbe zu bringen?

Bestehe darauf, dass der Nachlass Deiner Oma ordnungsgemäß behandelt wird. dabei wird sich leicht herausstellen, ob Deine Tante zur Einhaltung Eures Pflichtanteiles berechtigt ist - was ich ganz stark bezweifle.

Antwort
von Snooopy155, 51

Zum einen sollte zuerst einmal der Diebstahl nachgewiesen werden, danach ist zu fragen, ob für dieses Delikt nicht zwischenzeitlich die Verjährung eingetreten ist. Die Frist beträgt in diesem Fall 5 Jahre. Nachdem dagegen nichts unternommen wurde beginnt die Verjährungsfrist mit dem Tag an dem der Diebstahl begangen wurde.

Ich würde als rechtmäßiger Erbe von der von der Verwalterin des Erbes eine Aufstellung über die gesamte Erbmasse am Todestag einfordern - dazu ist sie verpflichtet diese zu erstellen. Nach Abzug aller Verbindlichkeiten der Verstorbenen würde ich dann den mir zustehenden Erbteil schriftlich einfordern. Ich frage mich dann, wie die Tante dann die zur Diskussion stehende Diebstahlssumme herausrechnen will. Im zweifelsfall den Klageweg gehen - der Erfolg ist sehr wahrscheinlich.

Kommentar von ns1980 ,

HALLO DANKE ERSTMAL FÜR DIE ANTWORT DAS GELD WURDE WOHL 2009 ENTWENDET UND NACHDEM MEINE MUTTER 2010 GESTORBEN wurde es gemerkt aber bis jetzt wurde nichts gesagt Kann meine Tante den Betrag auf das Erbe anrechnen oder gegebenfalls zurück fordern Beweise wären vorhanden

Kommentar von Snooopy155 ,

Die Tante kann zuerst einmal nichts anrechnen. Auch dem Nachlaßgericht gegenüber muß sie die gesamte Erbmasse angeben. Sie kann allenfalls den Diebstahl zur Anzeige bringen - aber damuß sie sich fragen lassen, warum das die Verstorbene nicht selbst gemacht hat. Ich würde noch solange warten, bis sich der Diebstahl verjährt hat, und danach meinen vollen Erbanteil einfordern.

Kommentar von wfwbinder ,

Sie kann nicht mehr zur Anzeige bringen. Wenn Sie anzeigt und die Daten der beschuldigten Person nennt, dann macht die Polizei die Akte gleich wieder zu.

Eine Tote kann man nicht anzeigen.

Aber wenn es Beweise gäbe, würde die gestohlene Summe erst nach 30 Jahren verjähren.

Kommentar von Snooopy155 ,

Wodurch leiten sich die 30 Jahre ab? Der Tatbestand "Diebstahl" hat eine Verjährungsfrist von 5 Jahren. Dass man die Tote nicht mehr anzeigen kann, ist klar, aber man könnte ja auf Herausgabe der gestohlenen Summe bestehen, soweit die Erben der Toten entsprechend viel geerbt haben.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für erbrecht, 28

Diebstahl in der Familie ist erstmal ein Antragsdelikt.

Also kein Staatsanwalt kümmert sich darum ohne das eine Anzeige vorliegt.

Dann wäre eben noch zu beweisen, dass es so ist.

Und eben die Frage, ob die gestohlene Summe dem Erbanteil entspricht.

Daher:

  1. Die Tante soll ein Nachlassverzeichnis erstellen.

  2. Sie soll einen Nachweis führen, dass es einen Diebstahl gab. Und die Höhe des Diebstahls.

  3. Zusammen stellen wie Euer Anteil aussehen würde, wenn wenn man den Diebstahl als "Erbvorab" behandeln würde.

  4. Dann habt Ihr einen Entscheidungsrahmen um so, oder so Eure Forderung zu stellen.

Antwort
von imager761, 38
Haben wir trotzdem ein Recht auf unseren Anteil?

