Frage von Sonnenblume72, 62

Erbe und Patchworkfamilie?

Mein Mann hat aus  zwei geschiedenen Ehen zwei Kinder, leider ist alles etwas schief gelaufen auch seitens meines Mannes seiner Mutti , die lieber den Kontakt zu der noch vorhanden Exfrau und natürlich zu den einen leiblichen Kind hat,sozusagen mein mann durfte sich in der zeit wenn das kind bei der Oma war nicht in die Erziehung reinhängen so ist der Kontakt seit 6 Jahren kaputt , nur so am Rande.

Ich habe einen Sohn mit in die ehe gebracht also 3 Ehe

Frage : mein Mann schenkt mir während der Ehe 40000,00 EUR auf mein Konto , nun ist die 10 Jahresfrist vorbei und es tritt der Erbfall ein, oder ist das unabhängig von der 10 Jahresfrist,können die leiblichen Kinder das zurück fordern ? Werden die 40000,00 dann von den Erbe mit verrechnet? Erbt mein Sohn dann auch was von den Geld , wir leben in einer Zugewinngemeinschaft! Ist mein alleiniges Konto auch mit antastbar ?

Ich weiß es sind viele Fragen?

Da ich selber schon vor 5 Jahren eine Situation erleben musste und mein Stiefvater mich nach den Tod meiner Mutter abserviert hat und leider dadurch krank geworden bin, bin ich sehr vorsichtig , weil ich auch an meinen Sohn denken muss , der nicht nochmal das gleiche Erleben soll.

Antwort
von Tritur, 16

Da der Freibetrag der Ehefrau für Schenkung und Erbschaft 500.000,- EUR beträgt interessiert sich das Finanzamt für Deinen Fall nicht.

Die Kinder aus den ersten beiden Ehen Deines Mannes könnten wegen der 40.000 EUR, die Dir Dein Mann geschenkt hat, nur dann Ansprüche an Dich stellen, wenn dies sein gesamtes Vermögen gewesen wäre.

Nach zehn Jahren kann er dir als Alleinerbin nochmal 500.000 EUR steuerfrei verschenken oder vererben. Dazu kann er jedem seiner Kinder 400.000 EUR steuerfrei vererben. Die Pflichtteilsansprüche aller Kinder müssen aber berücksichtigt werden.

  

Antwort
von wfwbinder, 34

'Nicht nur viele Fragen, sondern auch etwas unstruktiuriert im vortrag.

1. Dein Ehemann hat 2 Kinder. Die sind gesetzliche Erben (§ 1924). Ebenso Du §§ 1371 + 1931 BGB.

2. Wenn kein Testament existiert, bekommst Du 1/2 und die Kinder teilen sich die zweite Hälfte.

3. Wenn Du etwas geschenkt bekommst und Dein Mann lebt danach noch 10 Jahre, wird diese Schenkung nicht in die Berechnung des Erbes einbezogen.

4. Wenn er danach keine 10 Jahre lebt, kann es einen "Pflichtteilergänzungsanspruch" der Kinder geben. Die einzuberechnende Summe vermindert sich jährlich um 1/10. Also würde er innerhalb einer Jahres nach Schenkung sterben die 40.000,-, dann 36.000,- usw.

5. Das würde aber nicht bedeuten, dass Du etwas zurück zahlen müsstest, sondern nur, dass für die Berechnung des Pflichtteils, diese Summe der Erbschaft zugerechnet wird.

6. Beispiel. Der Mann stirbt nach 5 Jahren. 40.000,- hat er noch zu vererben. von der Schenkung werden noch 20.000,- zugerechnet. sind 60.000,-. gesetzliches Erbe also 15.000,- pro Kind (1/4). Pflichtteil 1/2 vom Gesetzlichen Erbe, somit 7.500,-. Von den 40.000,- bekommt jedes Kind 10.000,-, also mehr als die 7.500,-, also kein Pflichtteilergänzungsanspruch. Thema erledigt.

7. Dein Sohn erbt von seinem Stiefvater (Deinem Ehemann) nichts. Aber er ist Dein Alleinerbe. Solltest Du vor Deinem Ehemann versterben teilen sich der und Dein Sohn das Erbe.

Alles was ich geschrieben habe gilt für den Fall, das kein Testament vorliegt.

Kommentar von Sonnenblume72 ,

Danke für Ihre Mühe und Zeit.

Kommentar von EnnoWarMal ,

Die einzuberechnende Summe vermindert sich jährlich um 1/10. Also würde er innerhalb einer Jahres nach Schenkung sterben die 40.000,-, dann 36.000,- usw.

Naja, fast.

Innerhalb des ersten Jahres verringert sich gar nichts, innerhalb der anderen 10 Jahre sind es jeweils 40.000.

§ 2325 (3) BGB (Ich musste wegen des Beginns der Abschmelzung selber gucken.)

Kommentar von wfwbinder ,

Ich glaube Missverständnis. 40.000,- Schenkung werden im ersten Jahr mit den 40.000,- angerechnet, nach über einem Jahr dann mit 36 TEU, dann 32 TEU usw., aber vermutlich waren Deine 40.000,- pro Jahr ein Tippfehler.

Kommentar von Sonnenblume72 ,

Zu ihrer Antwort bezüglich auf das Testament, es liegt ein Testament zu Hause wo ich als Alleinerbin begünstigt wurden bin wie würde dann der Fall aus sehen bzw , wenn mein Mann meinen Sohn mit begünstigt im Testament.

Kommentar von wfwbinder ,

So, oder so stehen seinen Kindern Pflichtteile zu. 1/2 des gesetzlichen Erbes. Also 1/4 für beide zusammen. Ob er Deinen Sohn als Erben einsetzt, ist dabei egal. Wäre nicht egal, wenn er ihn adoptieren würde.

Für die Erbschaftsteuer ist es völlig egal, weil Stiefkinder wie leibliche Kinder behandelt werden.

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