Frage von hoss1978,

Erbschein - Berliner Testament - Pflichtanteil

  • Was muss man beachten beim Erstellen eines Erbschein?
  • Was kommt alles auf den Erbschein? Auch die Pflichtteil-Forderung der Kinder ? Oder interessiert das nur das Finanzamt? Wie ist da der Ablauf?
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von Privatier59,

Die erste Frage könnte ich nur nachvollziehen wenn da ein Nachlaßrichter oder ein Rechtspfleger fragt und von denen hoffe ich doch, dass sie sich im Thema auskennen denn die stellen ja den Erbschein aus.

Was ist den beim Nachlaßgericht zu stellenden Antrag gehört, steht im Gesetz:

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2354.html

Pflichtteilsforderungen sind Ansprüche gegen den Erben. Die haben im Erbschein nichts zu suchen.

Kommentar von Privatier59 ,

Und gleich auch noch die Angaben, die bei gewillkürter Erbfolge zu machen sind:

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2355.html

Kommentar von hoss1978 ,

Wie bekommt das Finanzamt mit welche Summe als Pflichtteil angesetzt wurden; die dann die Steuern reduzieren, wenn die Steuerfreigrenze überschritten wurde ?

Kommentar von Privatier59 ,

Man ist doch verpflichtet, eine Erbschaftsteuererklärung abzugeben und in die nimmt man die GELTEND GEMACHTEN Pflichtteilsansprüche auf:

http://dejure.org/gesetze/ErbStG/10.html

Wird nichts geltend gemacht, ist auch nichts aufzunehmen.

Kommentar von barmer ,

Wie ich schon bei Deiner gestrigen Frage schrieb: Hier sind erstmal die Basics zu klären.

Es könnte so laufen:

Die Erbin (= die Mutter von gestern) geht mit dem Testament (und der Sterbeurkunde) zum Amtsgericht(Nachlaßgericht) und beantragt den Erbschein. Wenn das Testament o.k. ist, kann sie den vielleicht gleich mitnehmen. Wenn die das Testament nicht verstehen, schicken Sie sie zum Notar. Dann beantragt der den Erbschein. Wird nur wenig teurer.

Wenn das Testament schon beim Notar gemacht wurde, braucht man i.d.R. keinen Erbschein ! spart viel Geld !

Das Amtsgericht informiert das Finanzamt und das schreibt dann alle Erben wegen einer Erbschaftsteuererklärung an.

Schon vorher muss man dem Gericht gegenüber die Höhe das Nachlasses angeben. Danach richten sich die Gebühren für den Erbschein.

Das alles hat nichts mit dem Pflichtteil zu tun.

Kommentar von Felicia ,

Den ERbschein kann man entweder beim Amtsgericht oder einem Notar beantragen. In keinem Fall bekommt man ihn sofort ausgehändigt. Ein Erbschein ist nicht zwingend notwendig, man kann z.B. zur Bank mit der Sterbeurkunde und Testament gehen und alles regeln, vorausgesetzt, man ist im Testament als Erbe benannt. Ein Erbschein wird nach der Höhe der Erbschaft berechnet, kostet auf jeden Fall Geld und das nicht wenig.

Die Auszahlung des Pflichtteiles muß man beantragen, aber vorsicht, dann erfolgt ein Ausschluss aus der weiteren Erbfolge. Somit überlegen es sich einige Kinderlein was für sie vorteilhafter ist, jetzt wenig als Pflichtteil, oder später wesentlich mehr.

Kommentar von barmer ,

Hallo,

den Erbschein bekommt man nicht vom Notar, man kann nur den Notar beauftragen, ihn wiederum beim Amtsgericht zu beantragen. Die sofortige Mitnahme habe ich selbst erlebt.

Die Bank, die mit Sterbeurkunde und (nicht notariellem) Testament alles regelt, möchte ich hingegen sehen.

Kommentar von hoss1978 ,

Das heisst meine Mutter kann ganz normal den Erbschein beantragen und wir Kinder können immer noch später den Pflichtteil fordern?

Kommentar von Felicia ,

Der Nachlasgericht oder Notar stellt die Erbfolge fest und dann erfolgt die Vermögensaufstellung, die Du als Erbe machen musst und die ans Finanzamt weitergeleitet wird. Das Finanzamt legt die Steuern fest, deren Höhe von Deinem Status als Erbe und der Höhe der auf Dich fallende Erbschaft abhängig ist. Da du von der Mutter sprichst, hast du als Erbe 400.000,-- EUR freigrenze, erst dann fallen überhaupt Erbschaftssteuuern an.

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