Ja: Grds.habt ihr ohne anderslautenden Verfügung der Erblasserin gem. § 1924 Abs. 3 BGB das Erbrecht eurer Mutter erworben und könnte den auf sie entfallenden Reinnachlass je hälftig beanspruchen.

Meine Tante meint jetzt das damit unser Erbe erledigt sei

Im Prinzip richtig: Mindestens die fragliche Summe kann als Vorempfang eurer Mutter in Zuge der vorweggenommenen Erbfolge indexiert angerechnet werden. Gem. § 2051 Abs. 1 BGB seit ihr darüber nämlich eurer Tante zur Ausgleichung verpflichtet :-)

G imager761

Antwort
von hildefeuer, 23

Also das mit dem angeblichen Diebstahl, der erst nach dem Tot der Mutter bemerkt worden war, würde ich nicht glauben. Eine tolle Story um Dich um Dein Erbe zu bringen. Wenn es tatsächlich so war, muss es Beweise dafür geben. Dagegen spricht auch das keine Anzeige erfolgte. Die Tote hatte ja nichts mehr zu befürchten, warum ist keine Anzeige erfolgt? Dafür gibt es nur eine Erklärung. Das ganze hat sich nicht so zugetragen, sondern ist vermutlich anders. Die Oma hat Geld geliehen und hat sich damals nicht getraut das nach dem Tot vom Erbe zurückzufordern.

Antwort
von Privatier59, 23
Jetzt wurde bekannt das meine Mutter zu lebzeiten Geld von meiner Oma gestohlen hat

Sind konkrete Taten und konkrete Summen bekannt? Wenn ja, dann würde sich ein Anspruch gegen Deine Mutter ergeben und wenn Du deren Erbe angetreten hast, dann auch gegen Dich.

Meine Tante meint jetzt das damit unser Erbe erledigt sei

Ohne Abrechnung? Lustige Vorstellung, nur mal als Beispiel: 100 Euro werden gestohlen und dafür soll der Anteil an einem Erbe in Millionenhöhe vorenthalten werden? Das kann ja wohl nicht sein.

Kommentar von ns1980 ,

Also erstmal an alle lieben Dank für eure Antworten Zu euren fragen also meine Mutter hatte eine Generalvollmacht da sie sich um meine Oma gekümmert hat und meinen Opa bis zu seinem Tod gepflegt hat Laut Aussage meiner Tante wurde über einen Zeitraum von einem Jahr insgesamt 40000€ in kleinen Summen immer wieder mal abgehoben Ich habe davon nichts gemerkt und es war auch nach dem plötzlichen Tod meiner Mutter kein Geld mehr da Kann das alles eigentlich auch nicht wirklich glauben aber Fakten sprechen für sich

Kommentar von Mikkey ,
Fakten sprechen für sich

Das sehe ich aber total anders. Eine Straftat einfach so zu behaupten geht gar nicht. Möglicherweise geschahen die Abhebungen zum Nutzen bzw. auf Wunsch der gepflegten Personen. Dies kann heute niemand mehr nachweisen und Deine Mutter kann auch niemand fragen.

Also drohe Deiner Tante eine Anzeige gem. 189 StGB an und verlange, solche Unterstellungen zu unterlassen.

Kommentar von imager761 ,

Es ist eben nur schwer vorstellbar und offenbar nicht darszustellen, wofür in nur einem Jahr satte 40.000 EUR für die Bedürftigen verwendet wurden.

Im Ergebnis dürfte es sich also um Schenkungen oder Zuwendungen aus Dankbarkeit handeln, die, oberhalb einer sittlichen Pflicht eben dann, wenn dies nicht ausdrücklich durch Testament anders verfügt wurde, als Vorempfang ausgleichspflichtig sind.

Wie man hier auf Diebstahl oder Unterschlagung erkennt, ist nicht nachvollziehbar und aus Sicht der entreicherten Tante auch nicht notwendig: Eine denkbare Anzeige und Strafverfolgung scheitert ja und ihr kommt es nur darauf an, diesen erlittenen Nachteil bei der Nachlassregelung auszugleichen.

G imagter6761

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