Frage von mucfrage,

Erbschaft vermietete Immobilie

Hallo,

Ich habe von meiner Mutter, die im November verstorben ist, ein vermietetes Mehrfamilienhaus geerbt. Da seit 2009 die Verkehrswerte, bzw. im Fall von vermieteten Immobilien evtl auch Ertragswertverfahren zur Ermittlung der Steuerschuld herangezogen werden, ist mit einer erheblichen Steuereschuld zu rechnen, welche ich nur durch eine Kreditaufnahme, bzw. eine Hypothek auf die Immobilie bestreiten könnte.

Meine Frage ist nun…

  1. ob ich die Finanzierungskosten für diesen Kredit / Hypothek steuerlich mit den Mieteinnahmen gegenrechnen/ absetzen kann
  2. Ob es eine Stundungsmöglichkeit gibt, da ich sonst wahrscheinlich gezwungen bin das Objekt zu verkaufen. Herzlichen Dank für Eure Rückmeldung
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Antwort
von Danny300,

Ich würde Rubinek da zustimmen, es hilft am besten, wenn man einen Exptern befragt. Der kann einem mit einer größeren Sicherheit sagen, was stimmt, was nicht und was man machen soll.

Antwort
von gammoncrack,

Schuldzinsen können nur abgesetzt werden, wenn sie im Zusammenhang mit der Anschaffung einer vermieteten Immobilie gezahlt werden. Eine Erbschaft ist jedoch keine Anschaffung. Deswegen kann hier kein Abzug erfolgen.

Ist die Steuerschuld aber nur durch Verkauf der Immobilie zu begleichen, muss das Finanzamt einer Stundung zustimmen. Auf Antrag geht das über 10 Jahre und zinsfrei. Du hättest also ggf. die Möglichkeit, die Steuerschulden über die Mieterträge zu zahlen.

Kommentar von EnnoBecker ,

Ach so, du meinst, er wollte die Zinsen bei der Einkommensteuer ansetzen. Ich dachte, er wollte die Mieteinnahmen in die Erbschaftsteuer bringen.

Wie kommst du denn auf den letzten Absatz, das würde mich mal inhaltlich interessieren.

Kommentar von gammoncrack ,

Du bist natürlich der Fachmann - aber gilt das hier nicht?:

http://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrecht/steuern/stundung_erbschaftsteuer.html

Eine Stundung der Erbschaftssteuer kommt weiter dann in Betracht, wenn zum steuerpflichtigen Erwerb ein Grundstück, das zu Wohnzwecken vermietet ist, oder ein Ein- oder Zweifamilienhaus bzw. eine Eigentumswohnung gehört, die der Erbe selber zu Wohnzwecken nutzt. Wenn der Erbe oder Vermächtnisnehmer die auf diese Immobilien entfallende Erbschaftsteuer nur dadurch aufbringen kann, indem er die Immobilien veräußert, dann ist ihm auf Antrag eine Steuerstundung zu gewähren.

Ich verstehe auch den § 28 ErbStG so.

Kommentar von EnnoBecker ,

Richtig. Danke.

§ 28 (3) ErbStG ist zutreffend.

Kommentar von gammoncrack ,

Auf ein "richtig" von Dir zu eigentlich Deinem Thema werde ich mir heute abend noch richtig einen gönnen :-))

Kommentar von EnnoBecker ,

Na dann.

Ich hab wieder was gelernt und vielleicht hast du ja auch Glück und eine hübsche Frau zeigt dir ihre Bürste: http://imworld.aufeminin.com/dossiers/D20130111/haarbuersten-152904_L.jpg

Antwort
von robinek,

Wie wäre es (sinnvoll) einen Steuerberater einzuschalten, der sich damit auskennt? Nähere Daten von Dir sind ja hier nicht bekannt!

Antwort
von EnnoBecker,

Nein, weil die Mieteinnahmen zur Einkommensteuer gehören und nicht zur Erbschaftsteuer. Allenfalls könnte man prüfen, ob die Zinsen bzw. Finanzierungskosten als Nachlassverbindlichkeiten abgezogen werden können. Aber dazu müsste es schon eine Spezialvorschrift geben, denn es sind ja nun tatsächlich keine Nachlassverbindlichkeiten, sondern deine eigenen Verbindlichkeiten für die Bezahlung von Steuern.

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