Frage von nide83,

Erbschaftssteuer bei Immobilienübertragung

Hallo,

leider ist vor kurzem eine Bekannte verstorben (kein Verwandschaftsverhältnis). Nun habe ich vom Amtsgericht erfahren, dass ich als Alleinerbe ihres Grundstücks inkl. Einfamilienhaus und Nebengebäude vorgesehen bin. Daraus ergeben sich nun einige Fragen:

  • wie hoch wird die voraussichtliche Erbschaftssteuer sein?
  • wie wird diese ermittelt?
  • fällt auch eine Grunderwerbssteuer an?
  • wann wird die Zahlung dieser Steuer fällig bzw. ist eine Ratenzahlung möglich?

Vielen Dank im Voraus.

Antwort
von hildefeuer,

Sicherlich wird die Steuer kurzfristig fällig. Du hast dann evt. die Möglichkeit eine Hypothek eintragen zu lassen und für die Zahlung einen Kredit bei Deiner Bank aufzunehmen. Das ist sicherlich günstiger als die Stundungs -Zinsen des Finanzamtes zu zahlen. Sprich mal mit Deiner Bank darüber. Sonst wirst Du wohl verkaufen müssen, falls Du den Betrag nicht aufbringen kannst.

Antwort
von Privatier59,

Beschäftige Dich mal mit dem Thema "Grundstücksbewertung", notfalls mit Hilfe eines Steuerberaters. Dann wird sich auch die Frage nach der Höhe der Erbschaftsteuer beantworten. Da mußt Du mit Sicheheit erst einmal tief Luft holen, denn Du bist in der ungünstigsten Steuerklasse und hast nur 20000,-- € Freibetrag. Dann geht es mit 30% Steuer los. Da kein Verwandschaftsverhältnis vorliegt, ist auch das selbstgenutzte Einfamilienhaus hier voll zu versteuern.

Wenigstens bei der Grunderwerbsteuer ist Entwarnung. Die fällt nicht zusätztlich, was aber wohl nur ein schwacher Trost ist.

Die Fälligkeit der Steuer wird Dir im Steuerbescheid genannt. Das ist idR ein Monat nach Zustellung des Bescheids. Das mit der Ratenzahlung mußt Du dann mit dem Finanzamt ausmachen. Glaube aber ja nicht, dass dem ohne weiteres zugestimmt wird und vor allem nicht ohne zusätzliche Zinsfestsetzung zugestimmt wird.

Antwort
von freelance37,

das kommt auf die Bewertung des Vermögens an, das du bekommst. Das FA wird einen Wert ermitteln, mit diesem Wert wirst die Steuer fällig. 20.000 sind frei, dann kommt ein Steuersatz von 30%. Bei Vermögen ab 13 Mio Euro ist der Steuersatz bei 50%.

Wenn du mit der Bewertung durch das FA nicht einverstanden bist, wirst du einen Experten mit dieser beauftragen müssen und dann beginnt die Diskussion mit dem FA.

Grunderwerbsteuer fällt an, da du nicht zu den Ausnahmeregelungen bei dieser Steuer fällst wie direkte Verwandtschaft. Dazu siehe hier http://de.wikipedia.org/wiki/Grunderwerbsteuer_(Deutschland) - Punkt Ausnahmen von der Besteuerung.

Ratenzahlung? Wieso das denn? Du kannst es versuchen, aber ich denke, der Steuerbetrag wird nicht gering sein. Wenn Stundung, dann wird das FA auch Zinsen verlangen. Und die sind nicht ohne.

Wann die Steuer fällig wird? Wenn du das Erbe annimmst. Die Grunderwerbsteuer fällt mit Notarvertrag an.

Kommentar von freelance37 ,
Kommentar von blackleather ,

Grunderwerbsteuer fällt an,

Das ist Quatsch. Im Sachverhalt ist von einem Erbfall die Rede (§ 3 Nr. 2 Satz 1 GrEStG).

Die Grunderwerbsteuer fällt mit Notarvertrag an.

Lustig. Und mit wem soll er den schließen? Etwa mit der toten Erblasserin?

Kommentar von EnnoBecker ,

Selbstverständlich fällt KEINE Grunderwerbsteuer an.

Und mit wem soll er den schließen? Etwa mit der toten Erblasserin?

Mit den Erben natürlich. Hihi.....

Kommentar von blackleather ,

Mit den Erben natürlich

.

Nun habe ich ... erfahren, dass ich als Alleinerbe ... vorgesehen bin

Das ist ja fast schon § 181 BGB...

Kommentar von EnnoBecker ,

Wann die Steuer fällig wird? Wenn du das Erbe annimmst.

Auch dies ist nicht richtig.

Zunächst kann man kein Erbe annehmen. Man es höchstens ausschlagen. Schlägt man nicht aus, so ist man Erbe, wenn der Erblasser gestorben ist. In diesem Moment entsteht die Steuer. Entstehen ist aber keine Fälligkeit.

Sodann wird eine Erbschaftsteuererklärung angefertigt und abgegeben. Irgendwann kommt ein Steuerbescheid. Auf diesem Bescheid befindet sich ein Leistungsgebot: "Bitte zahlen Sie bis zum ......"

Und wenn dieser "bis-zum"-Tag erreicht ist, ist die Steuer fällig.

Zwischen Tod des Erblasser (=Antritt des Erbes = Entstehung der Steuer) und Fälligkeit der Steuer können unter Umständen Jahre vergehen.

Kommentar von nide83 ,

Hallo,

dies würde ja bedeuten, dass ich sowohl min. 30% Erbschaftssteuer + 5% Grunderwerbssteuer entrichten müsste. Diese Doppelbelastung ist doch aberwitzig... Meine Frage nach der Ratenzahlung bezog sich darauf, dass bei Überschreibung der Immobilie die Erbschaftssteuer fällig wird - egal ob ich es verkaufe, oder selbst nutze. Wenn der Wert abzgl. Freibetrag bei bspw. 80.000 EUR liegt, dann sind auch dies 24.000 EUR Steuer. Die muss man ja erst einmal haben. Jetzt dachte ich, dass ich die Steuer dann entrichten kann, wenn es mir gelungen sein sollte das Objekt zu verkaufen.

Viele Grüße

Kommentar von LittleArrow ,

Hast Du nicht die Kommentare wegen der Grunderwerbsteuer gelesen? Deine Angst vor "+ 5%" ist unbegründet:-))

Hinsichtlich der Bewertung geht das FA von der Papierform aus. Wenn Du aber durch einen öffentlich vereidigten Sachverständigen für Immobiliebewertung (ja, der kostet leider auch Geld) das Gebäude einschätzen läßt, dann ist der Wert für das FA die Bewertungsbasis.

Kommentar von blackleather ,

Er muss gar nicht ö.b.u.v. sein. Ein Sachverständiger, an dessen Kompetenz nicht zu zweifeln ist, reicht dafür aus (siehe Die Steuerberatung 12/2009, Seite 547 f.).

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten