Frage von Gartenteich1964, 44

Erbengemeinschaft auseinandersetzten

Folgende Situation: Vater vor 25 Jahren verstorben, gesetzliche Erbfolge ging auf Mutter und Kinder über. Kinder haben nie einen Anteil verlangt. Es ist ein Wohnhaus mit Grundstück. Nun ist die Mutter verstorben, hat mit einem Testament nur einen Sohn bedacht. Dieser hat den Erbschein auch erhalten. Nun besteht noch die Erbengemeinschaft nach dem Vater. 1.)Wie kann diese nun aufgelöst werden? 2.) Gibt es bei Grundeigentum auch die Auseinandersetzungsklage?

Antwort
von wfwbinder, 44

Da die Kinder vor 25 Jahren, nach dem Tod des Vaters ihren Anteil (gesetzlliches Erbe) nicht eingefordert haben, ist der Anspruch verjährt. Da ja bekannt war, das die Kinder gesetzliche Erben sind, hätte der Herausgabeanspruch innerhalb von 3 Jahren geltend gemacht werden müssen.

Damit fängt die Uhr neu zu laufen an.

Die Mutter ist verstorben. Sie hat das Haus ((ist es das einzige, was zu vererben war?) einem Kind vererbt.

Damit haben das/die übrigen Kind(er) einen Anspruch auf Pflichtteil. Dieser ist von der Höhe 1/2 des gesetzlichen Erbes. wären es insgesamt 3 Kinder, hätte gesetzliche jedes Kind 1/3 geerbt. Nun hat hier nur ein Kind geerbt. Die beiden anderen haben einen Anspruch von je 1/2 von 1/3, also 1/6 als Auszahlungsanspruch in Geld, gegen das Kind, was das Hausgrundstück vererbt bekam.

§ 2303 BGB

Antwort
von LittleArrow, 40

Nach dem Tod des Vater hätten im Grundbuch Mutter und Kinder eingetragen werden müssen. Es gibt offenbar diese Erbengemeinschaft aus Mutter und Kindern. Die Mutter kann nur ihren Anteil vererben, allerdings können die nicht bedachten Kinder einen Pflichtteil (nur eine Geldforderung!) geltend machen.

Für die Auseinandersetzung des Grundeigentums gilt weiterhin die Freiwilligkeit oder die Zwangsversteigerung.

Kommentar von Mikkey ,

So verstehe ich die Frage auch, die Antwort von wfwbinder wäre richtig, wenn vor 25 Jahren das Grundstück im Grundbuch allein auf den Namen der Mutter eingetragen worden wäre.

Kommentar von Gartenteich1964 ,

Danke für die Info. Meine Frage dazu bitte: Wo finde ich den § zur Verjährung.

Kommentar von Gartenteich1964 ,

Danke für die Info. Meine Frage zur Auseinandersetzung des Grundeigentums. Wenn Freiwillig nicht klappt. Gibt es auch die Möglichkeit zur Auseinandersetzungklage beim Nachlassgericht bei Grundeigentum???? Wenn Zwangsversteigerung nicht gewollt ist. Denn dies geht ja aus wie das Hornberger Schießen.

Kommentar von LittleArrow ,
Wenn Zwangsversteigerung nicht gewollt ist. Denn dies geht ja aus wie das Hornberger Schießen.

Genau der Druck mit der Versteigerung ist für ein vorheriges Einigungsbemühen doch ganz hilfreich. Diese Versteigerung nennt sich Teilungs- oder Auseinandersetzungsversteigerung und ist eine Sonderform der Zwangsversteigerung. Es gelten leicht andere Spielregeln, als wenn es um eine gläubigerbetriebene Zwangsversteigerung um jeden Preis geht.

Hier findest Du mehr:

http://de.wikipedia.org/wiki/Teilungsversteigerung

Kommentar von LittleArrow ,

Bei der Komplexität des gesamten Vorganges wäre vielleicht doch fachanwaltliche Hilfe sinnvoll. Wenn die anderen Pflichterben gegen den Alleinerben mitziehen, dann sind die Kosten auch nicht so hoch.

Die gefragten Paragraphen: 2332, 2329 und 195 BGB. Aber Erbfall ist nicht schon der Todestag!!!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten