Frage von Blackshep,

Erbschaft, Scheidung, Zugewinn

Hallo! Ich habe vor einiger Zeit ein stark renovierungsbedürftiges Haus und etwas Geld geerbt. Zwischenzeitlich ist mein Mann bei mir ausgezogen und verlangt jetzt die Scheidung. Ich mußte einen Kredit aufnehmen (den ich z. Zt. noch abstottere), um das Haus zu renovieren, da ich mit den Kindern dort einziehen will. Mittlerweile stellt mein Noch-Ehemann jede Menge Forderungen an mich und erpresst mich damit, dass er Ansprüche auf die Erbschaft anmeldet, wenn ich nicht tue, was er sagt. Kann er damit tatsächlich durchkommen? Allgemein heißt es doch, dass eine Erbschaft vom Zugewinn ausgeschlossen ist... Bin ich verpflichtet, mein Haus verkaufen und eine Wohnung mieten, um ihn in irgendeiner Weise auszuzahlen? Dann müsste ich Hilfe vom Amt in Anspruch nehmen. Im Moment reicht das Geld kaum zum Leben. Wüsste nicht, wovon ich Miete zahlen sollte.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Privatier59,

Blachshep: Es heißt nicht nur, dass ererbtes Vermögen dem Zugewinnausgleich entzogen ist, das steht auch so im Gesetz. Erbschaften sind dem Anfangsvermögen zuzurechnen und bleiben daher außen vor:

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1374.html

Natürlich gibt es jede Menge Zeitgenossen, die das Gesetz nicht kennen und sich an ihren dummen Sprüchen ergötzen. Dein Ex-Mann gehört offenbar zu dieser Spezies und wird im Scheidungsprozeß durch seinen Anwalt über die Rechtslage belehrt werden.

Kommentar von EnnoBecker ,

So ist es.

Offenbar haben wir hier mal den Fall andersrum. Da kann man der Guten nur dasselbe raten wie sonst dem Verlassenen, der von einer geldgeilen Ex verfolgt wird:

Bleib ruhig und lehn dich zurück, wenn du sehen willst, wie er aufläuft.

Besonders die Nummer mit dem Schuldenmachen finde ich spaßig.

Kommentar von Snooopy155 ,

Das Haus fällt zwar nicht unter den Zugewinnausgleich, aber der Mehrwert der Immobilie, der durch die bereits in Angriff genommene Renovierung entstanden ist; da liegt der Hase im Pfeffer.

Kommentar von Privatier59 ,

Vor einiger Zeit hatte ich mir mal angesehen, ob die normale Wertsteigerung der Immobilie ausgleichspflichtig ist und war zum Ergebnis gekommen, dass sie es nicht ist. So ohne weiteres würde ich die Ausgleichspflicht für die Renovierung daher nicht sehen. Jede Immobilie wird doch repariert und saniert. Ohne die Sache jetzt nochmals anhand der Rechtsprechung überprüft zu haben möchte ich sagen, dass allenfalls Grundsanierungen da von Bedeutung sein könnten.

Kommentar von EnnoBecker ,

Hier kann man doch mit etwas Logik herangehen.

In dem Moment, wo das Haus geerbt wird, hat es einen bestimmten Zustand. Jede Verbesserung oder Verschlechterung, die danach erfolgt, kann ja nicht mehr dem Erbe zuzurechnen sein.

Beispiel:
Ich habe von einem Onkel (Achtung, Flachwitz: der also inzwischen ein entfernter Verwandter ist...) ein Haus geerbt. Als er in seinem Hasu starb, kam er nicht mehr dazu, den Wasserhahn auszudrehen. Das Wasser lief über und verursachte einen immensen Schaden. Das Haus konnte nur noch zum Spottpreis von 30 veräußert werden. Aber trotzdem habe ich das Haus zu 100 geerbt und muss dies so versteuern.

Nicht anders kann das hier sein.

Wenn ich aus der ollen Bruchbude einen Palast baue, der dann 300 wert ist, so müssen die 200 logischerweise vom Zugewinnausgleich betroffen sein.

Andere Ansichten?

Kommentar von Privatier59 ,

Junger Mann: Logik und Recht müssen nicht Hand in Hand gehen. Das gilt im Eherecht nicht anders als im Steuerrecht. Welche Überlegungen hier zu dem angesprochenen Thema anzustellen sind, kann man nicht ansatzweise erahnen. Was heißt z.B. "Renovierung"? Neue Tapeten würden den Immobilienwert kaum nennenswert steigern.

Kommentar von EnnoBecker ,

Junger Mann

Hach, das geht runter wie Öl. Das hat schon seit nuschelnuschel Jahren keiner mehr zu mir gesagt.

Logik und Recht müssen nicht Hand in Hand gehen.

Ei gewiss doch. Man muss nur die zutreffende Logik entdecken.

Was genau spräche denn gegen meine Überlegungen?

Kommentar von Privatier59 ,

Das "junger Mann" ist bei gesetzten Herren normalerweise genauso beliebt wie das "Frollein" bei gesetzten Damen.

Und "zutreffend" ist das richtige Stichwort. Gerade die Beurteilung dessen, in welchem Falle noch bloße Erhaltungsaufwendungen vorliegen und wann schon substanzverbessernde Maßnahmen ist so sehr der Einzelfallbeurteilung überlassen, dass es schwierig sein dürfte, hierzu generell etwas zu sagen.

Antwort
von GeorgeAvard,

Du solltest dir einen guten Scheidungsanwalt nehmen und dies auf offiziellem Weg klären bevor du dich wie jetzt von deinem Exmann anscheinend erpressen lässt. Was hat er denn für einen Verdienst, dass er von dir finanzielle Forderungen verlangt? Ich glaube kaum dass er diese wirklich durchbringen könnte.

Kommentar von Blackshep ,

Er verdient gut, etwa 5 x so viel wie ich, will aber Schulden machen und in die Privatinsolvenz gehen, wenn er damit erreicht, dass ich ihm was abgebe.

Kommentar von FREDL2 ,

@Blackshep:

will aber Schulden machen und in die Privatinsolvenz gehen

Dann sag nichts, lass ihn seine Schulden machen und gehen, wohin er will. Bei der Scheidung erfährt er dann schon, dass er in die Irre lief.

Kommentar von EnnoBecker ,

Dann sag nichts, lass ihn seine Schulden machen

Eben.

Schwarzschaf ist ja nicht verantwortlich dafür, was andere Leute machen. Ich würde mir auch ne Packung Popcorn kaufen und mich gemütlich hinsetzen.

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