Frage von HilfeHilfe, 8

Erbe ausschlagen oder nicht ?

Hallo

wir rücken in der Erbenfolge an 1 Stelle. Vorher haben es Familienangehörige ausgeschlagen. Jetzt sind wir unschlüssig ob wir es auch ausschlagen sollen:

  • Haus als Vermögenwert steht rum ( Wert ca, 40-50k)

  • bekannte Schulden bei Bank sind ca. 25k

Der Mann war H4 und Alkoholiker. Gas war zB abgestellt.

Jetzt ist dir Frage was passiert mit allen anderen unbelannten Schulden ? Wie kriegt man diese raus , bzw. gibt es eine Frist wo sich die Gläubiger melden müssen ?

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Primus, 4

Wenn bei größeren Vermögensmassen nach 6 Wochen noch nicht genau klar ist, ob das Erbe überschuldet ist oder vielleicht doch noch Geld übrig bleibt, sind viele versucht, lieber auf eventuelles Geld zu verzichten und sich durch Ausschlagung den Ärger vom Hals zu halten.

Das kann aber kurzsichtig sein, wenn die Chance besteht, dass tatsächlich irgendwo noch ein positiver Saldo übrig bleiben könnte. In einem solchen Falle sollte man sich – nach vorheriger fundierter juristischer Beratung – u. U. lieber dazu entschließen, das Erbe anzunehmen, mit Hilfe eines Erbscheins dann den genauen Vermögensstand zu erkunden und (sollte sich herausstellen, dass das Erbe dann doch überschuldet ist) eine Nachlassinsolvenz einleiten.

Mehr hierzu bei: http://www.finanztip.de/recht/erbrecht/ausschlagen.htm#ixzz2tht2b7K9

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Erbe & erbrecht, 3

Erbschein besorgen.

Mit dem kann man bei Banken anfragen, was offen ist.

Dann man die Schränke durchstöbern, ob man was findet.

Kann man das Haus verkaufen, oder vermieten?

Ich sage mal so 10 Tage arbeiten udn eventuell 10-15 000,- übrig haben, wäre ein guter Stundenlohn.

Antwort
von Privatier59, 3

Erbe annehmen und trotzdem Risiken vermeiden? Das geht! Nachlaßverwaltung und Nachlaßinsolvenz sind hier die Stichworte:

http://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrecht/erbschaft/erbschaft_03.html

In diesem Falle dürfte die Nachlaßverwaltung wohl zutreffende Wahl sein. Damit kann man die Haftung auf den Nachlaß beschränken.

Allerdings: Nachlaßverwaltung dauert und kostet auch eine Menge Geld. Der Nachlaßpfleger will bezahlt sein.

Wie soll man hier entscheiden? Mich macht nachdenklich, dass da schon andere Familienangehörige ausgeschlagen haben. Normalerweise stürzen sich die Leute doch aufs Erbe. Waren die nun ängstlich, faul oder einfach besser informiert? Ich würde mal Kontakt mit denen aufnehmen und alle sonstigen Informationsmöglichkeiten auch ausschöpfen. Vielleicht hat ja jemand den Hausschlüssel, so dass man in den Unterlagen stöbern könnte. Man könnte zudem versuchen, beim Grundbuchamt etwas über auf dem Haus lastende Schulden zu erfahren Der beste Weg nämlich wäre ja immer, ohne Umwege ans Erbe zu kommen. Wenn das nicht gelingt, Nachlaßpflegschaft beantragen. Da mußt Du Dich aber vorher intensiv ins Thema einarbeiten oder einen versierten Anwalt beauftragen damit keine Fehler gemacht werden.

Antwort
von gammoncrack, 2

Wenn man das Verhältnis 50 k zu 25 k sieht, sollte man sich fragen, warum die vorherige Rangfolge ausgeschlagen hat. Scheinbar ist da noch mehr an Verbindlichkeiten vorhanden.

Die Gläubiger müssen ja schon ihre Sachen geltend gemacht haben.

Kommentar von HilfeHilfe ,

Es sind ältere Familienangehörige ( ca 77 Jahre alt) die auch in bescheidenen Verhältnissen leben. Sie haben ganz einfach Angst und nicht die "Fähigkeiten" die Schuldenlast zu recherchieren

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