Frage von kk2014, 161

Erbengemeinschaft mit Grundstück+Haus und Kredit / einem der Erben gehört das Haus zur Hälfte

Ich bin Mitglied einer Erbengemeinschaft. Zur Erbengemeinschaft gehören der Ehemann der Erblasserin (zu 3/4) und die Eltern der Erblasserin (zu je 1/8) - gesetzliche Erbfolge, da kein Testamnet vorhanden, keine eigenen Kinder der Erblasserin). Zum Erbe gehört die Hälfte eines Hauses (dessen andere Hälfte gehört dem ebenfalls erbenden Ehemann). Die Erblasserin und deren Ehemann hatten für das gemeinsame Haus einen Kredit, welcher zum Todeszeitpunkt noch nicht vollständig zurückgezahlt war. Für den Kredit hafteten beide Kreditnehmer gesamtschuldnerisch. Es geht ind er Frage hier nun darum, wie der offene Kredit bei der Ermittlung des Wertes des Erbes zu betrachten ist. Dazu gibt es in der Erbengemeinschaft, bestärkt durch die jeweilig vertretenden Anwälte, geteilte Aufassungen. Fiktive Werte: Wert des Hauses: 200 TEUR (1/2 = 100 TEUR) offener Kredit: 50 TEUR insgesamt

Auffassung 1: Wert des Erbes: Halbes Haus - ganzer Kredit = 50 TEUR

Auffassung 2: Wert des Erbes: Halbes Haus - halber Kredit = 75 TEUR

Welche Auffassung ist richtig? Relevant ist diese Frage, weil der Ehemann der Erblasserin deren Eltern in entsprechender anteiliger Höhe auszahlen müsste, um Alleineigentümer des Hauses zu werden. Danke!

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Antwort
von Mikkey, 135

Hier muss die wohl vorliegende Zugewinngemeinschaft aufgelöst werden.

Zu dem vorehelichen Vermögen schweigst Du Dich aus, deshalb gehe ich mal von 0 bei beiden aus:

  • Wert des Hauses: 200.000
  • Lasten des Hauses: 50.000
  • Ergibt nacheheliches Gesamthandvermögen: 150.000

Davon Eigentum des Mannes: 75.000 Erbschaft des Mannes: 37.500 Erbschaft der Eltern: 37.500

Ich mag mich irren, aber der gesetzliche Erbteil der Eltern und des Ehegatten sind je 50% - sieh einfach nach, ich habe dazu gerade keine Gelegenheit.

Antwort
von wfwbinder, 123

Aus meiner Sicht ganz eindeutig:

Wert des Hauses 200 TEU, Kredit 50 TEU, somit 150,- Gesamtwert, hälfte davon 75 TEU = Wert der Erbschaft.

An jeden der 1/8 Erben sind 9.375 zu zahlen.

Warum sollte der gesamte Kredit, vom Wert des halben Hauses abgezogen werden? die verstorbene hatte zwar bürgerlich rechtlich gegenüber der Bank gesamtschuldnerisch zu haften. Der Ehemann aber auch.

Hier geht es aber um die Zurechnung , bzw. den Abzug von Beträgen, da ist die vererbte Hälfte eben auch mit dem halben Kredit belastet.

Kommentar von EnnoBecker ,

Mir war hier bei der Frage nicht ganz klar, worauf sie zielte, auf den Wert der Erwerbs oder auf die Veroflichtung aus dem Darlehen.

Die Zahlen nachrechnen wollte ich auch nicht.

DH. Ich sehe es ebenso.

Kommentar von kk2014 ,

Die Anwältin des Ehemanns der Erblasserin sieht das so: Das Haus gehört zu 50% der Verstorbenen, daher gehört es zu 50% zur Erbmasse. Das ist auch unstrittig. Auch die Anteile der Erbengemeimschaft sowie die sonstige Vermögensaufstellung sind unstrittig. Die Anwältin vertritt weiterhin die Auffassung, dass die Erblasserin gesamtschuldnerisch für den Kredit haftet und dieser deshalb in seiner zum Todeszeitpunkt noch bestehenden Resthöhe voll auf den Wert des Erbes angerechnet werden muss. Dass heisst, hier würden die Miterben (Eltern) je 1/8 von 50 TEUR erhalten. Auf welche Gesetze, Urteile etc. kann man sich berufen (sei es für oder gegen die Auffassung der Anwältin). Der Kredit wurde aus einem gemeinsamen Konto der Eheleute bedient. Der Todeszeitpunkt liegt 1 Jahr zurück, seither bedient der Witwer den Kredit (er wohnt auch im Haus).

Kommentar von EnnoBecker ,

und dieser deshalb in seiner zum Todeszeitpunkt noch bestehenden Resthöhe voll auf den Wert des Erbes angerechnet werden muss.

Kann ich so nicht nachvollziehen. Es geht doch um die Bewertung des Erbes und nicht um die Haftung für die Schulden. Der noch lebende Ehemann haftet ja ebenfalls für den Kredit.

Und wenn beide das Darlehen aufgenommen hatten, dann ist jedem die Hälfte zuzurechnen.

dass die Erblasserin gesamtschuldnerisch für den Kredit haftet

Gesamtschuldnerisch kann man nur zu mehreren haften, insofer ist diese Aussage irgendwie ... seltsam.

Kommentar von wfwbinder ,

Ich sehe das ganz einfach, entweder er zahlt freiwillig, oder Er vergeigt vor Gericht und es wird teurer.

Kommentar von kk2014 ,

Hier noch mal der Initiator der Frage. Der Fall ist noch nicht durch. Der Witwer und seine verstorbene Frau stehen 50/50 im Grundbuch und hatten gemeinsam einen Kredit aufgenommen. Auf Grund der Einkommenssituation (Ehefrau bezog schmale EU-Rente) wurde über die gesamte Zeit (vom Hausbau bis zum Tod der Frau ca. 15 J lang) der Kredit sowie alle Nebenkosten vom Ehemann bedient. Das kann er wohl auch nachweisen. Kann er daraus ableiten, dass die Immobilie "ihm allein gehört"? Wenn nicht, würden die Schwiegereltern von etwas erben, was der Witwer erarbeitet hat. Welche rechtlichen Möglichkeiten hätte er hier? Oder muss er in den sauren Apfel beißen und seinen Schwiegereltern von dem von ihm erarbeiteten Vermögen abgeben?

Antwort
von Privatier59, 96

Ich behaupte, die Frage läßt sich garnicht beantworten! Die gesamtschuldnerische Haftung als Kriterium zu nehmen, ist absolut wertlos denn es wird bei Eheleuten die gemeinsam Eigentümer einer Immobilie sind immer verlangt, dass beide den Kreditantrag unterschreiben. Entscheidend ist, aus wessen Vermögen oder Einkommen der Kredit bedient wurde. War der Ehemann Alleinverdiener, dann hat er wirtschaftlich den Kredit bisher allein bedient und muß es auch weiterhin tun.

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